Sozialdemokratie trauert um Josef Staribacher

 

erstellt am
07. 01. 14
11.30 MEZ

Darabos/Rudas: "Staribacher ist trotz aller Widrigkeiten seiner politischen Überzeugung und seinem Glauben an Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit immer treu geblieben"
Wien (sk) - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos sind über den Tod des langjährigen SPÖ-Politikers Josef Staribacher tief bestürzt. "Josef Staribacher hat die schwersten Zeiten der Republik und der sozialdemokratischen Bewegung erlebt und infolge seiner Gesinnung Verfolgung und Haft erleiden müssen. Trotz aller Widrigkeiten ist er seiner politischen Überzeugung und seinem Glauben an Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit immer treu geblieben. Als Mitglied der Bundesregierungen unter Kanzler Bruno Kreisky hat Staribacher die Modernisierung Österreichs maßgeblich mitgestaltet und vorangetrieben. Die Persönlichkeit Staribacher war und ist ein Vorbild für viele - auch außerhalb der SPÖ - und wird das auch weiterhin bleiben. Die Sozialdemokratie wird Josef Staribacher und seinem Lebenswerk ein würdiges Andenken bewahren", betonten Darabos und Rudas am 05.01.

Ob als Kommunalpolitiker der SPÖ-Bezirksorganisation Landstraße, als Abgeordneter zum Nationalrat, oder als Kammeramtsdirektor: "Josef Staribacher hat sich stets mit großem Engagement, Kompetenz und Menschenkenntnis viel Achtung und Anerkennung weit über die Parteigrenzen hinaus verschafft. Als langjähriger Bundesminister für Handel, Gewerbe und Industrie hat Staribacher wegweisende Maßnahmen gesetzt. Sein Einsatz für eine moderne Konsumentenpolitik und für die grundlegende Reform der Gewerbeordnung bleibt untrennbar mit seinem Namen verbunden." Staribachers Tod sei für die gesamte Republik ein "schmerzlicher Verlust".

Josef Staribacher wurde 1921 in Wien geboren. Der zunächst gelernte Drucker absolvierte auf dem zweiten Bildungsweg die Matura und studierte schließlich an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Während des Austrofaschismus wurde er wegen seiner politischen Tätigkeit in einer Gruppe junger Menschen in den ArbeiterInnenbezirken Rudolfsheim und Fünfhaus inhaftiert. 1939 wurde Staribacher von der Gestapo verhaftet und in das KZ Buchenwald deportiert. Im Jahr 1940 kam er als "Wehrunwürdiger" wieder frei.

Staribacher war einer der Ersten, die die SPÖ und die Sozialistische Jugend 1945 wiederaufgebaut haben. Von 1961 bis 1983 gehörte Staribacher dem Nationalrat an. Bruno Kreisky holte ihn 1970 als Minister für Handel, Gewerbe und Industrie in seine erste Bundesregierung. In dieser Funktion blieb er bis zum Ende der Regierungszeit im Jahr 1983. Josef Staribacher war von 1960 bis 1989 Vorsitzender der Gewerkschaft der Lebensmittel- und Genussmittelarbeiter. In der SPÖ Wien war er Vorsitzender der Bezirksorganisation Landstraße und Mitglied des Bundesparteivorstandes.

 

 

 

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