Mehr als die Hälfte aller Unternehmen sind
 Ein-Personen-Unternehmen

 

erstellt am
28. 11. 13
10.30 MEZ

Wien (statistik austria) - Zum Stichtag der Registerzählung, dem 31.10.2011, gab es in Österreich 622.591 Unternehmen mit insgesamt 706.817 Arbeitsstätten und 4.167.164 Beschäftigten. Rund 16% aller Arbeitsstätten sind dem im Rahmen der Arbeitsstättenzählung erstmals erhobenen Land- und Forstwirtschaftssektor zuzuordnen. Der stärkste Wirtschaftssektor ist, wie bereits 2001, der Dienstleistungsbereich mit rund 73% aller Arbeitsstätten und 73,9% aller Unselbständigen. Im Vergleich zur letzten Arbeitsstättenzählung im Jahr 2001 ist die Anzahl der Arbeitsstätten mit 1 bis 4 unselbständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um 35,4% gestiegen. Insgesamt hat die Zahl der Arbeitsstätten, die Unselbständige beschäftigen, um 12,7% zugenommen.

Mehr-Arbeitsstätten-Unternehmen beschäftigten mehr als die Hälfte aller Unselbständigen
Nur 4,5% aller österreichischen Unternehmen sind an mehr als einem Standort tätig. Insgesamt sind dort aber mehr als die Hälfte aller Unselbständigen beschäftigt (53,2%). Die meisten Mehr-Arbeitsstätten-Unternehmen gibt es branchenbezogen in der "Öffentlichen Verwaltung" mit 83,3%. Den zweithöchsten Anteil hat der Wirtschaftsabschnitt "Bergbau" (z. B. Schottergruben) mit 15,9%, gefolgt von der "Herstellung von Waren" mit 9,3%.

Ein-Personen-Unternehmen sind häufigste Unternehmensform in Österreich
Etwas mehr als die Hälfte aller Unternehmen in Österreich (52,9%) bestehen aus nur einer selbständig beschäftigten Person ohne Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter. In den Wirtschaftsabschnitten "Kunst, Unterhaltung, Erholung" (72,6%) und "Sonstige Dienstleistungen" (69,7%) sind Ein-Personen-Unternehmen mit einem Anteil von mehr als zwei Drittel der Unternehmen besonders stark vertreten.

Rund ein Fünftel der österreichischen Unternehmen (20,4%) werden von selbständigen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern geleitet, die unselbständige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Besonders häufig findet man diese Unternehmensform im Tourismus (44,3%). Der typische selbständige Arbeitgeber hat die österreichische Staatsbürgerschaft (91,2%), ist männlich (70,0%), zwischen 25 und 49 Jahre alt (57,3%) und hat einen Sekundarabschluss (66,1%).

In einem Fünftel der österreichischen Unternehmen (20,3%) sind ausschließlich unselbständig Beschäftigte tätig. Diese Form des Unternehmens ist neben der öffentlichen Verwaltung, in der fast alle Unternehmen diesem Typ angehören, in den Wirtschaftsabschnitten "Wasserversorgung und Abfallentsorgung" (59,8%) sowie "Energieversorgung" (55,9%) am häufigsten anzutreffen.

Die am wenigsten gängige Unternehmensform ist jene, in der mehr als eine Person selbständig beschäftigt ist, jedoch keine unselbständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind (6,4%). Nur in der Land- und Forstwirtschaft spielt diese Form mit 30,6% der Unternehmen eine bedeutende Rolle.

2,5% Einpendlerinnen und Einpendler aus dem Ausland
Insgesamt 2,5% der Beschäftigten in Österreich haben keinen Hauptwohnsitz im Bundesgebiet. Im Bereich der "Sonstigen Dienstleistungen" (z. B. Energetikerinnen und Energetiker) ist der Anteil der Einpendlerinnen und Einpendler – mit 12,1% aller Beschäftigten in diesem Wirtschaftsabschnitt – besonders hoch. Die wenigsten Beschäftigten ohne österreichischen Hauptwohnsitz finden sich in den Wirtschaftsabschnitten "Öffentliche Verwaltung" (0,3%), "Energieversorgung" (0,5%) sowie "Finanz- und Versicherungsleistungen" (0,8%). Im Burgenland haben insgesamt 10,6% der Beschäftigten keinen Hauptwohnsitz in Österreich – in burgenländischen Arbeitsstätten der "Beherbergung und Gastronomie" liegt dieser Anteil bei etwas mehr als einem Viertel der Beschäftigten. In Kärnten ist der Anteil der Beschäftigten ohne österreichischen Hauptwohnsitz mit nur 1,5% am geringsten.

Vorarlberg, Teile Niederösterreichs und das Burgenland im Wirtschaftssektor Produktion führend
15,8% aller Unternehmen in Österreich gehören der Land- und Forstwirtschaft an. Gehäuft treten diese Arbeitsstätten im Wald-, Wein-, Most- und Mühlviertel sowie in der Ober- und Oststeiermark auf. In einigen Bezirken dieser Regionen liegt der landwirtschaftliche Anteil bei über 40%, den höchsten Anteil hat der Bezirk Zwettl mit 48,9%.

Insgesamt liegt der Anteil der Arbeitsstätten im Bereich Industrie und Gewerbe österreichweit bei 10,9%. Dabei fallen Vorarlberg, Teile Niederösterreichs (Wiener Neustadt-Land) und Oberösterreichs (Braunau am Inn, Wels-Land, Steyr-Land) sowie das Burgenland besonders auf (siehe Karte). In absoluten Zahlen betrachtet gibt es in den Bezirken Salzburg-Umgebung, Graz Stadt, Innsbruck-Land und Bregenz die meisten Standorte im produzierenden Bereich; jeweils mehr als 1.500 Arbeitsstätten gehören dort dem Produktionssektor an.

Im Dienstleistungssektor sind die prozentuell meisten Arbeitsstätten in den Landeshauptstädten und in der Bundeshauptstadt zu finden. Bis auf Bregenz (72,1%) weist jede Hauptstadt einen Dienstleistungsanteil von mindestens 85% aller Arbeitsstätten auf. In den ländlichen Regionen liegt der Anteil der Arbeitsstätten im Dienstleistungssektor großteils bei unter 55%.

Weitere Informationen zur Registerzählung 2011 finden Sie auf unserer Webseite. Die Publikation zur Arbeitsstättenzählung beinhaltet neben Österreichdaten auch Bundesland-, Bezirks- und Gemeindeergebnisse und bietet einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse sowie Analysen zu Unternehmen, Arbeitsstätten, Beschäftigtenstruktur und Arbeitsplätzen.

     

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