Zum Welt-Aidstag

 

erstellt am
01. 12. 13
10.30 MEZ

Hohes Haus trägt wieder Rote Schleife
NR-Präsidentin Prammer: Mut machen und für Toleranz werben
Wien (pk) - Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember trägt das österreichische Parlament wiederum den Red Ribbon. Die rote Schleife wird seit 2010 jedes Jahr an der Fassade des Parlamentsgebäudes montiert, sie gilt weltweit als Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken. "Wir wollen damit den Betroffenen und deren Angehörigen Mut machen; zugleich möchten wir die Bevölkerung für dieses nach wie vor brisante Thema sensibilisieren", begründet Nationalratspräsidentin Barbara Prammer das Statement. "Und wir setzen ein deutlich sichtbares Zeichen für Toleranz und gegen Ausgrenzung."

Laut Welt-AIDS-Bericht der Vereinten Nationen haben sich bisher mehr als 60 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Etwa 34 Millionen Menschen leben heute mit der erworbenen Immunschwäche. In Österreich haben sich bisher 12.000 bis 15.000 Menschen mit HIV infiziert. Etwa die Hälfte der Betroffenen lebt in Wien, rund zwei Drittel davon sind Männer.

Derzeit wird HIV bzw. Aids in der Öffentlichkeit kaum mehr als gesellschaftliches Problem wahrgenommen. Dies ist die Folge der Stabilisierung der Infektionsraten in den 1990er-Jahren, der Behandelbarkeit von HIV bzw. Aids, des Generationenwechsels, aber auch der Überlagerung mit anderen Themen. "Präventions-und Aufklärungsarbeit - vor allem die Einbeziehung junger Menschen – sind darum weiterhin notwendig und unverzichtbar", sagt NR-Präsidentin Prammer.


 

 Stöger: Mit Aufklärung und Prävention Neuinfektionen verhindern
Gesundheitsministerium fördert Aids-Hilfen mit rund drei Millionen Euro jährlich
Wien (bmg) - "Die Immunschwäche-Krankheit Aids ist eine Herausforderung, die alle Bereiche der Medizin angeht. Es ist dem medizinischen Fortschritt zu verdanken, dass sich Aids von einer tödlichen zu einer chronischen Erkrankung entwickelt hat", so Gesundheitsminister Alois Stöger anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember. Für Minister Stöger ist das dennoch kein Grund die Anstrengungen gegen die Verbreitung der Infektion zu verringern: "Die Gefahr einer Ansteckung ist evident. Man darf Aids keinesfalls unterschätzen, im Gegenteil, wir müssen die Entwicklung der Neuinfektionen mit dem HI-Virus sehr genau verfolgen. Denn eine möglichst frühzeitige Diagnose und eine rasche medizinische Behandlung sind entscheidend für alle Patientinnen und Patienten."

Der Gesundheitsminister appelliert daher, sich bei Verdacht auf HIV-Ansteckung sofort testen zu lassen und im Falle eines positiven Ergebnisses unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Eine rechtzeitige Therapie kann den Krankheitsverlauf wesentlich zum Positiven verändern und den Ausbruch der Krankheit sogar verhindern. In diesem Zusammenhang hebt Minister Stöger besonders die wertvolle Arbeit der österreichischen Aids-Hilfen hervor. Diese halten zum Beispiel flächendeckend Workshops in Schulen ab, um Jugendliche über die Gefahren aufzuklären, aber auch, um die Berührungsängste gegenüber Menschen mit HIV/Aids abzubauen. Um diese unverzichtbaren Leistungen zu unterstützen, fördert das Bundesministerium für Gesundheit die Aids-Hilfen mit etwa drei Millionen Euro pro Jahr.

In Österreich erfolgt die medizinische Behandlung auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und wird von der solidarischen Krankenversicherung getragen. Die Übertragungen von Mutter zu Kind gehören dank hervorragender medizinischer Schwangerenbetreuung, bis auf Einzelfälle, der Vergangenheit an. Daneben wurde durch Programme für Suchtkranke die Zahl der Neuinfektionen durch unsaubere Nadeln im Drogenbereich stark gesenkt. "Unsere medizinische Versorgung ist auf Top-Niveau", weiß Gesundheitsminister Alois Stöger. Dennoch gibt er zu Bedenken: "In der Gesundheitspolitik ist es auch wichtig, über den Tellerrand zu blicken und internationale Entwicklungen genau zu verfolgen. In Hinblick auf die aktuelle krisenhafte Situation rund um HIV/Aids in Osteuropa und Zentralasien ist Österreich zu besonderer Aufmerksamkeit verpflichtet."


