WKÖ-Studie als erster Benchmark für Kfz-Werkstätten

 

erstellt am
29. 01. 14
11.30 MEZ

Bundesinnung der Kraftfahrzeugtechniker initialisierte betriebswirtschaftliche Analyse von über 1.000 österreichischen Kfz-Werkstätten
Wien (pwk) - Wie gut stehen die österreichischen Kfz-Werkstätten wirtschaftlich da? Dieser Frage ging jetzt die Bundesinnung der Kraftfahrzeugtechniker nach. Basierend auf der Bilanzdatenbank der KMU-Forschung wurden daher 1.056 Jahresabschlüsse aus 2011/2012 analysiert. Entsprechend dem Branchenbild waren darunter 525 Kapitalgesellschaften sowie 531 Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften. Bundesinnungsmeister Friedrich Nagl unterstreicht die Bedeutung des hohen Samples und damit die Aussagekraft dieser Studie. „Wenn 20 Prozent unserer Mitgliedsbetriebe analysiert werden, sind wir am Punkt der Realität. Das spiegelt die wahre Situation der Kfz-Techniker wieder.“

Bessere Kennzahlen für Werkstätten als für Kfz-Handel
Peter Voithofer, Direktor der KMU-Forschung Austria, fasst das Ergebnis wie folgt zusammen: „Die Kfz-Werkstätten erreichen insgesamt zwar etwas bessere betriebswirtschaftliche Kennzahlen als der Kfz-Handel. Die Bandbreite zwischen den Unternehmen ist aber auch bei den Kfz-Werkstätten sehr groß: 40 % der Betriebe schreiben rote Zahlen, knapp 30 % haben kein Eigenkapital. Weitere Verbesserungen diesbezüglich wären also auch hier notwendig.“

Als interessant erweist sich das unterschiedliche Ergebnis zwischen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften/Einzelunternehmen. Bei einer sich über alle Betriebe ergebenden Umsatzrentabilität von 1,7 % liegen Kapitalgesellschaften (2,1 %) deutlich vor den Personengesellschaften/Einzelunternehmen (0,8 %). Und auch bei der Eigenkapitalquote von durchschnittlich 25 % erreichen Kapitalgesellschaften (28 %) bessere Werte als Personengesellschaften/Einzelunternehmen (17 %).

Kostentreiber Material und Personal
Bei allen Unternehmen sind ca. 66 % der Aufwendungen Materialkosten und Fremdleistungen. Im Gegensatz zu den Personalkosten mit durchschnittlich 20 % sind diese bei den Personengesellschaften/Einzelunternehmen mit 21 % etwas höher als bei den Kapitalgesellschaften. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäfttätigkeit (EGT) unterliegt somit dem hohen Kostendruck. Nicht nur Voithofer sieht hier Handlungsbedarf. Für Nagl bedeutet das in weiterer Folge: „Wenn wir weiter den Fahrzeughandel finanzieren sollen, ist es notwendig, unsere Materialkosten in den Griff zu bekommen. Sonst schmilzt unsere zwar nicht schlechte, aber nicht ganz optimale Eigenkapitalquote von durchschnittlich 25 % dahin.“

Vergleicht man die Wachstumsverläufe der Kfz-Werkstätten des Zeitraumes 2009/10 bis 2011/12, weisen 43 % der bilanzierenden Unternehmen steigende Betriebsleistungen auf – davon 23 % mit wachsendem Personalstand. Bei den Einnahmen-/Ausgabenrechnern lag die steigende Betriebsleistung bei 63 %, bei 46 % wachsendem Personalstand.

Genaue Analyse und Branchenvergleich
Die KMU-Forschung hat ihre Zahlen mit umfangreichem Datenmaterial untermauert. Dieser bietet den Kfz-Werkstätten die Möglichkeit, sich selbst wiederzufinden und sich somit mit dem Branchenschnitt zu vergleichen. „Das ist ideal für jeden Betrieb, um festzustellen, wo er steht“, ist Nagl überzeugt. „An welchen Schrauben er drehen kann, um die Betriebsleistung zu steigern, kann er unter anderem aus der Broschüre ‚Mehr Ertrag für Ihren Kfz-Betrieb‘ erfahren, die wir in Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughandel erarbeitet haben.“
Darüber Hinaus versucht die Bundesinnung der Kraftfahrzeugtechniker derzeit ein entsprechendes Vortragsprogramm für die Landesinnungen zu erarbeiten, das Anregungen zur Kostenoptimierung schaffen soll. „Zum Beispiel ist ein verschenktes 57a-Pickerl auch eine verschenkte produktive Arbeitsstunde. Aber dazu muss man seine Stundensätze auch ordentlich kalkulieren können“, mahnt Nagl.

 

 

 

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