Österreich als EU-Vorreiter bei Smart Grids

 

erstellt am
11. 12. 13
10.30 MEZ

Wien (ait) - In den Bestrebungen zur Eindämmung des Klimawandels stehen eine nachhaltige Energieversorgung und die Reduktion der CO2-Emissionen ganz oben auf der politischen Agenda. So will die Europäische Kommission mit ihren 20/20/20-Zielen den Treibhausgasausstoß bis 2020 um 20% senken, den Anteil der erneuerbaren Energien auf 20% steigern und die Energieeffizienz um 20% erhöhen. Langfristig soll der CO2 Ausstoß sogar um 80% reduziert werden. Die Umsetzung dieser ambitionierten Ziele erfordert unter anderem einen Totalumbau des Energiesystems. Aus diesem Grund wurden große europäische Technologieinitiativen ins Leben gerufen, in denen die gewichtigsten Unternehmen gemeinsam die entsprechenden Schlüsseltechnologien entwickeln und in richtungsweisenden Demonstrationsprojekten beispielhaft umsetzen. Intelligente Stromnetze, so genannte Smart Grids, zählen zu diesen Schlüsseltechnologien. Sie können dazu beitragen, einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien in die Stromversorgung zu integrieren und die Energieeffizienz zu erhöhen.

Österreich konnte sich in diesem Zukunftsbereich in den vergangenen Jahren EU-weit als Vorreiter etablieren. Basis für die erfolgreiche strategische Positionierung auf europäischer Ebene war die konzertierte Zusammenarbeit von Industrie, Netzbetreibern, Forschung und Innovationspolitik - diese gemeinsamen Anstrengungen tragen nun erste sichtbare Früchte.

Smart Grids Modellregion Salzburg: Ein Ausblick in die Energiezukunft
Auf europäischer Ebene werden Vorreiterprojekte im Bereich Smart Grids von der Industrieinitiative "European Electricity Grids Initiative" (EEGI) mit dem "CORE Label" ausgezeichnet. Eines der begehrten Labels ging an die Smart Grids Modellregion Salzburg (SGMS), in der die Energiezukunft bereits heute vorgelebt wird. Die Modellregion umfasst insgesamt 23 Projekte, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Energieversorgung von morgen beschäftigen. So wurde unter anderem ein Demonstrationsnetz aufgebaut, um die Steuerung von Smart Grids im Echtbetrieb zu testen. Damit lassen sich zum Beispiel in der Flachgauer Gemeinde Köstendorf die Auswirkungen einer hohen Dichte von Elektrofahrzeugen auf das Stromnetz sowie verschiedene Interaktionskonzepte zwischen den Nutzern und dem Energiesystem untersuchen. "Gemeinsam mit unseren Partnern Salzburg Wohnbau und Siemens sind wir sehr stolz, dass die SGMS als eines von nur zwei nationalen Demoprojekten neben vier weiteren EU-Projekten für das CORE Label ausgewählt wurde und somit auch offiziell als EU-weiter Vorreiter anerkannt ist!", freut sich Michael Strebl, Chef der Salzburg AG Netze Tochter, die das Demonstrationsprojekt koordiniert. Finanzielle Unterstützung für die nun ausgezeichnete Modellregion kommt vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), vom Klima- und Energiefonds (KLIEN) und dem Land Salzburg (Wirtschafts-, Energie- und Gemeinderessort).

Zentrale Rolle auf europäischer Ebene
Forschungspartner in der SGMS ist das AIT Austrian Institute of Technology, das in den letzten Jahren europaweit anerkanntes Know-how im Bereich Smart Grids aufgebaut hat und mittlerweile eine wichtige Rolle in der EEGI übernimmt. Im Rahmen der EEGI startete das AIT auch eine vom österreichischen Technologieministerium (BMVIT) initiierte Initiative der europäischen Mitgliedsstaaten, um eine Bestandsaufnahme europäischer Aktivitäten im Bereich Smart Grids durchzuführen und so den künftigen Handlungsbedarf in Forschung, Entwicklung und Demonstration aufzuzeigen. Die Ergebnisse dieser Initiative - etwa die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung und Koordination der nationalen Anstrengungen und Demoprojekte - flossen in wesentliche Forschungsprogramme der Europäischen Kommission ein. Nicht zuletzt aufgrund dieser erfolgreichen Aktivitäten wurde das AIT in der Folge eingeladen, an der europaweiten "Grid+ Coordination Action" teilzunehmen, um die EEGI in ihren Koordinationsaufgaben auch auf operativer Ebene zu unterstützen.

"Dass sich Österreich mit dem 'CORE Label' und der Einladung zur Teilnahme an Grid+ erfolgreich im europäischen Spitzenfeld im Bereich Smart Grids positioniert hat, konnte nur durch das Engagement der österreichischen Akteure und die frühzeitige strategische Ausrichtung der österreichischen Smart Grids Forschung erreicht werden", so Wolfgang Hribernik, Geschäftsfeldleiter für Electric Energy Systems am AIT Austrian Institute of Technology.

Erfolgreiche Positionierung Österreichs nicht zuletzt Ergebnis engagierter Innovationspolitik
Bundesministerin für Innovation und Technologie Doris Bures sieht in dieser Entwicklung ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung von Innovationsstrategien des BMVIT. Ziel ist es, österreichische Kompetenz in Forschung und Technologieentwicklung in österreichischen Stärkefeldern auf europäischer Ebene sichtbar werden zu lassen und damit letztlich österreichischen Unternehmen den Zugang zu internationalen Märkten zu ebnen. Die große Herausforderung, auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen wie z.B. durch den Klimawandel oder die zunehmende Urbanisierung, lebenswerte und attraktive Lebensräume für die Menschen zu schaffen und dafür intelligente Infrastrukturen zu entwickeln bietet hier für Österreich eine exzellente Chance, die es gilt aktiv zu nutzen. Der Erfolg der Smart Grids Modellregion Salzburg zeigt, wie die in den BMVIT Förderprogrammen gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds entwickelten Demonstrations- und Modellprojekte als Botschafter wirken und innovative österreichische Technologien sogar weltweit sichtbar machen. Die aktuelle Anerkennung des österreichischen Beitrages auf EU- Ebene bestätigt insbesondere die österreichische Vorreiterrolle auf dem Gebiet intelligenter Energiesysteme.

 

 

 

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