BOKU erhält bedeutende Mineraliensammlung

 

erstellt am
06. 11. 13
14.00 MEZ

Wien (boku) - Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) erhält das Lapidarium der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz. Die Schenkungsurkunde wurde im Rahmen eines feierlichen Aktes am 04.11. von Rektor Prof. Dr. Martin Gerzabek und Abt Dr. Maximilian Heim im Stift Heiligenkreuz unterzeichnet.

Das „Lapidarium“ – eine von Pater Dominik Bilimek OCist (1813–1884) zusammengestellte Mineraliensammlung aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – besteht aus ca. 8000 Objekten wie etwa Mineralstufen, Gesteinen und Fossilien aus der Habsburgermonarchie und aus Mexiko. Die seit 1907 im „Steinarchiv“ des Klosters – einem mittelalterlichen Kellergewölbe – untergebrachte Sammlung wurde insbesondere durch das Hochwasser 2002 in Mitleidenschaft gezogen. ExpertInnen der BOKU bestimmen die Proben jetzt neu, katalogisieren sie und lassen die Steine nach sorgfältiger Reinigung in neuem Licht erstrahlen.

Die umfangreiche Sammlung ist historisch schon deshalb interessant, weil Kaiser Maximilian I. an ihr mitgewirkt hat. Der Kaiser von Mexiko begleitete Pater Bilimek des öfteren bei der Aufsammlung der Gesteine und Mineralien. Darüberhinaus ist die BOKU im Besitz der Mineraliensammlung seines Neffen, des Kronprinzen Rudolph. Die Sammlertätigkeit von Pater Anton Bilimek fällt zudem genau in die Gründungszeit der BOKU.

Abt Maximilian Heim entschloß sich zu der Schenkung, weil eine fachgerechte Aufbewahrung der Mineraliensammlung schon seit Jahrzehnten nicht mehr möglich war. Es ist den Zisterziensern von Heiligenkreuz ein Anliegen, dass die historische Steinsammlung, die freilich keine Edelsteine beinhaltet, erhalten bleibt und nach Möglichkeit einem öffentlichen Nutzen zugeführt wird.

„Für die BOKU ist es eine Ehre und Auszeichnung diese einmalige Sammlung übertragen bekommen zu haben. Neben den wissenschaftlichen Zielen streben wir auch an, Teile der Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“ betont BOKU-Rektor Martin Gerzabek.

Ausgewählte Stücke sollen aber nicht nur an der Universität für Bodenkultur zu sehen sein, sondern auch im Rahmen von Wanderausstellungen zeitweise wieder zurück nach Heiligenkreuz kommen.

Die ersten 1000 Minerale wurden im Rahmen einer Masterarbeit aufgearbeitet, die restlichen 6.000 bis 7.000 Objekte sollen im Rahmen einer naturwissenschaftlich-zeitgeschichtlichen Dissertation aufgearbeitet werden. Für diese Arbeit wird noch ein Sponsor gesucht.

 

 

 

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