Kulturpreise des Landes verliehen

 

erstellt am
23. 10. 13
14.00 MEZ

Auszeichnungen für besondere kulturelle Leistungen; Komturkreuz für Lebenswerk an langjährigen Kulturzentren-GF Josef Wiedenhofer
Eisenstadt (blms) - Die Kulturpreise des Landes Burgenland überreichten Landeshauptmann Hans Niessl und Kulturlandesrat Helmut Bieler am 21.10. im Rahmen eines Festaktes im Kultur- und Kongresszentrum Eisenstadt an sechs Persönlichkeiten, die besondere Leistungen im Bereich Kultur erbracht haben. Neben Landesrat Andreas Liegenfeld – in Vertretung von Landeshauptmann Stellvertreter Mag. Franz Steindl -, Landesrat Dr. Peter Rezar, LAbg. Vizebürgermeister Günter Kovacs, Landespolizeidirektor Mag. Hans Peter Doskozil und ORF-Landesdirektor Karlheinz Papst wohnten zahlreiche Vertreter und Gäste aus Kultur, Politik und dem öffentlichen Leben der Feier bei. WHR Dr. Josef Wiedenhofer, langjähriger Geschäftsführer der Kulturzentren des Landes, erhielt in Anerkennung seiner Verdienste um die Kultur das Komturkreuz des Landes Burgenland.

In sechs Kategorien wurden in diesem Jahr Preise für besondere kulturelle Leistungen für das Burgenland vergeben. Die diesjährigen Preisträger sind:

Prof. Karl Messner, der den Würdigungspreis für Musik entgegennehmen durfte. Der 1921 in Neunkirchen geborene Musikpädagoge erwarb sich als Leiter der Musikschule Oberwart und als Landeskapellmeister des Burgenländischen Blasmusikverbandes ebenso große Anerkennung wie als Komponist von Werken für Orchester-, Kammer- und Blasmusik.

Erwin Moser, 1954 in Wien als Sohn burgenländischer Eltern geboren, erhielt den Würdigungspreis für Literatur und Publizistik. Der ausgebildete Schriftsetzer und Grafiker veröffentlichte mehr als hundert von ihm geschriebene und illustrierte Bilder- und Kinderbücher, von denen zahlreiche in mehrere Sprachen übersetzt wurden. In Abwesenheit von Erwin Moser, der aufgrund seiner ALS-Erkrankung nicht teilnehmen konnte, nahm seine Frau Ruth Moser den Preis entgegen.

Josef Haubenwallner, 1949 geboren, gelernter Maurer, Steinmetz und Fliesenleger, erhielt für den Aufbau des mittlerweile international bekannten „Dorfmuseums Mönchhof“ den Würdigungspreis für Erwachsenenbildung und Volkskultur. Die anfänglich „ungeordnete Privatsammlung“ gestaltete er in knapp zwei Jahrzehnten zu einem vielbeachteten Freilichtmuseum, das anhand von mehr als 30 Bauten und unzähligen Alltagsgegenständen das Dorfleben von einst eindrucksvoll veranschaulicht.

WHR Prof. Dr. Gerald Schlag, 1941 in Wiener Neustadt geboren, in Hornstein aufgewachsen, erhielt den Würdigungspreis für Wissenschaft. Der studierte Historiker war in vielen Bereichen der Kulturabteilung des Landes führend tätig. Von 1990 bis zu seiner Pensionierung 2002 leitete er das Burgenländische Landesmuseum. Unermüdlich forschend, veröffentlichte Gerald Schlag zahlreiche Publikationen und vermittelte seine Forschungsergebnisse ebenso in Vorträgen, Radio- und TV-Sendungen und Schulungen.

