Schmied: Etappe auf dem Weg zur Gemeinsamen Schule

 

erstellt am
23. 08. 13
14.00 MEZ

Zweites bildungspolitisches Sommergespräch mit Schul- und Elternvertreterinnen über Erfolge der NMS und politischen Ausblick
Wien (sk) - Bildungsministerin Claudia Schmied hat am 23.08. beim zweiten bildungspolitischen Sommergespräch über "Die Neue Mittelschule als Meilenstein am Weg zur Gemeinsamen Schule" informiert. Schul- und Elternvertreterinnen sowie ein Vertreter der Schulaufsicht berichteten über ihre positiven Erfahrungen mit der NMS. Im Gespräch mit den PraktikerInnen sollten Schlüsse gezogen werden, wie es gelingen kann, "dass aus guten Beispielen der Standard wird". Für Ministerin Schmied ist die Neue Mittelschule ein "Herzensanliegen" und "Etappe am Weg zur Gemeinsamen Schule". Nachdem zu Beginn nur zehn Prozent der Standorte je Bundesland zu NMS umgewandelt werden durften, "haben wir heute das Ziel, die NMS flächendeckend einzuführen. 2015/16 wird es 1.183 Standorte geben", erläuterte Schmied. "Damit werden durch das Teamteaching 3.900 neue Arbeitsplätze geschaffen."

Auf Druck der Bundesländer, die das Angebot sehr gut aufgenommen hatten, wurde die Zehn-Prozent-Beschränkung aufgeweicht. Die Curricula der Pädagogischen Hochschulen seien ebenso schon auf die neue Lehrkultur ausgerichtet. "Ziel ist es, die Gemeinsame Schule zu verwirklichen. So weit wie jetzt waren wir noch nie", erinnerte Schmied an die West-Achse von ÖVP-Landespolitikern, die sich hierzu positiv geäußert hatten. Wesentlich sei es auch, die Eigenverantwortung der Standorte zu stärken und standortbezogene Förderkonzepte auch an den Volksschulen einzuführen. Die Pädagoginnenbildung NEU werde das Projekt der NMS begünstigen, ebenso das neue Lehrerdienst- und Besoldungsrecht: "Die gleiche Ausbildung rechtfertigt die gleiche Bezahlung", sagte Schmied.

"Die NMS ist eines der größten Schulentwicklungsprojekte der Zweiten Republik", sagte die Bildungsministerin. Sie ermögliche eine neue Lehr- und Lernkultur, die SchülerInnen würden in den Mittelpunkt gerückt, Wertschätzung und eine Kultur des Gelingens stünden im Vordergrund. Kritik an der NMS, sie führe zu einem "Einheitsbrei", wies Schmied entschieden als Diskreditierung zurück: "Es gibt sehr wohl eine Differenzierung, und zwar nach Potential und Individualität der Kinder, aber nicht nach dem Einkommen der Eltern", hob Schmied die Chancengerechtigkeit durch die NMS hervor. Mit der NMS sei es gelungen, "das Feuer auf allen Ebenen neu zu entfachen", das "Wollen" in den Vordergrund zu stellen und das "Abarbeiten" von Aufgaben zu überwinden. Schüler würden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, das Sichtbarmachen von Erfolgen sei Motivator auch für Fächer, die den Schülern nicht so gut liegen.

Johanna Schwarz, Direktorin der Pionier-NMS Mattersburg, Zita Schatzl, Direktorin der NMS Himberg - beides mehrfach ausgezeichnete Schulen - und Nicole Kalteis, Lehrerin und Mutter einer Schülerin an der NSM Himberg, sowie Bezirksschulinspektor Martin Kirchmayer berichteten beim Sommergespräch von ihren guten Erfahrungen. Alle zeigten große Begeisterung für die NMS. Besonders das Teamteaching, das ein besonderes Eingehen, Fördern und Fordern von Schülerinnen und Schülern ermöglicht, wurde von den PraktikerInnen befürwortet - und auch die Tatsache, dass das Kind im Mittelpunkt steht und nicht mehr in Leistungsgruppen schubladisiert wird. Umfassende Angebote für die Kinder, die Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräche, die Vernetzung mit Vereinen und Beratungsangebote wurden als besondere Vorteile der NMS erwähnt. Mit der NMS erreichen mehr Schüler die Berechtigung für weiterführende Schulen als früher. Das methodische Repertoire wurde erweitert, man agiere im Unterricht flexibler. Positiv sei, dass mehrere Großprojekte in dieser Leglislaturperiode gleichzeitig bearbeitet wurden, u.a. die Lehrerausbildung NEU und die Bildungsstandards.

 

 

 

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