Kühle Räume ganz ohne Klima-Anlage

 

erstellt am
04. 07. 13
14.00 MEZ

Moderne Sonnenschutzsysteme bieten Abkühlung an heißen Sommertagen. Eine Broschüre der MA 20 - Energieplanung gibt Überblick zu innovativen Sonnenschutztechnologien für Gebäude.
Wien (rk) - Die Nachfrage nach Klimatisierung in der warmen Jahreszeit steigt. Immer mehr Menschen wollen den Komfort einer klimatisierten Umgebung im Büro oder beim Einkaufen nicht mehr missen. Rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs entfallen auf Gebäude. Klimatisierung und Kühlung sind laut Internationaler Energieagentur (IEA) die am schnellsten wachsenden Bereiche neuen Energiebedarfs.

Raumklimatisierung ohne Energieeinsatz ist notwendig
Der Energiebedarf von Gebäuden muss gesenkt und nachhaltig niedrig gehalten werden. Vor allem in den warmen Sommermonaten wird für Klimatisierung unnötig Energie verbraucht. "Das muss nicht sein", so Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. "Das gravierende Problem ist, dass konventionelle Klimatisierung von Gebäuden ausschließlich auf den Einsatz von Strom angewiesen ist. Nach Einschätzungen von ExpertInnen wird in einigen Jahren der Energiebedarf für Bürokühlung im Sommer stark ansteigen. Um Kapazitätsengpässen vorzubeugen und die Ziele zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen nicht aus den Augen zu verlieren, besteht großer Bedarf an alternativen Kühlmethoden".

Kühlbedarf von vornherein vermeiden
Um dem steigenden Strombedarf durch konventionelle Gebäudeklimatisierung entgegenzuwirken, verfolgt die Stadt Wien die Strategie vor allem durch bauliche Maßnahmen den Kühlbedarf von vorneherein zu vermeiden. Neben der Optimierung des Glasflächenanteils und der richtigen Bauweise spielt dabei der Sonnenschutz eine wichtige Rolle. Durch den richtigen Sonnenschutz kann auch bei großen Glasflächen die Sonneneinstrahlung in das Gebäude und damit der Kühlbedarf minimiert werden. Gleichzeitig kann man genau beim Sonnenschutz große Fehler begehen: So kann der falsche Sonnenschutz dazu führen, dass Räume verdunkelt sind und somit auch an hellen Tagen künstlich beleuchtet werden müssen - Beleuchtung die wiederum Strom verbraucht. Gute Sonnenschutzsysteme bieten deshalb nicht nur Sonnenschutz und Blendschutz sondern lassen auch Tageslicht in die Räume hinein.

Eine Broschüre der MA 20 - Energieplanung zeigt was ein Sonnenschutzsystem alles können muss: Vom der Reduktion des Kühlbedarfs über die Sicherstellung der Nutzung des Tageslichts bis hin zu Blendschutz und zum Blick ins Freie.

Kostenloser Download der Broschüre unter: http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/energieplanung/sep/pdf/leitfaden-sonnenschutz.pdf
Initiative "bewusste Kühlung" unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Michael Häupl

Während der letzten Jahre stieg die Anzahl der Tage, an denen die Bevölkerung Wiens unter hohen bis extrem hohen Temperaturen litt. Um der damit verbundenen Belastung zu entgehen, werden in stetig wachsender Anzahl Lösungen entwickelt und eingesetzt, um in Wohn- und Dienstleistungsgebäuden angenehme Temperaturen zu erzielen. Vielfach sind diese Lösungen mit einem hohen Stromverbrauch verbunden und die Klimaschutzverantwortlichen der Stadt Wien verzeichnen einen kontinuierlich wachsenden Endenergieverbrauch für Kühlanwendungen. ExpertInnen rechnen mit einer Verdopplung der durch Gebäudekühlung generierten CO2-Emissionen in den nächsten 20 Jahren allein im Wohngebäudebereich.

Um diesem Trend entgegen zu wirken und das Klimaschutzziel Wiens bis 2020 zu ermöglichen, startete die Magistratsdirektion-Klimaschutzkoordination unter der Patronanz des Bürgermeisters der Stadt, Michael Häupl, die Kühlkampagne "bewusste Kühlung".

Im Rahmen dieser Kampagne sollen der Wiener Bevölkerung energieeffiziente und damit klimagerechte Möglichkeiten aufgezeigt werden, um während der in Zukunft vermehrt auftretenden Hitzeperioden adäquate Temperaturen in Wohnungen und Dienstleistungsbetrieben zu erreichen. Der Bogen spannt sich dabei von alternativen Kühlkonzepten bei Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben über Tipps, wie in Wohnung auch ohne den Einsatz von strombetriebenen Ventilatoren oder Standklimageräten behagliche Temperaturen erzielt werden können, bis zum Einsatz von Fernkälte bei Spitälern und betrieblich genutzten Gebäudekomplexen.

Den Folder "Fernkälte in Wien" sowie weitere Informationen zur Initiative "bewussten Kühlung" findet man unter http://www.wien.gv.at/umwelt/klimaschutz/publikationen/index.html

Wien vermeidet jährlich 3,7 Mio Tonnen CO2-Äquivalente
Schon seit 1999 hat die Stadt Wien ein Klimaschutzprogramm (KliP Wien), das bis 2020 gültig ist. Dem Wiener Gemeinderat wird regelmäßig ein Bericht über die Umsetzung vorgelegt. Bisher konnten bereits 3,7 Mio. CO2-Äquivalente an jährlichen Treibhausgasemissionen vermieden werden. Diese beeindruckenden Zahlen belegt der jüngste Evaluierungsbericht zum KliP Wien. Außerdem löste das Klimaschutzprogramm auch beträchtliche positive volkswirtschaftliche Effekte aus. So konnten mit den gesetzten Investitionen allein im Jahr 2011 mehr als 58.600 Arbeitsplätze gesichert werden, so die Klimaschutzkoordinatorin der Stadt Wien Christine Fohler-Norek.

 

 

 

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