Düstere Erinnerungen an die Bahn

 

erstellt am
15. 10. 13
15.00 MEZ

Eine Ausstellung im GrazMuseum gibt erstmals Einblicke
Graz (stadt) - Am 29. Oktober haben Sie die Möglichkeit, bei freiem Eintritt und im Rahmen einer kostenlosen Spezialführung (die von 10 bis 16 Uhr stündlich angeboten wird) die Ausstellung "Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich" anzusehen. Die Ausstellung beleuchtet erstmals die Rolle der Bahn in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie thematisiert jene Zeit, in der die Österreichischen Bundesbahnen (damals BBÖ) Teil der Deutschen Reichsbahn waren, in der die Bahn eine der wichtigsten Stützen des nationalsozialistischen Staates war. Denn ohne Bahn als Transportmittel waren die Kriegslogistik der deutschen Wehrmacht und die Massentransporte in die Vernichtungslager nicht machbar gewesen. Gezeigt werden auch die Rolle der Bahnbediensteten, die Bahn als Transportmittel für die Emigration, die Zwangsarbeit bei der Bahn und der Widerstand von Bahnbediensteten gegen das NS-Regime, den sie nicht selten mit dem Leben bezahlten.
„Verdrängte Jahre" ist eine Ausstellung der ÖBB.

Projektleitung: Traude Kogoj; Wissenschaftliche Beratung: Oliver Rathkolb; Ausstellungskonzeption: Milli Segal

Auch an anderen Tagen gibt es kostenlose Veranstaltungen:
• Mittwoch, 30. Oktober 2013, 18 Uhr
Will sich Graz 2014 noch eine Conrad von Hötzendorf-Straße leisten?
Podiumsdiskussion und Buchpräsentation über k.u.k. Generalstabchef Conrad von Hötzendorf: "Kriegstreiber" vs. "Feldherrngenie".
GrazMuseum, Vortragssaal, Sackstraße 18, 8010 Graz.


• Donnerstag, 31. Oktober 2013
Im Rahmen des Aktionstages 2013 „Hunger auf Kunst & Kultur":

360GRAZ | Die Stadt von allen Zeiten - Führung (10.30 Uhr)
Wir zeigen Ihnen eine Stadt, die Sie noch nicht kennen. Geschichte wird gedreht und gewendet und neu zusammengesetzt.

Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich - Workshop (15 Uhr)
Anhand von Zeitungsinseraten, Zeitzeugenberichten, Fotodokumenten und Erinnerungsgegenständen beschäftigen sich die TeilnehmerInnen mit ausgewählten Aspekten des Holocausts und analysieren die Form der musealen Darstellung.
Voranmeldung bitte unter: +43 316 82 71 22 oder info@culture-unlimited.com


Weitere Termine:
Mittwoch, 16. Oktober 2013, 10 Uhr | 11.30 Uhr | 14 Uhr
Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich
Kuratorinnenführung mit Milli Segal

Sonntag, 20. Oktober 2013, 15 Uhr
Immer wieder sonntags
Führung durch die neue Ausstellung „Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich"

Dienstag, 22. Oktober 2013, 19 Uhr
Sabotage und Solidarität
Der Widerstand bei der Bahn in der Steiermark
Bereits sehr früh regte sich auf den Bahnhöfen und den Werkstätten der Bahn in der Steiermark Widerstand gegen das NS-Regime. Widerstand hatte bei der Bahn eine lange Tradition: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Steiermark immer wieder Streiks und Protestmaßnahmen und auch Solidarität mit den Verfolgten. Dies blieb auch nach dem „Anschluss" 1938. Im Rahmen der „Roten Hilfe" wurden die Familien der verfolgten Eisenbahner unterstützt und bald schon wurde mit Sabotageaktionen gegen Kriegstransporte begonnen. Das NS-Regime reagierte darauf mit besonderer Härte: Über 60 steirische Eisenbahner wurden zum Tode verurteilt oder kamen in den Konzentrationslagern um.
Dr. Heimo Halbrainer (Historiker, Graz)
Eine Kooperation von CLIO Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit und dem GrazMuseum

Samstag, 26. Oktober 2013, 10 - 17 Uhr
Am Nationalfeiertag ins GrazMuseum
Spezialführungen
Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich (10 und 11 Uhr)
Stadtgeschichte und ich. Für Kinder von 6 bis 12 Jahren (10.30 - 12 Uhr)
360GRAZ | Die Stadt von allen Zeiten (11 und 15 Uhr)
Apothekenmuseum (15 Uhr)

Sonntag, 27. Oktober, 15.00 Uh
Immer wieder sonntags
Überblicksführung durch die historische Ausstellung „360GRAZ | Die Stadt von allen Zeiten"

Dienstag, 29. Oktober 2013, 19 Uhr
Verfolgung - Flucht - Deportation
Die Eisenbahn und die Schattenseite der Moderne
Die Eisenbahn steht für Moderne und Modernisierung. Bahnhöfe werden im langen 19. Jahrhundert zu Fenstern in die weite Welt, in dem ferne Destinationen plötzlich auch für das Bürgertum in erreichbare Nähe rücken. Der Bahnbau steht für den Fortschritt in Belangen der Ingenieurskunst ebenso wie für die Industrialisierung. Mit der Eisenbahn sind aber unmittelbar auch die Schattenseiten der Moderne verbunden. Ohne sie ist der moderne Krieg nicht vorstellbar. Erst durch die Bahn war es möglich Kriegs- und „Menschen"-Material in bislang unbekannten Dimensionen an die Fronten zu liefern. Und ohne Bahn ist letztlich auch der industrielle Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden nicht vorstellbar.
Dr. Gerald Lamprecht (Historiker, Graz)
Eine Kooperation von CLIO Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit und dem GrazMuseum

 

 

 

Informationen: http://www.grazmuseum.at/

 

 

 

 

 

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