Neuer Höchstwert bei den
 erneuerbaren Energieträgern

 

erstellt am
19. 02. 14
11.30 MEZ

Aktueller Energiebericht des Landes Vorarlberg
Bregenz (vlk) - Der Energiebericht 2013 des Landes Vorarlberg auf Basis der Energieverbrauchsdaten 2012 liegt vor. Zu den darin aufgezeigten wesentlichen Entwicklungen zählt eine erneute Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energieträger. Mit 36,5 Prozent wurde ein neuer Höchstwert verzeichnet. Der Gesamtenergieverbrauch hat sich mit einer geringfügigen Zunahme etwa auf Vorjahresniveau eingependelt, obwohl das Jahr 2012 deutlich kühler und heizintensiver war als 2011.

Für Landesrat Erich Schwärzler ist die Steigerung bei den Erneuerbaren ein positives Signal mit Blickrichtung Energieautonomie. Es seien aber weiterhin große Anstrengungen notwendig, um die mit Zielhorizont 2020 gesteckten Ziele zu erreichen.

Der Energiebericht basiert auf den Energieverbrauchsdaten des Jahres 2012. Im Vergleich zum Jahr zuvor ist der Gesamtenergieverbrauch in Vorarlberg um 0,4 Prozent auf 10.465 Gigawattstunden (GWh) gestiegen. Grund dafür ist u.a., dass im Vergleich zu 2011 die Temperaturen niederer waren und es dadurch einen höheren Heizbedarf gab. Die Heizgradtagessumme stieg um acht Prozent. Dennoch liegt das aktuelle Ergebnis deutlich unter dem Energieverbrauch im Jahr 2005, der 11.061 GWh betrug.

Der CO2-Ausstoß nahm 2012 um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr geringfügig zu. Der Mehrausstoß an CO2 gliedert sich in Strom mit einem Anteil von 35 Prozent und Erdgas mit 27 Prozent. Der Treibstoff macht 38 Prozent aus, da 2012 ein um rund 0,9 Prozent höherer Dieselanteil ausgewiesen wurde und dieser gegenüber Benzin bei der Verbrennung einen höheren CO2-Ausstoß erzeugt. Die Verkehrszählungen verzeichneten einen Anstieg des Gesamtverkehrs gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent. Die Treibstoffabgabe 2012 inkl. Tanktourismus ist im Vergleich zu 2011 in Summe mit 3737 GWh gleich geblieben.

Vergleicht man die Zahlen ohne Einbeziehung des Tanktourismus, so ist der Gesamtenergieverbrauch in Vorarlberg von 2002 bis 2005 kontinuierlich gestiegen – seither bleibt er in etwa stabil. In Anbetracht des jährlichen Bevölkerungszuwachses von 0,3 Prozent und der jährlichen Neuerrichtung von ca. 2.500 bis 2.900 Wohnungen in den letzten Jahren, das entspricht einer Zunahme von etwa 20 GWh pro Jahr, ist weiterhin eine durchaus positive Entwicklung feststellbar.

Erneuerbare Energie legt zu
Die aus Erneuerbaren erzeugte Energiemenge ist von 2718 GWh im Jahr 2011 auf 3.467 GWh im Jahr 2012 gestiegen. Das ist somit der bisher höchste Jahreswert. Wesentlichen Anteil hatte dabei die Stromerzeugung aus Wasserkraft mit einer Steigerung von 44 Prozent in der Jahresbilanzbetrachtung aufgrund der größeren und länger vorhandenen Schneemenge und des höheren Niederschlags gegenüber 2011. Die Erzeugung aus Umgebungswärme stieg um 5,75 Prozent, das entspricht einer Steigerung in etwa der Größenordnung des Vorjahres.

Erstmals mehr Holz als Öl

Der Einsatz von Holz (Biomasse) als Brennstoff hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Ingesamt konnte der Anteil an Biomasse in zehn Jahren von 510 GWh um 73 Prozent gesteigert werden. 2012 betrug die Endenergieproduktion 881 GWh und war damit um 1,7 Prozent höher als 2011. Das ist ein geringerer Anstieg als im Vorjahr mit 4,8 Prozent und ist vor allem auf den geringeren Zubau von neuen Anlagen zurückzuführen. Erstmals war der Anteil an Biomasse zur Abdeckung des Energieverbrauchs höher als der von Heizöl (876 GWh).

Bei Photovoltaik lag die Steigerung bei 40,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Produktion stieg auf 13,8 GWh, das entspricht dem Stromverbrauch von ca. 3.100 Haushalten. Die Solarthermie stieg um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die gesamte Kollektorfläche ist von 86.000 Quadratmeter im Jahr 2002 auf 258.000 Quadratmeter im Jahr 2012 gewachsen, das heißt von durchschnittlich 0,24 auf 0,70 Quadratmeter pro Kopf.

In Summe entfällt auf erneuerbare Energie im Jahr 2012 ein Anteil von rund 36,5 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs von 9.547 GWh (ohne Einbeziehung des Tanktourismus). Das ist der bisher höchste Jahreswert.

Der Energiebericht 2013 des Landes Vorarlberg steht auf http://www.vorarlberg.at/energie zum Download bereit.

 

 

 

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