Zum Holocaust-Gedenktag am 27.01.

 

erstellt am
28. 01. 14
11.30 MEZ

 Schieder: Erinnern, Lehren ziehen und Verantwortung übernehmen
Auf Wandel der Gedenkkultur Rücksicht nehmen und professionelle Gedenkstättenarbeit unterstützen
Wien (sk) - Anlässlich des Internationalen Gedenktages der Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung des NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee betont SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder die Notwendigkeit, sich an die Opfer zu erinnern, nie zu vergessen, kollektive Verantwortung zu übernehmen und für die Zukunft die Lehren daraus zu ziehen. "In Erinnerung an das industrielle Ermorden von JüdInnen, Roma und Sinti, Homosexuellen, SozialdemokratInnen und KommunistInnen dürfen wir nicht müde werden, mit allen demokratischen Mitteln uns für den Rechtsstaat, die Grund- und Menschenrechte und für Toleranz einzusetzen", so Schieder am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Dieser Internationale Gedenktag solle, so Schieder, Anlass sein, aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus in Österreich und Europa aufzutreten.

Besondere Sorgfalt verlangt SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder im Umgang mit dem Erinnern an die Millionenopfer dieses Menschheitsverbrechens. "Wir dürfen nicht aufhören, den Opfern zu gedenken und müssen uns aber intensiv mit dem Umgang der NS-Geschichte nach 1945 auseinandersetzen. Professionelle Gedenkstättenarbeit in einem aufklärerischen und humanistischen Sinn muss weiter ausgebaut werden", so Schieder. In dem Zusammenhang verweist Schieder auf die Forderung des Zentralrates der Juden in Deutschland, wonach "das Unfassbare auch emotional in fassbarer Form vermittelt werden muss". Die Erinnerungskultur befinde sich in einem Wandel, auf den auch die Politik Rücksicht nehmen muss.


 

 Blümel: Stellen uns klar gegen Diskriminierung und Ausgrenzung
Holocaust-Gedenktag mahnt zu Vorsicht und entschlossenem Vorgehen gegen menschenverachtende Ideologien
Wien (övp-pd) - "Wir stellen uns klar gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt. Das ist Teil unserer historischen Verantwortung", betont ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel am internationalen Holocaust-Gedenktag. "Wir setzen uns für eine tolerante und menschliche Gesellschaft ein. Nur so können wir menschenverachtenden Ideologien entschlossen entgegentreten und künftige rassistische Massenmorde und Genozide verhindern." Das Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords verpflichtet uns, für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzutreten und die Individualität des Menschen und seine Rechte zu schützen. Vor allem in Zeiten wirtschaftlicher und finanzieller Krisen wird uns erhöhte Vorsicht abverlangt. Das Gedenken mahnt uns, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Dazu hält Gernot Blümel abschließend fest: "Die Konzentrations- und Vernichtungslager sind uns Symbol und Aufforderung zugleich, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen. Nur mit einem entschlossenen und geeinten Vorgehen gegen menschenverachtenden Anschauungen, Ideologien und Ideen können wir künftig verhindern, dass Faschismus, Diktatur, Totalitarismus und Autoritarismus um sich greifen."


 

Hofer: Absage gegen Extremismus und Gewalt
Wien (fpd) - Am 27. Jänner jährt sich zum 69. Mal die Befreiung des NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Der Dritte Präsident des Nationalrates Ing. Norbert Hofer betont vor diesem Hintergrund: "Jeder, der in der Politik tätig ist, trägt die große Verantwortung und Verpflichtung, immer darauf zu achten, dass Respekt im Mittelpunkt politischer Arbeit steht."

Die Politik müsse jene Rahmenbedingungen schaffen, die Extremismus und Verführungen im negativsten Sinn keinen Nährboden bieten würden. Hofer: "Ich bin fest davon überzeugt, dass eine stabile und von Respekt geprägte Demokratie, eine verantwortungsvolle Sozialpolitik und eine gesunde, arbeitsplatzsichernde Wirtschaft in der Lage sind, jedwedem Extremismus den Nährboden zu entziehen."


