Weinernte 2013 betrug trotz Wetterkapriolen
 2,4 Millionen Hektoliter

 

erstellt am
03. 03. 14
11.30 MEZ

Wien (statistik austria) - Die Weinproduktion im Jahr 2013 (Stichtag 30. November) betrug 2.391.900 hl und lag damit laut Statistik Austria annähernd im Durchschnitt (-1% zum Fünfjahresschnitt). Im Vergleich zum Weinjahr 2012, das von erheblichen Spätfrostschäden betroffen war, wurde sogar ein Ernteplus von 11% verzeichnet. 2013 sorgten ungünstige Witterungsbedingungen zur Weinblüte (rasche Abfolge von sehr warmer und feucht-kalter Witterung) für eine uneinheitliche Befruchtung mit teils hohen Ausfällen (Verrieselungsraten). Besonders betroffen war die Hauptsorte "Grüner Veltliner" in Teilen Niederösterreichs. Ein Jahrhundertsommer mit ungewöhnlich hohen Temperaturen beeinträchtigte die weitere Traubenentwicklung besonders dort, wo Trockenheit und ungünstige Bodenbeschaffenheit ohne Bewässerung zusammenwirkten (nord-östliche Landesteile). Letztendlich glichen optimale herbstliche Witterungsbedingungen die regionalen Defizite weitgehend aus, was bei Rotweinen letztendlich sogar zu einer überdurchschnittlichen Ertragslage führte (909.900 hl; +4% zum Fünfjahresschnitt). Auch die Ausfälle (Verrieselung) bei Weißwein (1,5 Mio. hl; -3% zum Fünfjahresschnitt) waren geringer als vorerst befürchtet.

Trotz Zuwächsen (+18%) gegenüber dem "Frostjahr" 2012 verbuchte Niederösterreich im Bundeslandvergleich als einzige Region ein unterdurchschnittliches Ernteergebnis (1,5 Mio. hl; -4% zum Fünfjahresschnitt). Speziell Weißwein (1,0 Mio. hl) lag – vornehmlich aufgrund der Ausfälle beim "Grünen Veltliner" – um 6% unter dem Ernteschnitt, während Rotweine (440.200 hl) leicht zulegen konnten (+1% zum Fünfjahresschnitt). Insgesamt gab es besonders hohe Weinernteabschläge in den Gebieten Thermenregion (-11% zum Fünfjahresschnitt), Kamptal (-7% zum Fünfjahresschnitt) und Weinviertel (-5% zum Fünfjahresschnitt), während das Weinbaugebiet Wagram (+6%) deutlich zulegen konnte. Der Anteil Niederösterreichs an der Gesamternte steigerte sich gegenüber dem Vorjahrestief um 4 Prozentpunkte auf 61%.

In den anderen Bundesländern fielen die Weinerntemengen überdurchschnittlich aus. So konnten sowohl das Burgenland (695.200 hl; +1% zu 2012) als auch die Steiermark (220.700 hl; +4% zu 2012) das Produktionsniveau der letzten 5 Jahre um 4% übertreffen, während Wien mit 23.900 hl (+9% zu 2012) sogar um 17% gegenüber dem fünfjährigen Ernteschnitt zulegte.

Beachtliche Zuwächse konnten bei Qualitäts- und Prädikatsweinen verzeichnet werden (2,1 Mio. hl; +16% zu 2012; +8% zum Fünfjahresschnitt), wobei hier das stärkste Plus in Niederösterreich mit 1,3 Mio. hl bzw. +23% zu 2012 gegeben war. Ein markanter Rückgang war im Segment der Weine (inkl. Sortenwein und Sturm) und Landweine auf 208.700 hl (-26% zu 2012) zu beobachten, wobei hier Wien (-79% zu 2012) und die Steiermark (-36%) besonders starke Abnahmen verzeichneten.

Lagerbestand leicht gefallen
Der Weinbestand 2013 (Stichtag 31. Juli) zeigte sich mit 2,7 Mio. hl (-1% zu 2012) im Vorjahresvergleich leicht rückläufig, wobei in erster Linie das Weißweinlager um 2% auf 1,4 Mio. hl zurückging, während Rotweine einen stabilen Vorrat von 1,3 Mio. hl aufwiesen. Damit wurde sowohl bei Weiß- als auch bei Rotweinen ein Lagerstand auf Höhe des Fünfjahresschnittes verzeichnet.

Die Lagermenge von Qualitäts- und Prädikatsweinen reduzierte sich um 2% auf 2,0 Mio. hl. Mit einem Minus von 5% auf 1,2 Mio. hl hielt Niederösterreich 61% des gesamten Qualitäts- und Prädikatsweinlagers, gefolgt vom Burgenland mit 608.700 hl (+10% zu 2012; Anteil: 31%) und der Steiermark mit 131.400 hl (-12% zu 2012; Anteil: 7%). Bei "Wein und Landwein" wurde ein Lagerrückgang auf 406.500 hl (-7% zu 2012) festgestellt, wobei hier Rotweine (153.100 hl; -15% zu 2012) stärker zurückgingen als Weißweine (253.400 hl; -2% zu 2012). Höhere Bestandsmengen wurden bei EU-Verschnitt-Wein (53.300 hl; +7% zu 2012), Erzeugnissen aus anderen EU-Staaten (68.400 hl; +14%) sowie bei Schaumwein und sonstigen Erzeugnissen (139.100 hl; +4% zu 2012) registriert. Traubenmost (4.300 hl; -16% zu 2012) lag hingegen in deutlich geringerer Menge auf Lager.

 

 

 

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