StR Ludwig: Drei Grätzel im Fokus der Stadterneuerung

 

erstellt am
14. 10. 13
15.00 MEZ

Sanierungsschwerpunkte mit insgesamt 34 Baublöcken und 400 Liegenschaften im 10., 17. und 20. Bezirk
Wien (rk) - Bei den Blocksanierungen in den Bereichen der Klosterneuburger Straße in der Brigittenau, dem Kretaviertel in Favoriten sowie der Haslingergasse in Hernals startet nun die Umsetzung. "Die Fördermittel der Stadt Wien bieten dabei entscheidende Anreize für die Revitalisierung und Aufwertung der Grätzel", so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

"Blocksanierungen sind ein wichtiges und bewährtes Instrument der erfolgreichen ,Sanften Stadterneuerung' in Wien. Ziel der Blocksanierung ist es immer, durch eine Kombination von verschiedenen Maßnahmen - die Revitalisierung alter Bausubstanz, Schaffung von Frei- und Grünflächen, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, aber auch die Erneuerung von Infrastruktur im weitesten Sinne - eine schrittweise Aufwertung eines Gebiets auszulösen", betont der Wiener Wohnbaustadtrat und Präsident des wohnfonds_wien.

"Vor allem Bezirk, wohnfonds_wien, die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung sowie die mit dem Blocksanierungskonzept beauftragten Architektinnen und Architekten arbeiten dabei eng zusammen. Denn einerseits sollen möglichst viele private Hauseigentümerinnen und -eigentümer für eine geförderte Sanierung ihres Hauses gewonnen, andererseits aber auch Maßnahmen gesetzt werden, die insgesamt die Lebensqualität im Viertel steigern", erklärt Ludwig.

Jährlich stehen in Wien im Durchschnitt in etwa 200 Mio. Euro an Fördermitteln für Sanierungen bereit, mit denen Häuser mit rund 10.000 Wohneinheiten erneuert werden. "Wien unterstützt die Revitalisierung von Wohnhäusern mit dem bundesweit attraktivsten Fördermodell. Dazu zählt auch die Blocksonderförderung, durch die städtebauliche Strukturverbesserungen unterstützt werden. Mit ,Thewosan plus' steht zudem seit kurzem eine zusätzliche Förderschiene für die Schaffung von neuem Wohnraum im Rahmen von Sanierungen zur Verfügung", betonte er.

Bei den drei neuen Blocksanierungsgebieten im 10., 17. und 20. Bezirk sind die Vorarbeiten nun abgeschlossen und die Blocksanierungskonzepte fertiggestellt. "Nun geht es um die Umsetzung der Ziele. Die Bewohnerinnen und Bewohner, Hauseigentümerinnen und -eigentümer sowie Wirtschaftstreibenden in den Blocksanierungsgebieten sind dazu eingeladen, dabei mitzuwirken und Ideen für die Entwicklung ihre eigenen Liegenschaften, aber auch für die Zukunft des gesamten Grätzels einzubringen", hebt Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig hervor.

Die Blocksanierungsgebiete im Überblick:

1) Blocksanierungsgebiet Klosterneuburger Straße

  • * 12 Baublöcke, 148 Liegenschaften
  • * Gebiet: zwischen Donaukanal/Brigittenauer Lände und der Jägerstraße nördlich der Wallensteinstraße
  • * Struktur: überwiegend ruhiges Wohngebiet in typisch gründerzeitlicher Rasterbebauung; zum Hannovermarkt bzw. zur Jägerstraße hin gewerbliche Nutzungen sowie teils wenig genutzte Betriebsgebäude und -hallen

Ziele: Ziele der Blocksanierung - für das Konzept zeichnet Architekt DI Helmut Pointner verantwortlich - sind neben verstärkten ökologischen Wohnhaussanierungen mit Strukturverbesserungen (z.B. Innenhof- und Dachbegrünungen und die nachträgliche Errichtung von Balkonen) eine funktionierende Nutzungsmischung in den Erdgeschoßzonen sowie die Attraktivierung der Wallensteinstraße durch Kooperation mit dem Einkaufsstraßenmanagement und der Wirtschaftskammer. Auch die Schaffung von neuem Wohnraum ist ein zentrales Thema - das Potential für Aufstockungen, Dachgeschoßaus- bzw. -zubauten ist speziell an den Gebietsrändern und den Haupterschließungsstraßen gegeben. Im öffentlichen Raum sollen Verbesserungen durch attraktive Wege zwischen Bezirkszentrum und Hannovermarkt sowie den Naherholungsgebieten Augarten und Donaukanal gesetzt werden. In Fortsetzung der Umgestaltung des Hannovermarktes sollte das direkte Marktumfeld attraktiver gestaltet werden.

