40 Jahre Brucknerhaus Linz

 

erstellt am
21. 03. 14
11.30 MEZ

Das große Konzerthaus an der Donau feiert sein Jubiläum
Linz (stadt) - Zu einem runden Geburtstag wird meist erwartet, dass die vergangenen Jahre, Erlebnisse, Ereignisse Revue passieren. Dass viel über die Anfänge, die Entwicklung, Verbesserungen, Probleme und Freuden berichtet wird. Dass Backstage-Anekdoten aneinandergereiht werden, in denen sich viele der Leser und Leserinnen wiederfinden, an die sie sich erinnern und so in ein wohliges "Weißt du noch, damals ..."-Gespräch verfallen können.

Wie alles begann: Am Beginn stand der Wille zur Neupositionierung der Stadt Linz als Kulturmetropole - die Ideen dazu reichten bis in die 1930er Jahre zurück, der Zweite Weltkrieg bedeutete jedoch auch in dieser Beziehung einen folgenschweren Einschnitt. Nach dem Ende des Krieges wurde ein neuer Anlauf genommen, doch sollte es, nach der Grundsteinlegung am 16. Mai 1969, bis zum 23. März 1974 dauern, bis das Haus, vom Architektenehepaar Kaija und Heikki Sirén entworfen, als Symbol der Moderne eröffnet werden konnte.

Die Stadt Linz setzte ein weithin sichtbares Zeichen und positionierte sich mit diesem Bau als vorwärtsgewandt und offen, trotzdem aber der Tradition verbunden und mit dem Anspruch, internationale Stars und junge aufstrebende Talente gleichermaßen dem Publikum zu präsentieren. Kein geringerer als Herbert von Karajan dirigierte das Eröffnungskonzert mit den Wiener Philharmonikern - ein starker Impuls zu Beginn. Doch das Verharren in Starkult und Pflege des vertrauten Programmes lag nicht auf der Linie der Linzer Kulturmacher: Die Moderne musste Einzug halten in einer Stadt, die stark von Industrie geprägt war und neue Technologien entwickelte. Es musste ein Weg gefunden werden, diese beiden wesentlichen Säulen der Stadt Linz miteinander zu verknüpfen.

Und das Unwahrscheinliche gelang: Die Ars Electronica sowie die Klangwolke verhalfen der Stadt gleichermaßen zu internationalem Aufsehen als auch zur Akzeptanz durch die Bevölkerung. Bei der ersten Klangwolke, die von vielen traditionell denkenden Linzern, aber auch Künstlern vorerst abgelehnt wurde, stellten dennoch viele Linzer ihre Radioapparate in die Fenster, um selbst die Klangwolke zu kreieren: Die ganze Stadt half mit, den Schritt in die Moderne zu wagen. Und dieser Weg führte weiter: Junge Komponisten erhielten die Chance, ihre Werke dem Publikum zu präsentieren - deutliches Zeichen dafür war jährlich die Aufführung eines Auftragswerkes zur Eröffnung des Brucknerfestes.

Das Brucknerhaus bot und bietet "rising stars" eine Heimat, die es jungen Ensembles und Solisten ermöglicht, ihre Weltkarriere zu starten und die Linzer Musikszene zu bereichern. Nachwuchspflege zählt nach wie vor zu einem der Herzensanliegen des Hauses. Und das Publikum bekommt so die Gelegenheit, neue Talente zu entdecken, Karrieren zu begleiten und mitzuerleben, was die Zukunft bringt - ganz im Sinne des Gründungsgedankens des Brucknerhauses.

Doch auch internationale Stars bereicherten und bereichern den Spielplan des Brucknerhauses: von Bobby McFerrin bis Elina Garanca, von Tori Amos bis Valery Gergiev, von Sergiu Celibidache bis zudem jüngst verstorbenen Claudio Abbado, von Klaus Maria Brandauer bis Michael Heltau, von Jonas Kaufmann bis Gidon Kremer reicht das Spektrum der Künstler, die die Bandbreite des künstlerischen Angebotes widerspiegeln.

Alles Gute zum Geburtstag!
Klaus Luger, Bürgermeister der Stadt Linz und Aufsichtsratsvorsitzender der LIVA: "Offenheit und Respekt, Kultur für alle und Partizipation prägen die Kulturpolitik von Linz. Die Stadt hat sich zu einer offenen Kulturstadt entwickelt. Einen wesentlichen Beitrag dazu hat das Brucknerhaus geleistet. Als Konzert- und Veranstaltungshaus an der Donau ist es in den vergangenen 40 Jahren zu einem überregionalen Kulturwahrzeichen von Linz geworden. Knapp 184.000 Besucherinnen und Besucher überzeugten sich 2013 vom vielfältigen Angebot. Als Zentrum für internationale Musikgrößen wie auch regionale Musikschaffende ist das Linzer Brucknerhaus Symbol für Kreativität und Qualität in Linz."

