ERC Advanced Grant für
 Informatikerin Monika Henzinger

 

erstellt am
30. 07. 13
14.00 MEZ

Wien (universität) - Monika Henzinger, Professorin für Computational Science – Algorithmik und Informations- und Kommunikationstechnologie an der Fakultät für Informatik, erhält einen mit rund 2,4 Mio. Euro dotierten ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates. Somit sind seit 2007 bereits 21 ERC-Förderungen an SpitzenforscherInnen der Universität Wien gegangen.

Die Förderung von grundlagenorientierter Pionierforschung ist einer der Schwerpunkte der Europäischen Union. Dafür wurde der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) geschaffen. Der ERC Advanced Grant ist die wichtigste europäische Forschungsförderung und unterstützt Projekte mit hohem Potenzial für Innovationen; er wird durch ein internationales Gutachtergremium mit renommierten ExpertInnen vergeben.

Algorithmische Forschung mit Anwendungen in der Computational Science
"Algorithmen sind Kochrezepte für Computer, die dem Rechner in den verschiedensten Programmiersprachen mitgeteilt, d.h. implementiert, werden können", erklärt Monika Henzinger. "Für jede Aufgabe, die ein Computer erledigen soll, braucht er ein passendes Kochrezept. Manche Algorithmen erledigen die Aufgabe schneller, andere langsamer, manche brauchen mehr Speicherplatz, andere weniger. Das Ziel der Algorithmenforschung ist es, möglichst effiziente, d.h. je nach Anwendung entweder möglichst schnelle oder möglichst speicherplatzsparende, Algorithmen zu entwickeln." Das Gebiet der Computational Science bietet dabei ein reiches Anwendungsgebiet, da dort viele neue und häufig komplizierte Aufgaben erledigt werden müssen. Computational Science ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet der Biologie, Chemie, Physik, angewandten Mathematik und Informatik. Im Mittelpunkt steht der Computer, der eingesetzt wird, um ein Problem zu lösen oder einen Prozess zu simulieren.

Beim aktuellen Forschungsprojekt ist das Ziel, effizientere Algorithmen für Aufgaben, die auf graphalgorithmischen Problemen beruhen, zu entwickeln und diese dann in konkreten Anwendungen umzusetzen. Die Informatikerin arbeitet schon jetzt an Anwendungen in der Biologie, der Computerverifikation, d.h. der automatischen Überprüfung der Korrektheit von Programmen, sowie im Internetwerbegeschäft. Die Entwicklung von weiteren Anwendungen speziell in der Computational Science ist eines der Ziele von Monika Henzinger, denn für sie ist die computergestützte Forschung vor allem ein praktisches Werkzeug: "Die Naturwissenschaften profitieren von der Informatik und umgekehrt. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse beeinflussen unser Weltverständnis. Das Spannende darin ist, dass wir Computer benützen, um die Welt besser zu verstehen."

Über Monika Henzinger
Monika Henzinger ist seit 2009 Professorin für Computational Science – Algorithmik und Informations- und Kommunikationstechnologie an der Fakultät für Informatik der Universität Wien. Sie studierte Informatik an der Universität des Saarlandes, 1989 Diplom. 1989-92 Doktoratsstudium, Princeton University. 1993 Postdoc NEC Research Center, 1993-95 Assistent Professor for Computer Science, Cornell University. 1996-99 Researcher, Digital Equipment Corporation Systems Research Center. 1999 Professur an der Universität des Saarlandes. 2000-04 Director of Research, Google Inc. 2005-09 Informatikprofessur an der EPFL, Lausanne, Schweiz. Seit 2010 ist Monika Henzinger Mitglied der "Jungen Kurie" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Im Januar 2013 erhielt sie ein Ehrendoktorat der TU Dortmund.

Elfter ERC Advanced Grant – insgesamt bereits 21 ERC Grants für die Universität Wien
Monika Henzinger ist die elfte Forscherpersönlichkeit der Universität Wien, die einen ERC Advanced Grant erhält. Diese seit 2007 vergebene Forschungsförderung ging ebenso an Walter Pohl (Geschichte), Gerhard J. Herndl (Meeresbiologie), Herlinde Pauer-Studer (Philosophie), Tecumseh Fitch (Kognitionsbiologie), Michael Wagner (Mikrobielle Ökologie), Anton Zeilinger und Markus Arndt (Physik), sowie Adrian Constantin, Walter Schachermayer und Ludmil Katzarkov (alle Mathematik). Dank zehn weiterer ERC Starting Grants für NachwuchswissenschafterInnen hält die Universität Wien nunmehr bei 21 ERC Grants.

 

 

 

Informationen: http://erc.europa.eu/advanced-grants

 

 

 

 

 

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