Kapsch: Reformen in Österreich? Geht DOCH!

 

erstellt am
10. 10. 13
15.00 MEZ

JEDE Regierung muss rasch und entschlossen HANDELN – Stehen vor Richtungsentscheidung – Staat auf Kernaufgaben zurückführen – IV-GS Neumayer: IV-Kommunikationsinitiative „Geht nicht? Geht DOCH!“ startet
Wien (pdi) - „Die Wahlen sind vorbei, die Herausforderungen sind geblieben“, so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, am 10.10. anlässlich der Präsentation der IV-Forderungen an eine neue Bundesregierung sowie der Vorstellung der begleitenden Herbstinitiative „Geht nicht? Geht DOCH!“, die am 11.10. bundesweit medial starten wird. „Österreich ist vor allem dank seiner gesunden industriellen Basis gut durch die Krise gekommen – allerdings mehren sich die Alarmsignale. Das heißt, jede neue Regierung muss die Zivilgesellschaft einbinden und rasch sowie entschlossen handeln“, so Kapsch, der darauf verwies, dass Österreich in den vergangenen Jahren in Bezug auf seine Wettbewerbsfähigkeit in vielen Bereichen an Boden verloren habe. „Dies bedeutet nicht unbedingt, dass wir schlechter, sondern dass andere Länder einfach besser geworden sind – die Konkurrenz schläft nicht! Österreich hat zu wenig getan, während andere gehandelt haben“, betonte Kapsch.

Kapsch: Wollen nicht mehr hören, was nicht geht
„Wir wollen daher jetzt, nach geschlagener Wahl, von der Politik nicht mehr hören, was alles nicht geht. Wir wollen endlich hören, was geht! Jede neue Bundesregierung ist dringend gefordert, eine umfassende Reformagenda und eine standort- und beschäftigungspolitische Offensive umzusetzen.“ Die wichtigsten strukturellen Defizite seien seit Jahren bekannt, Konzepte gebe es ebenfalls genug. Nun gelte es, endlich an die Umsetzung zu gehen. „Wir können es uns nicht erlauben, weiter in Untätigkeit zu verharren oder zu langsam umzusetzen“, wie der IV-Präsident betonte: „Wir stehen vor einer wichtigen Richtungsentscheidung: Wollen wir in der Mittelmäßigkeit verharren und womöglich sogar weiter absteigen, oder wollen wir uns ambitionierte Ziele setzen und zur Weltspitze gehören.“

Im Zentrum: Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, Arbeitsplätze
Im Zentrum aller Anstrengungen müsse eines stehen: „Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, Arbeitsplätze – das und nichts anderes ist der Schlüssel dafür, dass wir unseren Sozialstaat finanzieren und damit unser System der sozialliberalen Marktwirtschaft erhalten können“, betonte Kapsch. Jobs sichern bzw. neue Jobs schaffen könnten aber eben nur die Unternehmen. „Dafür brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen wie Freiheit für unternehmerisches Denken und Handeln, statt überbordender teurer Bürokratie und Verwaltung. Der Staat soll sehr wohl regulieren, aber nicht reglementieren.“ Der Staat sollte daher auf seine Kernaufgaben reduziert werden. Zudem brauche es einen Perspektivenwechsel: „Wir müssen weiter denken, als nur bis zum nächsten Wahltermin.“ Neue Schulden seien aus Rücksicht auf die kommenden Generationen daher ebenso ein absolutes No-Go wie neue Steuern – „Wir sind bereits Höchststeuerland und Umverteilungsweltmeister“, wie Kapsch betonte. Der Faktor Arbeit müssen entlastet, mehr in Bildung investiert und die heimische Verwaltung endlich auf den Prüfstand gestellt werden. „Die Herausforderungen sind groß. Diesen muss sich die Politik mit Mut, Tatkraft und Entschlossenheit stellen. Daran wird jede künftige Bundesregierung und vor allem der Standort Österreich in Zukunft noch mehr als heute gemessen werden“, unterstrich der IV-Präsident.

Neumayer: Bevölkerung will Veränderungen
„Manch einer versucht, das Wahlergebnis dahingehend zu interpretieren, dass Reformpolitik vom Wähler abgestraft werde“, so IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer. „Solchen Mythen ist entschieden entgegenzutreten. Ganz im Gegenteil, zeigt das Ergebnis doch, dass der alte Trott nicht mehr gewollt wird. Auch Umfragen zeigen deutlich: Die Menschen wollen, dass endlich mehr passiert. Aber sie wollen auch abgeholt werden.“ So fordern laut einer aktuellen GfK-Umfrage 81 Prozent der Bevölkerung Vereinfachungen in der Verwaltung, die als Hindernis für die Unternehmen gesehen wird. 82 Prozent sind für mehr Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation. „Dazu müssen wir uns aber durch ausgabenseitige Reformen den nötigen Budgetspielraum schaffen. Geht nicht? Geht DOCH!“, wie Neumayer betonte.