 

 Walser: Niemals vergessen ist aktueller denn je!
Grüne für verpflichtende Bildungsprogramme an Schulen
Wien (grüne) - "Der Holocaust-Gedenktag ist keine überflüssige Mahnung, sondern dringend notwendig, um die richtigen Lehren aus den nationalsozialistischen Gräueltaten zu ziehen", erinnert Grünen-Mandatar Harald Walser an den von den Vereinten Nationen 2005 eingeführten "Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer": "Auch bei uns sind die Verantwortlichen aufgerufen, nicht nur in Sonntagsreden, sondern mit konkreten Handlungen deutlich zu machen, dass für das offizielle Österreich eine klare Abgrenzung gegenüber Nationalsozialismus und Neofaschismus eine Selbstverständlichkeit sein muss und zum Grundkonsens in der Zweiten Republik gehört."

"Es war ein fatales Signal, dass in der Hofburg die Elite des europäischen Rechtsextremismus zum Tanz geladen war, während die Überlebenden vor der Hofburg nicht einmal die Möglichkeit zum Protest hatten", erinnert der Grüne Abgeordnete an die Vorkommnisse am letzten Wochenende: "Die FPÖ ist anscheinend nicht bereit, ihre Rolle innerhalb des europäischen Rechtsextremismus zu überdenken. Im Gegenteil, sie strebt eine führende Rolle an und tut alles, um diesbezüglich auch international als führende Kraft wahrgenommen zu werden. SPÖ und ÖVP sollten das endlich zur Kenntnis nehmen und die FPÖ dorthin stellen, wo sie hingehört - ins politische Abseits."

Walser spricht sich für schulische Bildungsprogramme aus: "Noch immer ist trotz aller Lippenbekenntnisse nicht gewährleistet, dass künftige Lehrkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung mit dieser Problematik konfrontiert werden: "Die Gedenkstätte in Mauthausen muss in diesem Zusammenhang von jedem parteipolitischen Einfluss befreit und zum zentralen Ort der Reflexion über die NS-Zeit in Österreich werden. Die derzeitigen Zustände in der Gedenkstätte lassen aber wenig Hoffnung aufkommen, dass wir diesbezüglich auf einem richtigen Weg sind", erinnert Walser an eine unbefriedigende Anfragebeantwortung der Innenministerin in der letzten Woche.

Das Burgtheater hat in den letzten Wochen die Thematik mit beeindruckenden Veranstaltungen öffentlich gemacht und gezeigt, wie man das Thema eindrucksvoll mit Jugendlichen erörtern kann: "Die Veranstaltungs-Reihe stand aber nicht zufällig unter dem Titel -Die letzten Zeugen-, auf die Erinnerungs-Arbeit von Holocaust-Überlebenden können wir künftig nicht mehr im bisherigen Ausmaß zählen", so Walser: "Eines ist sicher: Das antifaschistische -Niemals vergessen- ist aktueller denn je!"


 

Dietrich: Gräuel des Holocaust werden niemals vergehen
Wien (str) - "Die Gräuel des Holocaust werden niemals vergehen, und ebenso die Warnung an die Gesellschaft, solche Geschehnisse niemals wieder zuzulassen. Demokratie und Meinungsfreiheit sind die Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Diese müssen mit aller Kraft verteidigt werden. Eine schlechte Wirtschaftslage und hohe Arbeitslosigkeit sind oft Wegbereiter für extremistische Strömungen, die eine Gefahr für die demokratischen Strukturen unserer Gesellschaft darstellen. Daher muss es das vordringlichste Anliegen der politisch Verantwortlichen sein, dafür zu sorgen, dass die Menschen einen Arbeitsplatz haben und von ihrem Einkommen auch leben können. Nur wenn die Wirtschaft funktioniert, können die Schwachen in unserer Gesellschaft ausreichend unterstützt werden", so die geschäftsführende Klubobfrau des Team Stronach, Waltraud Dietrich.

"Dieser Tag, an dem wir uns an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau erinnern, soll gleichzeitig eine Warnung sein, uns nicht in Wohlgefälligkeit und Unachtsamkeit zurückzulehnen. Stattdessen gilt es mit aller Kraft und entgegen allen Widrigkeiten daran zu arbeiten, dass die nötigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um eine nachhaltige und gesunde Wirtschaft und damit eine gesicherte Zukunft für alle Bürger unseres Landes zu ermöglichen."

 

 

 

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