Dem 1942 in Güssing geborenen Franz Vass wurde der Würdigungspreis für Bildende Kunst und Fotografie zuerkannt. Vass war bis zu seiner Pensionierung als Kunsterzieher tätig; in Unterrabnitz gründete er mit Harro Pirch, Rudolf Klaudus und Franz Erntl die Rabnitztaler Malerwochen und war bis 2001 künstlerischer Leiter des Kulturvereins Neumarkt an der Raab. Franz Vass zählt zu den bedeutendsten burgenländischen Künstlern seiner Generation.

Liz King, 1947 im englischen Salisbury geboren, erhielt den Würdigungspreis für Darstellende Kunst, Film und Video. Die an der Royal Ballet School ausgebildete Tänzerin und Choreografin gründete nach Tourneen rund um die Welt gemeinsam mit Max Biskup in Pinkafeld die „D.l.D. – Dance Identity“. Sie veranstaltet Programme in Schulen und im OHO – Offenes Haus Oberwart -, wo sie bei den jährlichen Tanztagen Profis und Amateure gleichrangig einbindet.

„Modellregion im Bereich der Kultur“
Kultur sei auch Gesellschaftspolitik; Kulturpolitik müsse Offenheit, Vielfalt, Innovation und Kreativität fördern, erklärte Landeshauptmann Hans Niessl in seiner Festansprache. Die Kulturverantwortlichen hätten den Rahmen vorzugeben, die Aufgabe der Kunst- und Kulturschaffenden sei es, diesen Rahmen mit Leben zu erfüllen. „Als Landeshauptmann bin ich stolz, dass wir im Burgenland sehr viele Persönlichkeiten haben, die diese Aufgabe herausragend erfüllen. Die heute Ausgezeichneten haben es mit ermöglicht, dass das Burgenland auch im Bereich der Kultur zu einer Modellregion geworden ist.“

"Kultur kennt keine Benchmarks"
Der wahre Wert von kultureller und wissenschaftlicher Leistung lasse sich nicht messen, er kenne keine Benchmarks, betonte Kulturlandesrat Helmut Bieler. „Es geht um bleibende Werte“. Kultur sei als Gesamtheit der menschlichen Bestrebungen zu sehen, die Lebensbedingungen und Lebensformen der Gesellschaft nach ethischen, ästhetischen und humanen Werten zu gestalten und zu verbessern. „Im Mittelpunkt der kulturpolitischen Bemühungen muss immer der Mensch stehen. Die heute ausgezeichneten Persönlichkeiten haben mit ihrem künstlerischen Schaffen unser Kulturleben und unsere Gesellschaft bereichert und sich ihre Ehrung redlich verdient“, so Bieler.

Seit 1975 wird vom Land Burgenland der Kulturpreis in verschiedenen Kategorien ausgeschrieben. 151 Preisträger – inklusive jener von 2013 – wurden seither für herausragende kulturelle, künstlerische und volksbildnerische Leistungen ausgezeichnet. Bis 1989 wurden die Preise jährlich, ab 1992 alle drei Jahre vergeben.

Komturkreuz an einen „Botschafter der burgenländischen Kulturszene“
Mit dem Komturkreuz des Landes Burgenland wurde WHR Dr. Josef Wiedenhofer für sein Lebenswerk geehrt. Der in Drassmarkt geborene Kulturmanager war 1981 in den Landesdienst eingetreten unter anderem als Geschäftsführer der Schloss-Spiele Kobersdorf, der Seefestspiele Mörbisch und der Schlossspiele Kobersdorf tätig. Besondere Verdienste erwarb sich Wiedenhofer als Geschäftsführer der Burgenländischen Kulturzentren, wo er für ein besonders umfassendes und hochstehendes Kulturprogramm verantwortlich zeichnete, und des Lisztfestivals Raiding, das sich unter seiner Leitung zu einem weit über die Grenzen des Landes hinaus angesehenen Festival entwickelte. Josef Wiedenhofer sei ein würdiger „Botschafter der burgenländischen Kulturszene“, sagte Landeshauptmann Hans Niessl.

 

 

 

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