Internationale Beispiele zeigen: Geht DOCH!
„Die Industrie hat sich daher entschlossen, eine Initiative zu starten, die anhand internationaler Beispiele aufzeigt, dass Herausforderungen sehr wohl lösbar sind, wenn eine Regierung den Mut aufbringt, Reformen durchzusetzen. Die USA habe mit einer ambitionierten

(Re-)Industrialisierungspolitik, etwa durch weniger Regulierung oder günstige Energiepreise, dafür gesorgt, dass sich Unternehmen wieder an den Standort ansiedeln bzw. an diesen gebunden bleiben. Dänemark etwa habe seine 275 staatlichen Kommunen durch Zusammenlegungen strukturell reformiert und auf 98 reduziert. In Österreich könnten solche und ähnliche Maßnahmen bis zu drei Milliarden Euro einbringen. „Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge liegen in Österreich mit 48,4 Prozent weit über dem OECD-Durchschnitt von nur 35,2 Prozent“, so Neumayer weiter. In der Schweiz seien die Arbeitszusatzkosten nur halb so hoch und 80 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Arbeit – in Österreich dagegen nur 72 Prozent. Das Beispiel USA und Kanada zeige wiederum, dass hohe Vermögensteuern nicht zu mehr Verteilungsgerechtigkeit führen – ganz im Gegenteil. Dagegen würden die skandinavischen Länder beweisen, dass Verteilungsgerechtigkeit ohne Vermögensteuern sehr wohl möglich sei. Thema Bildung: Dank großzügiger Investitionen, kleinerer Schulklassen und eines effizienten Schulsystems gehöre das finnische Bildungssystem zu den besten der Welt. „Über sechs Prozent des BIP fließen in Finnland in die Bildung, wobei der Großteil auch direkt im Klassenzimmer ankommt – in Österreich kommt dort nur jeder zweite Euro an, der für das Bildungssystem ausgegeben wird“, so der IV-Generalsekretär weiter. Bei der Senkung der Abgabenquote zeige das Beispiel Deutschland, was möglich sei, „wenn man denn nur will: In den 2000er Jahren hat Deutschland wichtige Sozialreformen umgesetzt. Zusätzlich wurde die Budgetkonsolidierung dort nach 2009 viel stärker ausgabenseitig ausgerichtet als bei uns“, so Neumayer.

Einsatz neuer Kommunikationsformen
„Mit diesen und mehr Beispielen werden wir in der nächsten Zeit bundesweit präsent sein. Wir wollen Bewusstsein schaffen. Dafür, was andere Länder geschafft haben. Warum sollten wir in Österreich nicht zu Ähnlichem fähig sein?“, so Neumayer, der weiter ausführte: „Wir sind überzeugt: Wenn der Wille, der Mut und die Entschlossenheit da sind, lässt sich jedem ‚Geht nicht?‘ ein ‚Geht DOCH!‘ gegenüberstellen. Ins öffentliche Bewusstsein gerufen wird dies ab 11. Oktober durch bundesweite Einschaltungen in Printmedien auf nationaler, Landes- sowie regionaler Ebene sowie durch den starken Einsatz moderner Kommunikationsformen im Bereich der Sozialen Netzwerke, durch mobile Fassaden-Projektionen („Flying Media“), Straßen-Beklebungen an stark frequentierten Plätzen Wiens, Filmen mit „Geht DOCH!“-Beispielen aus IV-Mitgliedsbetrieben sowie Mobile-App’s.

„Die Industrie ist der Motor der heimischen Wirtschaft und integraler Bestandteil der Gesellschaft. Unseren Erfolg als Land haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Unternehmerinnen und Unternehmer gemeinsam erarbeitet. Jetzt ist es hoch an der Zeit, auch gesamtgesellschaftlich eine solche gemeinsame Anstrengung zu unternehmen, um Österreich wieder zukunftsfit zu machen. Das wollen wir unterstreichen und JEDER künftigen Bundesregierung mit auf den Weg geben“, sagte der IV-Generalsekretär.

 

 

 

Informationen: http://www.geht-doch.at

 

 

 

 

 

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