Wiener Linien testen Maßnahmen gegen Falschparker

 

erstellt am
21. 11. 13
14.00 MEZ

Frühwarnsystem für Falschparker soll Behinderungen von Wiener „Bim“ reduzieren
Wien (rk) - Rund 4.000 Mal pro Jahr führt ein falsch eingeparktes Auto in Wien dazu, dass Öffis zwischen 5 und 40 Minuten lang an der Weiterfahrt behindert werden. Mit dem vom BMVIT unter dem Programm "IV2Splus - Intelligente Verkehrssysteme und Services plus" geförderten neuen Forschungsprojekt sollen Falschparker bereits vor dem Verlassen des Autos darauf aufmerksam gemacht werden, dass ihr Fahrzeug ein Hindernis für den reibungslosen Straßenbahnbetrieb darstellt.

In Zusammenarbeit mit der SLR Engineering und dem AIT Austrian Institute of Technology, suchen die Wiener Linien in einem Forschungsprojekt nicht nur nach technischen Lösungen: Ebenso werden Maßnahmen der Bewusstseinsbildung untersucht, sowie die etwaige Erneuerung von Bodenmarkierungen. Getestet wird an einer Stelle, an der es häufig zu Behinderungen durch Falschparker kommt, in der Geweygasse im 19. Wiener Gemeindebezirk. Spezielle Sensoren stellen fest, ob sich ein geparktes Fahrzeuges zu nahe am Gleiskörper befindet. Dem Fahrzeuglenker wird anschließend durch ein blinkendes Hinweisschild signalisiert, dass sein Fahrzeug zu weit in die Straße ragt und rasch neu eingeparkt werden muss. Mit dieser Testinstallation werden derzeit erste Erfahrungen gesammelt.

Falschparker sind ein ernstes Problem für den Wiener Straßenbahnbetrieb
Die Erfahrungen der nächsten Monate werden dann entscheiden, ob die derzeit genutzte Technologie den organisatorischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Vorgaben entspricht. Wenn das Forschungsprojekt alle Vorgaben erfüllt, könnte die Testinstallation auf weitere neuralgische Punkte entlang des Wiener Straßenbahnlinien-Netzes ausgeweitet werden. „Falschparker sind für die Straßenbahn in Wien ein ernstes Problem. Neben baulichen Maßnahmen können intelligente Warnhinweise für eine Reduktion sorgen“, so Wiener Linien Geschäftsführer Günter Steinbauer.

AIT Projektleiter Wolfgang Ponweiser: „Ziel des Forschungsprojektes ist es, eine optimale Technologie für die Detektion der Position eines abgestellten Fahrzeuges zu finden. Gleichzeitig soll andererseits der Falschparker mit einer entsprechenden Warn- und Informationstechnologie zum Umparken seines blockierend abgestellten Fahrzeuges bewegt werden!“

Mehr als 2.700 Anzeigen und Abschleppanträge pro Jahr
Von den rd. 4.000 Fällen pro Jahr kam es im Jahr 2012 zu über 2.700 Anzeigen und Abschleppanträgen aufgrund falsch geparkter Fahrzeuge, die den Straßenbahn- oder Busverkehr behinderten. In über 2.000 Fällen mussten die Fahrzeuge tatsächlich abgeschleppt werden und konnten vom Lenker nicht rechtzeitig umgeparkt oder von der Feuerwehr versetzt werden. Ein einziges falsch geparktes Auto kann eine Straßenbahnlinie bis zu 40 Minuten behindern und somit zu Verspätungen für tausende Fahrgäste führen. Falschparker müssen in Wien die Kosten für eine entstandene Fahrtbehinderung selbst tragen. Neben einer Verwaltungsstrafe fallen meist Kosten für den Einsatz der Feuerwehr und/oder des Abschleppdienstes an. Zusätzlich müssen die Wiener Linien die Überstunden ihres Personals je nach Ausmaß der Störung an den Fahrzeuglenker weiterverrechnen. Dies können je nach Situation mehrere hundert Euro sein.

 

 

 

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