2) Blocksanierungsgebiet Kretaviertel

  • * 8 Baublöcke, 79 Liegenschaften
  • * Gebiet: die sogenannte "Kreta", erstreckt sich im Wesentlichen zwischen der Quellenstraße und der Gudrunstraße, am Ende der Schienentrasse des neuen Hauptbahnhofs
  • * Struktur: Gründerzeitbauten sowie noch unsanierte Bauten der Zwischen- und Nachkriegszeit; Baulücken; bebaute Liegenschaften, die aufgrund der bestehenden Flächenwidmung eine Bebauung mit einer höheren Bauklasse zulassen, sowie betrieblich genutzte Liegenschaften

Ziele: Alt und Neu werden gemeinsam gedacht: Parallel zur Errichtung des neuen Hauptbahnhofs und des Sonnwendviertels werden auch Stadterneuerungsprojekte wie die Aufwertung des Kretaviertels forciert. Ziele der Blocksanierung - für das Konzept zeichnet die ARGE Christiane Feuerstein und Franz Denk verantwortlich - sind verstärkte thermisch-energetische Wohnhaussanierungen im Zusammenhang mit Strukturverbesserungen (z.B. die Verbesserung der Belichtungsverhältnisse, Innenhofbegrünungen), eine funktionierende Nutzungsmischung in den Erdgeschoßzonen sowie die Attraktivierung der Quellenstraße für FußgängerInnen.

3) Blocksanierungsgebiet Haslingergasse

  • 14 Baublöcke, 173 Liegenschaften
  • Gebiet: nördlich der Ottakringerstraße bis Parhamerplatz bzw. Geblergasse
  • Struktur: charakteristisch für Baublöcke im Bereich des äußeren Gürtels; Gründerzeitbauten, aber auch große Anzahl an unsanierten Bauten der Nachkriegszeit, Baulücken; bebaute Liegenschaften, die aufgrund der bestehenden Flächenwidmung eine Bebauung mit einer höheren Bauklasse zulassen, sowie eine große Zahl kleiner Betriebe in den Höfen

Ziele: Ziele der Blocksanierung - für das Konzept zeichnet die ARGE Valerie Aschauer, Maria Langthaller, Azita P. Goodarzi und Johanna Rainer verantwortlich - sind neben der Forcierung der geförderten Wohnhaussanierung in Kombination mit städtebaulichen Strukturverbesserungen (z.B. die Lösung des Schallproblems entlang der Ottakringer Straße durch gezielte Umbauten) auch eine Verbesserung der Nutzungsdurchmischung. Zu den Maßnahmen im öffentlichen Raum zählen die Weiterführung des Grünraums des Lorenz-Bayer-Parks in Richtung Osten, die Schaffung eines Parks (Haslingergasse 36 und 38), die Verkehrsberuhigung der Steinergasse sowie die Begrünung und Bepflanzung der Ottakringer Straße.

Service/Beratung
Die MitarbeiterInnen des wohnfonds_wien beraten interessierte HauseigentümerInnen, beauftragen und koordinieren alle Blocksanierungsaktivitäten und betreuen die einzelnen Projekte während der gesamten Verfahrensdauer.

GB*
Die neun Gebietsbetreuungen Stadterneuerung (GB*) stehen an zwölf Standorten und drei Außenstellen MieterInnen, HauseigentümerInnen und Gewerbetreibenden mit einem umfassenden Angebot an Beratung und Information zu Sanierungen zur Verfügung. Die Kontaktdaten aller Gebietsbetreuungen sowie die Öffnungszeiten der Außenstellen sind unter http://www.gbstern.at abrufbar.

Alle wichtigen Informationen zum Thema bietet auch die kostenlose Broschüre "Blocksanierung - Wege zu mehr Lebensqualität", die beim wohnfonds_wien angefordert werden kann.

 

 

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Informationen: http://www.wohnfonds.wien.at

 

 

 

 

 

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