Inflation sinkt im Oktober 2013 deutlich auf 1,4%

 

erstellt am
15. 11. 13
10.30 MEZ

Wien (statistik austria) – Die Inflationsrate für Oktober 2013 betrug nach Berechnungen von Statistik Austria 1,4% (September 1,7%). Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2010 (1,0%). Ausschlaggebend für den Rückgang der Inflationsrate waren deutliche Verbilligungen in der Ausgabengruppe "Verkehr" (vor allem bei Treibstoffen, gebrauchten Pkw und Flugtickets) im Vergleich zum Vorjahr. Die einflussreichsten Verteuerungen zeigten sich im Oktober 2013 bei Ausgaben für Nahrungsmittel und "Wohnung, Wasser und Energie".

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2010 (VPI 2010) für den Monat Oktober 2013 lag bei 108,4. Gegenüber dem Vormonat (September 2013) ging das durchschnittliche Preisniveau um 0,1% zurück.

Teuerung der Nahrungsmittel steigt weiter an
Als Hauptpreistreiber im Jahresabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich +3,4%; Einfluss: +0,40 Prozentpunkte). Alleinverantwortlich dafür waren stärker als zuletzt gestiegene Preise für Nahrungsmittel (Oktober durchschnittlich +4,0%, September +3,5%). Insbesondere nahm der Preisauftrieb bei Obst (Oktober +4,8%, September +3,5%) und Gemüse (Oktober 3,7%, September +1,7%) zu. Im Zwölfmonatsabstand verteuerten sich weiters Milch, Käse und Eier um insgesamt 5,2%, Fleisch um 2,8%, sowie Brot und Getreideerzeugnisse um 3,5%. Absolute Preisstabilität (durchschnittlich +0,0%) zeigte sich hingegen bei alkoholfreien Getränken.

In der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" (durchschnittlich +1,9%; Einfluss: +0,35 Prozentpunkte) verteuerte sich die Instandhaltung von Wohnungen um insgesamt 2,9% gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Wohnungsmieten stiegen durchschnittlich um 2,8%, die Betriebskosten für Mietwohnungen um 3,3% und jene für Eigentumswohnungen um 3,4%. Demgegenüber blieben die Ausgaben für Haushaltsenergie fast unverändert (durchschnittlich +0,1%; Strom +2,7%, Fernwärme +0,3%, jedoch Heizöl -7,8%, Gas -1,1%).

Die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +2,9%; Einfluss: +0,23 Prozentpunkte) wies bei Bewirtungsdienstleistungen durchschnittliche Preisanstiege von 3,4% auf. Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich hingegen insgesamt um nur 0,1%.

In der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" stiegen die Preise moderat (durchschnittlich +0,8%; Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Entscheidend dafür waren Pauschalreisen, die sich im Jahresabstand um 0,7% verbilligten. Im September hatten sie noch ein Plus von 2,5% aufgewiesen. Elektronische Geräte (Audiovisions-, Fotografie-, EDV-Geräte) kosteten um 5,0% weniger, Freizeit- und Kulturdienstleistungen um 2,1% mehr.

Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -2,0%; Einfluss: -0,28 Prozentpunkte). Deutlicher als zuletzt fielen die Preise für Treibstoffe (Oktober -7,0%, September -6,1%) und für gebrauchte Pkw (Oktober -8,6%, September -4,1%). Flugtickets kosteten im Jahresvergleich ebenfalls weniger (-3,8%), im September waren sie noch mit 5,0% im Plus. Die Instandhaltung und Reparaturen von privaten Verkehrsmitteln verteuerten sich insgesamt um 3,0%.

Monatsvergleich: -0.1% gegenüber September 2013
Die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -1,2%; Einfluss: -0,16 Prozentpunkte) war Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand. Dazu trugen überwiegend Preisreduktionen bei Treibstoffen (-2,5%), Flugtickets (-9,1%) sowie für gebrauchte Pkw (-4,7%) bei.

Als Hauptpreistreiber im Monatsabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich +0,9%; Einfluss: +0,11 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren höhere Preise für Fleisch (+1,2%), Gemüse (+2,1%) und Obst (+1,7%).

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Oktober 2013: +1,5%
Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag im Oktober 2013 bei 119,43. Die harmonisierte Inflationsrate betrug 1,5% (September 1,8%). Der Unterschied zum VPI von 0,1 Prozentpunkten beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI (siehe methodische Informationen). Die deutlichen Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten den HVPI stark gegenüber dem VPI. Teurere Freizeit- und Kulturdienstleistungen (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten den HVPI ebenfalls gegenüber dem VPI. Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) dämpften hingegen den HVPI gegenüber dem VPI. Niedrigere Treibstoffpreise (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) verminderten ebenfalls den HVPI gegenüber dem VPI.

Teuerung für Pensionistenhaushalte im Oktober 2013 bei +1,8%
Die Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) betrug im Oktober 2013 1,8% (September 2,0%). Der Indexstand des PIPH lag bei 109,0. Die Differenz zum VPI von +0,4 Prozentpunkten wurde hauptsächlich von deutlichen Preisanstiegen in der Ausgabengruppe "Gesundheitspflege" (höhere Gewichtsanteile im PIPH) verursacht. Zusätzlich trugen auch Teuerungen bei Nahrungsmitteln, bei der Instandhaltung von Wohnungen sowie bei Sozialschutzdienstleistungen (jeweils höhere Gewichtsanteile im PIPH) dazu bei. Zudem verminderten billigere Treibstoffe (niedrigere Gewichtsanteile im PIPH) den PIPH nicht so merklich wie den VPI. Höhere Kosten für Bewirtungsdienstleistungen sowie in der Ausgabengruppe "Erziehung und Unterricht" (jeweils geringere Gewichtsanteile im PIPH) dämpften hingegen den PIPH gegenüber dem VPI.

Inflation beim täglichen Einkauf massiv über dem Durchschnitt
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der überwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, stieg im Jahresabstand um 3,8% (September: 3,9% revidiert). Das Preisniveau des Miniwarenkorbes, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, erhöhte sich im 12-Monatsvergleich um nur 0,6% (September: 0,7%), da die billigeren Treibstoffe deutlich preisdämpfend wirkten.

 

 

 

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