Anschober: Bayern unterstützt jetzt Oberösterreich
 beim Kampf gegen Gentechnik!

 

erstellt am
31. 03. 14
11.30 MEZ

Linz (lk) - Seit zehn Jahren arbeitet Oberösterreich – allen voran Umwelt-Landesrat Rudi Anschober – an der Durchsetzung eines Selbstbestimmungsrechts der Regionen bei der Entscheidung über die Aussaat von GVO-Saatgut. Denn nachdem Oberösterreich ein Gentechnik-Verbotsgesetz zum Unterbinden einer derartigen Aussaat beschlossen hatte, war dieses letztendlich vom EuGH aufgehoben worden. Anschober: "Die Regionen sollen statt einer Zwangszulassung für ganz Europa selbst entscheiden können."

Um dies in der EU durchzusetzen, wurde von Anschober und dem damaligen Agrarreferenten Stockinger Ende 2003 eine "Allianz der Regionen für ein Selbstbestimmungsrecht" gestartet. 65 Regionen Europas sind mittlerweile in dieser Allianz zusammengeschlossen.

Mittlerweile haben EU-Kommission und Europaparlament diese Forderung unterstützt, alleine die entscheidende Zustimmung des EU-Rats fehlt noch, vor allem wegen der bisherigen Blockade durch Deutschland. Anschober: "Nun kommt Bewegung in die Sache, die nächsten Monate werden die Entscheidung darüber bringen, ob ein Selbstbestimmungsrecht kommt und ob es eines sein wird, das unseren Forderungen entspricht."

Um die bisherige Blockade Deutschlands aufzuweichen, hat Anschober in den letzten Monaten stark bei den deutschen Bundesländern um Unterstützung geworben. Mit Erfolg: Sieben sind mittlerweile der Allianz bereits beigetreten, darunter besonders starke Agrarländer wie Niedersachsen und Baden Württemberg. Vor wenigen Wochen hat Anschober auch Bayerns Staatsregierung kontaktiert. Die positive Antwort von Ministerpräsident Seehofer und Staatsminister Huber bedeutet eine massive Stärkung der Forderung Oberösterreichs. Im Namen Seehofers antwortet Bayerns Staatsministerin für Europafragen, Beate Merk, wörtlich: "...sich für eine Ausstiegsklausel einsetzen, die es den Mitgliedsstaaten und Regionen erlaubt, selbst über den Anbau gentechnisch veränderter Organismen zu entscheiden. Deshalb hat Bayern ... auch eine entsprechende Bundesratsinitiative beschlossen. Damit will die Bayerische Staatsregierung erreichen, dass sich die Bundesregierung auf europäischer Ebene für dieses Selbstbestimmungsrecht einsetzt. Darüber hinaus hat die Bayerische Staatsregierung beschlossen, dem europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beizutreten."

Anschober: "Das ist viel Rückenwind für Oberösterreich. Das starke Agrarland Bayern wird als 66. Region unserer Allianz beitreten, unterstützt das Selbstbestimmungsrecht und startet eine Initiative im deutschen Bundesrat - übrigens gemeinsam mit den bereits uns unterstützenden deutschen Bundesländern -, mit dem Ziel, die Linie der deutschen Bundesregierung von Veto auf Unterstützung des Selbstbestimmungsrechts zu verändern. Es steigen damit die Chancen, zumal damit bereits zwei der drei bundesdeutschen Regierungsparteien unsere Linie unterstützen."

Anschober wirbt aber noch bei weiteren deutschen Bundesländern um Unterstützung: "Wenn das bisherige Veto Deutschlands gegen ein echtes Selbstbestimmungsrecht fällt, dann haben wir steigende Chancen, ein echtes Selbstbestimmungsrecht - und keine Alibiregelung - durchzusetzen. Die nächsten Monate entscheiden."

 

 

 

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