Österreichische Möbelindustrie: Produktion
 im 3. Quartal gesteigert

 

erstellt am
13. 01. 14
11.30 MEZa

Weiterhin rückläufiger Export
Wien (pwk) - Im 3. Quartal 2013 konnte die Österreichische Möbelindustrie ihre Produktion gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent steigern. Allerdings betrug die Produktionssteigerung in den gesamten drei Quartalen 2013 nur 0,6 % bei einem Wert von 1,38 Mrd. Euro. "Nach einem rückläufigen ersten Quartal konnten die Möbelhersteller sich bereits im zweiten leicht verbessern. Diese Tendenz hat sich anschließend noch einmal verstärkt. Trotz der insgesamt durchwachsenen Situation könnten wir das Jahr mit einem leichten Plus abschließen", erklärt Dr. Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie.

Noch im Zeichen der Krise
Die in der Tendenz positive Gesamtentwicklung der ersten drei Quartale ist vor allem der bedeutenden Sparte Wohnmöbel (+7 % auf 610,8 Mio. Euro) zu verdanken sowie den Herstellern von Matratzen / Sprungrahmen (+10,7 % auf 81,7 Mio. Euro). Die anderen Sparten mussten Einbußen hinnehmen, wenn auch in unterschiedlichem Maße: Während Büromöbel (-0,4 % auf 199,2 Mio. Euro) und Küchen (-1,2 % auf 192,2 Mio. Euro) noch vergleichsweise glimpflich abschnitten, blieben Sitzmöbel (und Teile davon) mit -15,7 % auf 156,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr weiterhin stark zurück. Auch Ladenmöbel konnten mit -5,4 % auf 138,1 Mio. Euro keine gute Bilanz ziehen. "Bis Jahresmitte waren nur Büromöbel und Küchen vom Rückgang betroffen, nach dem dritten Quartal fast alle Sparten mit Ausnahme der Wohnmöbel- und Matratzenhersteller. Diese Entwicklung zeigt, dass die Euro-Krise 2013 noch immer angehalten hat und viele Hersteller erneut ein schwieriges Jahr zu bestreiten hatten", meint Emprechtinger.

Exportsituation unbefriedigend
Die Exporte (1.-3. Quartal 2013) sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,9 % oder rund 50 Mio. Euro auf knapp 593,5 Mio. Euro, womit sich der negative Trend weiter verstärkt hat. Dabei blieb der Rückgang der Exporte in die EU-Staaten mit -10,3 % auf unverändert unbefriedigendem Niveau. Zweistellig negative Raten verzeichneten Sitzmöbel (und Teile davon) mit -15,8 Prozent und Büromöbel (-10,3 %). Auch Küchen (-6,3 %) und Wohnmöbel (-2,5 %) hatten Einbußen hinzunehmen. Auf der Gewinnerseite stehen Matratzen / Sprungrahmen, die sich mit 8,0 % weiter steigern konnten, sowie gerade noch Ladenmöbel mit 0,7 % Exportzuwachs gegenüber dem Vorjahr.

Länderbeispiele Export
Beim Export erwies sich der für Österreich bedeutende deutsche Markt mit einem Minus von 11,1 % oder fast 32 Mio. auf etwa 251,5 Mio. Euro erneut als besonders problematisch. Hier waren besonders die Sitzmöbel (-24,4 %, 84,1 Mio. Euro) und die Küchen (-13,8 %, 12 Mio. Euro) von den Rückgängen betroffen.

Positiv gegenüber dem Vorjahreszeitraum blieb das Auslandsgeschäft in der Schweiz mit einem Plus von 5,2 % oder mehr als 5 Mio. Euro auf etwa 103,4 Mio. Euro. Küchen (-7,2 %) und Büromöbel (-5,4 %) verloren im Schweizer Markt, Matratzen / Sprungrahmen und Wohnmöbel überzeugten mit Zuwächsen von 13,4 und 12,0 %.

Die Ausfuhrsituation nach Polen hat sich weiter verschlechtert: Die Exporte gingen über ein Fünftel (-21,3 %) zurück. In diesem Bereich bewegt sich mit -21,9 % auch die Sparte Sitzmöbel, die fast 93 % des gesamten Exportvolumens nach Polen von circa 30,6 Mio. Euro stellt.

Ungarn importierte österreichische Möbel im Wert von etwa 23,9 Mio. Euro (+41,5 %) und verwies Italien erneut auf Platz fünf der wichtigsten Handelspartner (+0,7 % auf ca. 22,5 Mio. Euro).

Importe noch immer leicht rückläufig
Die Möbelimporte gingen gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt um -2,3 % auf rund 1,23 Mrd. Euro leicht zurück. Zugenommen hat entgegen dem allgemein rückläufigen Trend die Einfuhr von Küchenmöbeln (+6,8 %), Matratzen / Sprungrahmen (+1,5 %) und Büromöbel (+0,3 %).

Aus Deutschland wurden Möbel im Wert von knapp 641,5 Mio. Euro eingeführt. Das entspricht einem Rückgang von -3,7 %. Am stärksten betroffen waren Ladenmöbel (-9,1 %) und Matratzen / Sprungrahmen (-8,3 %). Die Küchenmöbel aus Deutschland legten allerdings um 8,5 % zu. Polen liegt nach Deutschland mit einem Importvolumen von 100,1 Mio. (+0,9 %) auf Platz 2 der Top-Import-Länder, dicht gefolgt von China mit 96,4 Mio. Euro. Allerdings wurden um 5,5 % weniger Möbel aus China importiert, trotzdem konnte China das Möbelland Italien hier überholen - aus Italien wurden Möbel im Wert von circa 85,2 Mio. Euro importiert (-3,9 %).*

Fazit und Ausblick
"Die Erwartungen an die Kölner Messe sind bei den österreichischen Wohnmöbelherstellern hoch", sagt Emprechtinger, "denn für 2014 sind die jüngsten Konjunkturprognosen für unsere Kernmärkte insgesamt recht gut. Das anhaltend positive Konsumklima gilt es zu nutzen, Endkunden wieder stärker über Werte und ansprechende Features für hochwertige Einrichtungslösungen zu begeistern. Die auf der imm cologne gezeigten Neuheiten haben allesamt das Potenzial dazu." Die Österreichische Möbelindustrie wird weiter auf Qualität setzen und dem Handel mit innovativem Design und funktionalen Produkten ein hoch differenziertes Sortiment für verschiedene Zielgruppen bieten. Da "made in Austria" für viele Verbraucher ein vertrauenswürdiges Qualitätssiegel darstellt, wird die von der Europäischen Möbelindustrie geforderte, EU-weite Herkunftskennzeichnung die Wettbewerbsfähigkeit der Handelspartner stärken.

*Hinweis: alle Zahlen beziehen sich auf Industrie (47 Betriebe/6.700 Beschäftigte) und Gewerbe (6.700 Betriebe/40.000 Beschäftigte).

 

 

 

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