Pensionsantrittsalter für Frauen

 

erstellt am
22. 07. 13
14.00 MEZ

In einem Interview mit dem Monatsmagazin "Die Wienerin" erklärte Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger unter anderem, Experten würden wegen der oftmals wenigen Beitragsjahre bei Frauen empfehlen, das derzeit bei 60 Jahren liegende Pensionsantrittsalter ab 2024 um fünf Jahre anzuheben - was verfassungsrechtlich bereits vorgesehen sei. Die ÖVP wolle dies bereits vor 2024 umesetzen, wo aber die SPÖ nicht zustimmen würde.


 

 Heinisch-Hosek: Keine Erhöhung des gesetzlichen Frauenpensionsalters
Arbeiten an Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters
Wien (sk) - "Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist klar, dass das Pensionsantrittsalter für Frauen nicht frühzeitig, also vor 2024, erhöht werden kann. Gut, dass das Bundeskanzler Werner Faymann und Ministerin Doris Bures so deutlich klargestellt haben", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

"Diese Klarstellung ist wichtig. Denn das aktuelle gesetzliche Frauenpensionsalter hat gute Gründe. Und die liegen in der Mehrfachbelastung und der Benachteiligung von Frauen gegenüber Männern", meinte die Ministerin. Eine frühzeitige Erhöhung des Pensionsantrittsalters wäre eine Maßnahme, die völlig an der Lebenswirklichkeit von älteren Frauen vorbeischießt. Denn ein großer Teil der Frauen gehe schon heute aus der Arbeitslosigkeit oder Krankheit in Pension und diesen Trend würde ein höheres Frauenpensionsalter noch verschärfen.

"Das Problem vieler Frauen ist also nicht der Pensionsantritt, sondern es sind die fehlenden Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmerinnen. Dazu braucht es Arbeitsplätze, die es den Frauen ermöglichen, möglichst lange gesund im Arbeitsprozess zu bleiben. Wir arbeiten daran, das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen, dafür müssen wir uns als Regierung auch weiterhin engagieren. Das gesetzliche Pensionsantrittsalter zu erhöhen, wie es die ÖVP jetzt vorschlägt, ist zynisch und eine Verhöhnung der Frauen", so Heinisch-Hosek zum Schluss.


 

Kickl: SPÖ ist Schutzpatron der Pensionsprivilegien
Auf EU-Ebene werden SPÖ und ÖVP wieder umfallen und Pensionen ab 70 zustimmen
Wien (fpd) - Dass sich ausgerechnet die SPÖ mit dem Pensionsthema in den Wahlkampf werfe, sei in höchstem Maße unglaubwürdig und grenze schon an Wählertäuschung, reagierte der freiheitliche Generalsekretär NAbg. Herbert Kickl auf Aussagen der vereinigten SPÖ-Granden, die sich allesamt gegen eine frühere Angleichung des Pensionsantrittsalters von Frauen an jenes der Männer ausgesprochen hätten. "Die SPÖ ist der Schutzpatron der Pensionsprivilegierten", so Kickl, der etwa auf die Pensionen der Nationalbank, der Arbeiterkammer, Post und ÖBB verwies, die allesamt weit über den ASVG-Pensionen liegen würden.

Mit dem Scheinargument, nicht in bestehende Verträge eingreifen zu können, garantiere sie SPÖ ihren Dankbarkeitswählern in diesen privilegierten Bereichen üppigste Pensionen, von denen andere nur träumen könnten, so Kickl, der darauf verwies, dass die SPÖ bei der Kürzung der Bausparprämien keine Probleme damit hatte, in bestehende Verträge einzugreifen. "Wie immer bei 'sozialer' Politik der Roten zahlen die Kleinen für die Privilegien der Großen", so Kickl.

Abgesehen davon sei die künstliche Diskussion zwischen Rot und Schwarz um das Antrittsalter der Frauen ohnehin eine reine Spiegelfechterei, da in Brüssel längst darüber gesprochen werde, das Pensionsantrittsalter generell auf 70 Jahre zu erhöhen, zeigte Kickl auf. "Da wir alle aus leidvoller Erfahrung wissen, dass weder Bundeskanzler Faymann und schon gar nicht Vizekanzler Spindelegger in Drachenblut gebadet haben, ist davon auszugehen, dass die Bundesregierung auch bei diesem Thema in Brüssel umfallen wird und dem generellen Pensionsantrittsalter von 70 Jahren zustimmen wird", zeigte Kickl die traurige Realität in der Pensionsdebatte auf.


 

Widmann: Spindelegger soll mit seinem pathologischen Schwadronieren aufhören
BZÖ für Einführung eines einheitlichen Pensionssystems für alle mit einem PensionskontoWien (bzö) - "ÖVP-Obmann Spindelegger soll endlich beim Pensionsthema mit seinem schon "pathologischen Schwadronieren" aufhören, denn er traut sich ohnehin über eine nachhaltige Reform nicht drüber". Mit diesen Worten kommentierte BZÖ- Bündnissprecher Abg. Mag. Rainer Widmann die Aussagen vom Vizekanzler zum Thema Angleichung des Pensionsantrittsalters.

"Das BZÖ tritt für die Einführung eines einheitlichen Pensionssystems für alle mit einem Pensionskonto ein. Bis dieses System umgesetzt wird, soll das Pensionsantrittsalter von Männern und Frauen schneller angeglichen werden. Wir wollen ein transparentes Einzahlungskonto für jeden Anspruchsberechtigten. Jeder sieht zu jeder Zeit Einzahlungen, Ansprüche und wann und mit welchen Bezügen er in Pension gehen kann. Kindererziehungszeiten und Schwerarbeit müssen dabei entsprechend berücksichtigt werden. Damit kann jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin den Antritt selbst gestalten", erklärte Widmann.


 

 Schwentner: Kein Wahlkampf-Hickhack auf Kosten der Frauen
Grüne fordern wirkungsvolle Maßnahmen zur Gleichstellung in der Arbeitswelt
Wien (grüne) - Die Grüne Frauensprecherin Judith Schwentner hat wenig Verständnis für den aktuellen Streit der Koalitionspartner über das Frauenpensionsalter. "Auf Kosten der Frauen sollte es kein Wahlkampf-Hickhack geben. Es gibt einen fertigen Fahrplan zur Anhebung des Frauenpensionsalters. Daran ist nicht zu rütteln, solange die Gleichstellung in der Arbeitswelt, was Einkommen und Karrierechancen betrifft, nicht erreicht ist." Die ÖVP sollte sich besser darauf konzentrieren, endlich entsprechende Maßnahmen zur beruflichen Gleichstellung zu setzen.


 

 Oberhauser: Kein rütteln am gesetzlichen Frauenpensionsalter
Die neuerliche Diskussion entbehrt jeglicher Grundlage
Wien (ögb) - "Die neuerliche Diskussion um die Angleichung des gesetzlichen Pensionsantrittsalter wurde mutwillig und ohne sachlichen Grund vom Zaun gebrochen", kritisiert die ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin Sabine Oberhauser. "Sinnvoller wäre es darüber zu diskutieren und Maßnahmen zu setzen, dass Frauen schneller und auf allen Ebenen den Männern gleichgestellt werden. Das mediale Sommerloch zu bedienen ist zu wenig", meint Oberhauser.

 

 

 

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