Parlamentarische Vorlagen: Menschenrechte

 

erstellt am
08. 01. 14
11.30 MEZa

Grüne zu Menschenrechtsstandards, Asylverfahren, Kinderhandel, Todesstrafe in Saudi-Arabien
Wien (pk) - Menschenrechte machen die Grünen in vier Entschließungsanträgen zum Thema. Gefordert werden darin ein nationaler Aktionsplan für Menschenrechte, angemessene Standards beim Umgang mit potentiell gefolterten AsylwerberInnen und eine bessere Betreuung von Opfern des Kinderhandels. Außerdem soll der Außenminister aus Sicht der Oppositionspartei verstärkt auf Saudi-Arabien einwirken, um dortige Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der Todesstrafe zu unterbinden.

Menschenrechtsschutz verstärken
Die Grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun sieht wie ihre Fraktionskolleginnen Helene Jarmer und Aygül Berivan Aslan einen Menschenrechts-Aktionsplan als notwendige Arbeitsgrundlage zur Lösung menschenrechtlicher Probleme in Österreich ( 88/A[E]). Nicht nur ein gesamtgesellschaftliches Bewusstsein für Menschenrechte solle damit geschaffen werden, unter Einbeziehung von NGOs müsse der Aktionsplan auch konkrete Evaluierungen und Maßnahmen im Bereich Menschenrechtsschutz – vom Menschenhandel bis zur häuslichen Gewalt - bieten.

Folteropfer erkennen
Eine proaktive Erkennung und angemessene Behandlung von traumatisierten Folteropfern sei in Asylverfahren unabdingbar, so Korun in einem weiteren Antrag ( 90/A[E]). In Anlehnung an das UN-Istanbul-Protokoll über Untersuchung und Dokumentation von Folter pocht die Antragstellerin auf entsprechende Trainings der Asylbehörden und einen gesetzlichen Schutz Traumatisierter in Asylverfahren, etwa vor Abschiebungen im Rahmen des Dublin-Abkommens.

Kinderhandelsopfer-Betreuung koordinieren
Gemeinsam mit Abgeordnetem Julian Schmid (G) tritt Alev Korun dafür ein, dass der Umgang mit Opfern von Kinderhandel hierzulande verbessert wird ( 108/A[E]). Die Regierung müsse dazu umgehend Gespräche mit den Bundesländern aufnehmen, um verpflichtende Standards zur Identifikation, Unterbringung sowie psychosozialen und medizinischen Betreuung von Kinderhandelsopfern auszuarbeiten. Derzeit seien hier nämlich noch gravierende Koordinationsmängel beim behördlichen Vorgehen festzustellen.

Bei Saudi-Arabien gegen Todesstrafe intervenieren
Vor dem Hintergrund des 2012 unter der Schirmherrschaft Saudi-Arabiens eröffneten König-Abdullah-Dialogzentrums in Wien habe die Bundesregierung verstärkt gegen die permanenten Menschenrechtsverletzungen durch den Golfstaat aufzutreten. Das beantragen Alev Korun und Tanja Windbüchler-Souschill ( 85/A[E]), wobei konkret die Praxis der Todesstrafe in Saudi-Arabien gebrandmarkt wird. Todesurteile ohne ordentliche Gerichtsverfahren stünden ebenso an der Tagesordnung wie Exekutionen von minderjährigen Beschuldigten und ArbeitsmigrantInnen. Es sei in der Verantwortung des Außenministers, Saudi-Arabien auf diplomatischem Weg zu veranlassen, internationale Menschenrechtsstandards bei Verurteilungen einzuhalten bzw. generell die Abschaffung der Todesstrafe anzudenken, so die Grünen.

 

 

 

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