Bundeskanzler Faymann und Wiens Stadtrat
 Ludwig ehren Ernst Nedwed

 

erstellt am
18. 11. 13
10.30 MEZ

Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik und Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold
Wien (sk) - Zum Auftakt der Bundeskonferenz der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/innen hat SPÖ-Vorsitzender, Bundeskanzler Werner Faymann den scheidenden Bundesvorsitzenden Ernst Nedwed mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich geehrt. In seiner Rede würdigte der Kanzler das langjährige politische Wirken Nedweds, insbesondere in der antifaschistischen Bildungsarbeit. "Er gehört zu jenen Menschen, die in der Zweiten Republik mit seinem sozialen Engagement und seiner Bildungsarbeit unverzichtbare Arbeit geleistet haben", betonte Faymann, der als Jugendfunktionär Nedwed bereits früh kennengelernt hatte. Nedwed habe sich bereits zu seinen Zeiten als SPÖ-Gemeinderat und -Nationalrat dadurch ausgezeichnet, für junge Menschen und Jugendorganisationen stets ein offenes Ohr zu haben.

Im Anschluss ehrte Stadtrat Michael Ludwig Ernst Nedwed mit der höchsten Auszeichnung der Stadt Wien. Persönlich und politisch hatte Ludwig lange Jahre die Gelegenheit, als Bildungssekretär Schulter an Schulter mit Nedwed zusammenzuarbeiten. "Ein Mensch wie Ernst Nedwed, der nie an sich selbst gedacht hat, wird zu Recht ausgezeichnet", sagte Ludwig. Weiters hob Ludwig hervor, dass Nedwed es sich zur lebenslangen Aufgabe gemacht habe, "nicht die Asche zu bewahren, sondern das Feuer und die Flamme antifaschistischer Arbeit weiterzutragen und dabei auch der Jugend Raum zu geben".

Aufgrund einer Erkrankung nahm Ernst Nedwed das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik und die Ehrenmedaille der Stadt Wien nicht persönlich entgegen. Er wurde von seiner Tochter Andrea Schnattinger vertreten, die im Anschluss an die Ehrungen eine Grußbotschaft von Ernst Nedwed verlas. In seiner Grußbotschaft appellierte der Bundesvorsitzende unter anderem dafür, die immer weniger werdenden Zeitzeug/innen zu befragen. "Es wäre zu traurig, wenn wir einmal sagen müssen, dass wir mit dem einen oder der anderen Überlebenden nicht mehr sprechen konnten." Die anwesenden Delegierten und zahlreichen Ehrengäste, darunter Stadtrat Michael Ludwig, Käthe Sasso und Rudi Gelbard, zollten dem Geehrten stehende Ovationen und einen kräftigen Applaus.

"Der Bund der Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfer ist das Gewissen der Sozialdemokratie, wenn es darum geht, dass niemand das Herzstück des Antifaschismus beiseitelegt", sagte Faymann. Wer auf eine Regierungszusammenarbeit mit der FPÖ schiele, sei daher gut beraten, sich mit den Freiheitskämpfer/innen auseinanderzusetzen. Weiters warnte der Bundeskanzler vor der viel zu hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa, die in vielen Regionen bei über 40 Prozent liegt, und Entsolidarisierungstendenzen, die ein Nährboden für Rechtsextremismus seien.

 

 

Hannes Schwantner mit 94 Prozent zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt
Ernst Nedwed einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt
Mit einem fulminanten Ergebnis von 94 Prozent wurde Hannes Schwantner im Zuge der Bundeskonferenz der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en zum neuen Vorsitzenden gewählt und löst damit Ernst Nedwed ab. Nedwed wurde im Zuge der Konferenz einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Ebenso deutlich fiel das Votum für das neue Präsidium und den neuen Bundesvorstand aus. Schwantner dankte den Delegierten für das große Vertrauen. Rund 100 Delegierte aus ganz Österreich und zahlreiche prominente Ehrengäste fanden sich dazu im Gartenhotel Altmannsdorf ein.

Der Freiheitskämpfer/innen-Bund wurde 1949 von antifaschistischen WiderstandskämpferInnen gegründet - darunter ehemalige Kämpfer des Februar 1934 sowie überlebende Opfer und Widerstandskämpfer des Nationalsozialismus. Erste Bundesvorsitzende war die aus dem KZ Ravensbrück zurückgekehrte und zur Nationalratsabgeordneten der SPÖ gewählte Rosa Jochmann. Der Bund veranstaltet Gedenkfahrten zu den Stätten des Widerstandes und der Verbrechen des Nazi-Regimes sowie Seminare und Diskussionen zu den Themen Rechtsextremismus und Faschismus.

 

 

 

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