 

 Spindelegger: Österreich nimmt seine Verantwortung im Kampf gegen HIV/Aids wahr
Wien (bmeia) - „Zwar konnte im weltweiten Kampf gegen HIV/AIDS während der letzten Jahre vieles erreicht werden, dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor große Herausforderungen zu bewältigen sind“, erklärte Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember.

„Auch Österreich nimmt seine Verantwortung als Teil der internationalen Gemeinschaft wahr und unterstützt die Bemühungen im Kampf gegen HIV/Aids mit konkreter Projektarbeit“, so Spindelegger weiter. In diesem Sinn finanziert die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit ein groß angelegtes Projekt des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zum Schutz und der Behandlung von Frauen und Kindern mit HIV/AIDS in der Ukraine, dem Land mit der höchsten HIV-Rate in Europa und Zentralasien. Darüber hinaus förderte Österreich in diesem Jahr Projekte zur reproduktiven Gesundheit und den Rechten von Frauen im Rahmen des Treuhandfonds für HIV/Aids des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen UNDP.

Insgesamt hat die österreichische Entwicklungszusammenarbeit seit 2002 für den weltweiten Kampf gegen HIV/Aids bilateral und über UN-AIDS über 13,8 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.


 

 Mückstein: Diskriminierung von HIV-positiven ArbeitnehmerInnen muss bekämpft werden
Grüne fordern nationale Arbeitsplatzkampagnen zur Solidarität mit betroffenen ArbeitnehmerInnen
Wien (grüne) - Nach Schätzungen der Studie "HIV/AIDS in Österreich" (August 2012) leben hierzulande zirka 7.000 bis 8.000 HIV-infizierte Personen. Laut Aidshilfe gehen rund zwei Drittel der HIV-positiven Menschen einer geregelten Arbeit nach, der Großteil verschweigt die Infektion. Durch die enormen Fortschritte in der Medizin ist HIV/AIDS zu einer chronischen Erkrankung geworden. Die Gesellschaft hat mit dieser Entwicklung in Richtung Normalisierung jedoch nicht Schritt gehalten. Die Betroffenen sprechen nicht über ihre Infektion, weil sie Angst haben, ihren Job zu verlieren und ihre Existenz aufs Spiel zu setzen.

"Diese Geheimhaltung stellt eine hohe Belastung für HIV-positive ArbeitnehmerInnen dar und beeinträchtigt massiv deren Lebensqualität ", sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein und ergänzt: "Die Betroffenen wünschen sich ein Klima der Toleranz und Offenheit, das es ermöglicht, sich gegenüber den KollegInnen outen zu können".

Wenn der positive HIV-Status bekannt wird, so kommt es derzeit leider immer wieder zu Diskriminierungen, Ausgrenzung, übler Nachrede, Mobbing und zum Verlust des Arbeitsplatzes. Die Empfehlung 200 der Internationalen Arbeitsorganisation IAO betreffend HIV und Aids und die Welt der Arbeit, bietet Leitfaden für Fragen der Menschenrechte und Arbeitsplatzsicherheit. Absatz 33 der Empfehlung bezieht sich auf Aufklärungsmaßnahmen, dass HIV nicht durch zufälligen körperlichen Kontakt übertragen wird und dass die Anwesenheit einer mit HIV lebenden Person nicht als Gefahr an der Arbeitsstätte angesehen werden sollte. In der IAO-Empfehlung wird ausdrücklich festgehalten, dass aufgrund der anhaltenden Diskriminierungen die Privatsphäre und Vertraulichkeit in Zusammenhang HIV und Aids gewahrt werden müssen.

"Ich fordere Sozial-, Gesundheits- und Wirtschaftsminister auf, gemeinsam nationale Arbeitsplatzkampagnen für die Solidarität mit Personen, die mit HIV leben zu starten", meint Mückstein und ergänzt: "Es darf jedoch von keinem Arbeitnehmer und von keiner Arbeitnehmerin verlangt werden etwa beim Einstellungsgespräch den HIV-Status bekanntzugeben."

 

 

 

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