Territorialer Beschäftigungspakt Burgenland

 

erstellt am
26. 02. 14
11.30 MEZ

Optimierung der Arbeitsmarktlage in den einzelnen Regionen im Fokus
Eisenstadt (blms) - Territoriale Beschäftigungspakte sind vertraglich vereinbarte regionale Partnerschaften zur Verknüpfung der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik mit anderen Politikbereichen, um zur Verbesserung der Arbeitsmarktlage in den Regionen beizutragen. In allen neun österreichischen Bundesländern wurden Kooperationsvereinbarungen im Rahmen der TEPs geschlossen. Der „Territorial Employment Pact“ (TEP), der Burgenländische Beschäftigungspakt, der seit dem Jahr 2001 besteht, hat mit dem Land Burgenland und dem Arbeitsmarktservice Burgenland zwei Hauptvertragspartner sowie zahlreiche unterstützende Partner. TEP konzentriert sich hauptsächlich auf die Zielgruppe der arbeitsmarktfernen Personen, auf Frauen, Ältere und auch auf Jugendliche.

„In den letzten Jahren wurde hauptsächlich die Zielgruppe der Jugendlichen, aber auch der benachteiligten Jugendlichen berücksichtigt, denn die Jugendarbeitslosigkeit ist ein großes Thema - nicht nur bei uns, sondern in der gesamten Europäischen Union“, betonte Landeshauptmann Hans Niessl in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landesrat Dr. Peter Rezar, Mag.ª Tina Wurm und Kerstin Redl, MSc, beide RMB Burgenland GmbH (TEP). Die Jugendarbeitslosenquote liegt aktuell innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten bei 23,2 Prozent. Dabei sind Spanien und Griechenland von der Jugendarbeitslosigkeit am meisten betroffen, denn hier ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos. Österreichweit lag die Jugendarbeitslosenquote 2013 bei 8,1 Prozent. In Wien war sie 2013 mit 12,1 Prozent, gefolgt von Kärnten mit 10,3 Prozent, am höchsten. Im Burgenland lag sie bei 10 Prozent, wobei sie aktuell im Jänner 2014 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 127 jugendliche Arbeitnehmer zurückgegangen ist.

Niessl dazu: „Aber, jeder jugendliche Arbeitslose ist einer zu viel! Wir haben uns im Burgenland für die Ausbildungsgarantie und auch die Ausbildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr ausgesprochen. Jede junge Burgenländerin und jeder junge Burgenländer muss die Chance auf einen Schul-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben. Wir lassen keinen Jugendlichen zurück! Ich habe das heurige Jahr zum ‚Jahr der Jugend‘ erklärt, wo wir seitens des Landes eine neue Offensive für unsere Jugend in den Bereichen Ausbildung, Bildung, Freizeit, Arbeitsmarkt und Sport starten. Wir schaffen auch 50 neue Lehrstellen im Land und in den landesnahen Betrieben. Aber auch mit der überbetrieblichen Lehrausbildung wollen wir der Jugendarbeitslosigkeit entgegenwirken. Das AMS und das Land wenden für die Ausbildungsgarantie 2013/14 insgesamt 9,6 Millionen Euro auf. Wir setzen im Burgenland aber auch auf zahlreiche Projekte, wie beispielsweise auf das Erfolgsmodell ‚Lehre mit Matura‘, wo aktuell 157 Lehrlinge dieses Bildungsangebot in Anspruch nehmen.“ Besondere Berücksichtigung fand beim TEP aber auch die Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen. Dabei wurden beispielsweise zwei Bedarfserhebungen in Auftrag gegeben, die als Basis für weitere Maßnahmen für diese Zielgruppe dienten. Hervorzuheben ist aber auch das Projekt „Talente tauschen – meisterlich bleiben – meisterlich werden“, das in den drei südlichen Bezirken vom Verein "Vamos" umgesetzt wurde.

Insgesamt standen für diese arbeitsmarktpolitischen Aktionen rund 350.000 Euro aus den ESF-Mitteln im Phasing Out zur Verfügung. Mittel, die sehr gut eingesetzt werden konnten. „Gerade die schwierige Situation am Arbeitsmarkt machte es in den vergangenen Jahren notwendig, neue, innovative Wege zu beschreiten, um die BurgenländerInnen am Beschäftigungszuwachs teilhaben zu lassen und vor Arbeitslosigkeit zu schützen. So war es für mich als Arbeitsmarkt- und Soziallandesrat sehr wichtig, bei den Projekten – neben dem Schwerpunkt Jugend - besonders auf die sogenannten ‚Problemgruppen‘ auf dem Arbeitsmarkt einzugehen. Für ältere Arbeitnehmer oder arbeitsmarktferne Personen, wie Menschen mit Suchtproblematik oder mit Migrationshintergrund, wurden auf regionaler Ebene, wie auch landesweit, Projekte ausgearbeitet. Ein weiterer sehr wichtiger Schwerpunkt war die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt. Das Besondere an der Entstehung der einzelnen Maßnahmen ist die Einbindung aller wichtigen arbeitsmarktpolitischen Akteure – landesweit, wie auch auf Bezirksebene - mittels Round Tables. Auf dieser breiten Basis wurden gute Ideen zu sehr guten Projekten. Die nachhaltige und dauerhafte Umsetzung gelang bei immerhin mehr als einem Drittel aller Aktionen“, erklärte dazu Landesrat Dr. Peter Rezar. Der TEP bleibt aber auch in der neuen Förderperiode 2014-2020 Plattform für innovative arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Landesweite Arbeitsgruppen haben sich bewährt und werden auch in der neuen Förderperiode fortgesetzt, wobei regionale Maßnahmen weiterhin im Rahmen der Round Tables in den Bezirken bearbeitet werden.

 

 

 

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