Industrie 4.0

 

erstellt am
03. 07. 13
14.00 MEZ

Wien (tu) - Die TU Wien will zur nächsten industriellen Revolution in Österreich beitragen: „Cyber-Physical Systems“ (CPS) werden die industrielle Produktion – ein wesentliches Standbein der Wertschöpfung im Land - verändern. Die TU Wien forscht an diesen Systemen und führt dazu Gespräche mit Top-Managern österreichischer Unternehmen.

Unsere Computer sind längst miteinander vernetzt. Warum sind es die Maschinen in den Produktionshallen der Industrie noch nicht? An der „Industrie 4.0“, der nächsten Stufe der technologischen Revolution, wird bereits geforscht: Sensoren und Steuersysteme unterschiedlicher Bausteine von Produktionssystemen sollen intelligent verknüpft werden und sich selbstständig koordinieren, um Effizienz und Produktivität zu steigern. An der TU Wien hat sich ein fakultätsübergreifendes Forschungs-Netzwerk formiert, das solche neuen Ideen in den industriellen Produktionsprozess einbringen wird. Am 3. Juli folgten hochrangige Industrievertreter von Siemens und Magna der Einladung der TU Wien, mit Rektorin Sabine Seidler, Prof. Detlef Gerhard und Prof. Wilfried Sihn über künftige Zusammenarbeit im Bereich CPS für Anwendungen in der industriellen Produktionstechnik zu sprechen.

Ein „Internet der Dinge“
Das „Internet der Dinge“ soll in Zukunft auch in den Produktionshallen Einzug halten. Das Forschungsthema „Industrie 4.0“ an der TU Wien widmet sich ganz speziell der Frage, wie man durch Verschmelzung unterschiedlicher Systeme und durch Datentransfer zwischen verschiedenen Maschinen, Sensoren und Steuersystemen bessere Produktionsprozesse entwickeln kann. Produktionsmaschinen sollen nicht stur menschlichen Vorgaben folgen, sondern sich flexibel aufeinander einstellen. Ausfälle einzelner Komponenten sollen von anderen kompensiert werden, Produktionsflüsse sollen automatisch aufeinander abgestimmt werden, die Logistik soll optimal in den Gesamtprozess einbezogen werden.

„In Zukunft wird die Produktion zu einem gewissen Grad selbststeuernd und selbstoptimierend sein. Die virtuelle Modellierung von Produktionssystemen wird mit den realen Systeme verschmelzen“, erklärt Detlef Gerhard, Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften der TU Wien.

Die vierte industrielle Revolution
Schon mehrmals hat sich die Welt der Industrie völlig verwandelt: Die erste industrielle Revolution wurde durch Wasser- und Dampfkraft ermöglicht, die zweite Revolution kam durch den Einsatz der Elektrizität zustande. IT, Elektronik und das Internet brachten uns eine dritte Revolution, und die cyber-physikalischen Systeme, die nun entwickelt werden, könnten eine vierte industrielle Revolution einleiten. Auf dieser Überlegung basiert die Bezeichnung „Industrie 4.0“.

TU Wien gemeinsam mit Magna und Siemens
„Um an derart interdisziplinären Forschungsfragen zu arbeiten, ist gerade die TU Wien besonders gut gerüstet“, meint Wilfried Sihn „Die Fakultäten für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften, Elektrotechnik, Informatik und Bauingenieurwesen arbeiten hier Hand in Hand.“ Dieses in Österreich einzigartige Kompetenzfeld soll auch der österreichischen Industrie zugute kommen. Am 3. Juli 2013 waren Karl Nigl (Director Business Development, Magna International Europe AG), und Kurt Hofstädter, Leiter des Sektors Industrie Central Eastern Europe der Firma Siemens, zu Gast an der TU Wien um über Ideen aus dem Bereich „Industrie 4.0“ zu diskutieren. „Die Kooperationen im Rahmen des Forschungsthemas Industrie 4.0 stehen heute noch am Anfang – das Thema wird uns auch weiterhin intensiv beschäftigen und weitere Industriepartner sind uns höchst willkommen“, betont die Rektorin Sabine Seidler.

 

 

 

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