Beihai Chengde bestellt
 Edelstahlkaltwalzwerk bei Siemens

 

erstellt am
18. 07. 13
14.00 MEZ

Anlage produziert 600.000 Tonnen Kaltband pro Jahr – Ausgelegt für Edelstähle der AISI-Güteklassen 200 und 300 – Inbetriebnahme soll bereits Mitte 2014 erfolgen
Wien (siemens) - Siemens Metals Technologies hat von der chinesischen Beihai Chengde Stainless Steel Co. (Beihai Chengde) den Auftrag erhalten, für das Werk in Chengde, Provinz Gunagxi, eine fünfgerüstige kontinuierliche Tandemkaltwalzstraße vom Typ Power X-Hi sowie eine Laserschweißanlage zu liefern. Die Walzstraße hat eine Kapazität von 600.000 Jahrestonnen Kaltband und soll AISI-Güten der Klassen 200 und 300 produzieren. Das Auftragsvolumen liegt im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Inbetriebnahme der neuen Walzstraße ist für Mitte 2014 geplant. Dies ist der dritte Auftrag aus China über eine Power-X-Hi-Walzstraße für Edelstähle.

Beihai Chengde ist im Nickelbergbau und in der Produktion von Edelstahl-Schmalband aktiv. Mit dem neuen Kaltwalzwerk will das Unternehmen in die Erzeugung von Breitband einsteigen. Bereits 2014 soll die Gesamterzeugung von Edelstählen 1,6 Millionen Jahrestonnen erreichen und im Endausbau 2015 vier Millionen Tonnen im Jahr betragen.

Die kontinuierliche Walzstraße wird warmgewalzte, geglühte und gebeizte Edelstähle verarbeiten. Bei Eintrittsdicken zwischen 1,0 und 5,0 Millimetern lassen sich Austrittsdicken von 0,3 bis 3,0 Millimetern erzielen. Die Breite des Bandes variiert zwischen 800 und 1.300 Millimetern.

Das Kaltwalzwerk besteht aus drei Hauptsektionen, die jeweils durch einen Bandspeicher getrennt sind. Die Einlaufsektion umfasst eine Station mit zwei Abhaspeln mit axialem Spreizdorn, jeweils inklusive Bundlager und Bundwagen, sowie Maschinen zum Öffnen der Bunde und zum Richten und Besäumen des Bandes. Daran schließt sich eine Siemens-Laserschweißanlage vom Typ LW21H mit Bandzentrierung an, die mit Diagnosesystemen ausgestattet ist.

Die eigentliche Walzlinie besteht aus fünf Gerüsten vom Typ Power X-Hi mit leistungsfähigen Bandspanneinrichtungen und einer Spülanlage zur Entfernung der Walzemulsion von der Bandoberfläche. Die Walzgeschwindigkeit liegt bei 400 Metern pro Minute. Die Walzgerüste sind für einen fliegenden Walzenwechsel ausgelegt, so dass die Produktion für den Austausch der Arbeitswalzen nicht unterbrochen werden muss. Dies erhöht die Produktivität und reduziert Ausbringungsverluste.

Zur Austrittssektion gehören eine Spannvorrichtung, eine Inspektionsstation, eine rotierende Schere, Maschinen zum Schrottschneiden und zur Probenentnahme, zwei Aufhaspel, eine Umreifungsmaschine, ein Bundentladewagen sowie das Bundlager. Der Bandspeicher zwischen Walzlinie und Austrittsektion entkoppelt den Walzvorgang von nachfolgenden Aktivitäten wie Bandinspektion oder Beschnitt. Diese sind also keine limitierenden Faktoren für den Durchsatz der Walzlinie mehr.

Der Lieferumfang umfasst auch drehzahlgeregelte Sinamics-Antriebe mit einer Gesamtleistung von 22.000 Kilowatt sowie die Basis- und Prozessautomatisierung. Für Bedien- und Beobachtungsaufgaben kommt eine Simatic-WinCC-basierte Lösung zum Einsatz, die auch eine Überwachung der Anlage von verschiedenen Orten aus ermöglicht und über komfortable Diagnose- und Alarmierungsfunktionen verfügt.

 

 

 

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