"Die Wiener Philharmoniker haben das Brucknerhaus Linz 1974 eröffnet. Wir freuen uns sehr, dass die Wiener Philharmoniker zum 40-Jahre-Jubiläum ebenfalls wieder bei uns gastieren", sagt Prof. Hans-Joachim Frey, künstlerischer Leiter der LIVA. "Außerdem dürfen wir mit großer Freude Ingo Metzmacher bei uns begrüßen, der sehr kurzfristig das Dirigat des erkrankten Franz Welser-Möst übernommen hat. Wir bedanken uns herzlich bei Ingo Metzmacher und wünschen Franz Welser-Möst auf diesem Wege baldige Genesung!" "Wir feiern die ersten 40 Jahre dieses wunderschönen Konzerthauses an der Donau", sagt Ing. Mag. Wolfgang Lehner, kaufmännischer Leiter der LIVA. "Es waren ereignisreiche Jahre mit etwa 3 Millionen Besucherinnen und Besuchern bei mehr als 6000 Eigenveranstaltungen - beeindruckende Zahlen, die beweisen, welchen wichtigen Stellenwert das Brucknerhaus im Kulturleben der Stadt Linz eingenommen hat."

Festkonzert am 20.3.2014
"Wir sind sehr glücklich, dass es nicht nur gelungen ist, mit Ingo Metzmacher einen renommierten deutschen Dirigenten für dieses Jubiläumskonzert verpflichten zu können, sondern auch, dass er wie geplant Anton Bruckners 6. Symphonie zur Aufführung bringen wird", sagt Prof. Hans-Joachim Frey, künstlerischer Leiter des Brucknerhauses Linz. Zudem wird Metzmacher neben Anton Webern auch Franz Schuberts 7. Symphonie, die Unvollendete präsentieren. "Wir freuen uns auf das äußerst attraktive Festkonzert mit den Wiener Philharmonikern", sagt Hans-Joachim Frey zu dieser Änderung. Franz Welser-Möst musste krankheitsbedingt nicht nur das Festkonzert 40 Jahre Brucknerhaus absagen, sondern auch sämtliche anderen derzeitigen Dirigate in Wien und New York. Ingo Metzmacher ist bereits bestens bekannt sowohl mit den Wiener Philharmonikern als auch mit dem Brucknerhaus Linz: 1995 war er erstmals hier im Haus, im Rahmen des Großen Abonnements gastierte er mit diesem Ausnahmeorchester zuletzt am 21.1.2008 im Großen Saal des Brucknerhauses. Die Pressekritiken zu diesem Konzert sprechen für sich:

"Erstklassige Garanten für die packende Interpretation […] im Brucknerhaus waren das herausragende Potenzial der Wiener Philharmoniker und die Kompetenz des Dirigenten Ingo Metzmacher." (OÖN, 23.1.2008)

"Der vorwiegend in Berlin tätige Dirigent Ingo Metzmacher vermochte durch seine exakte Zeichengebung die Wiener Philharmoniker zu einer höchst präzisen Interpretation zu führen, die auch große Klangqualität nicht vermissen ließ." (Neues Volksblatt, 23.1.2008)

Ingo Metzmacher begann seine Karriere beim Ensemble Modern in Frankfurt, an der dortigen Oper sowie am Théâtre de la Monnaie in Brüssel. Von 1997 bis 2005 war Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper, danach Chefdirigent an der Nederlandse Opera in Amsterdam und von 2007 bis 2010 Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten gehören seine Auftritte bei den Salzburger Festspielen, an der Wiener und Berliner Staatsoper, am Opernhaus Zürich, am Royal Opera House in London sowie zahlreiche Konzerte mit führenden Orchestern, darunter die Wiener, Berliner und Münchner Philharmoniker. Im Zentrum seiner Arbeit in dieser Saison steht eine Neuproduktion des Ring des Nibelungen in Genf. Zu seinen Plänen gehören Fierrabras bei den Salzburger Festspielen, Die Soldaten in Mailand und Ariadne auf Naxos in Berlin. Konzertengagements führen in unter anderem nach Paris, Tokio und Chicago.

Das Team des Brucknerhauses Linz freut sich sehr, diesen renommierten Dirigenten zum Festkonzert zu Gast zu haben und dankt für Übernahme des Dirigates!

"Als Dirigent setzte und setzt Metzmacher stets Maßstäbe - sei es früher mit dem Ensemble Modern, sei es als Generalmusikdirektor der Hamburger Staatsoper, die unter ihm Opernhaus des Jahres wurde, oder bei den Salzburger Festspielen, wo er mit den Wiener Philharmonikern triumphale Kritiken erntete." (arte, Porträt Ingo Metzmacher)

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.brucknerhaus.at

 

 

 

 

 

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