In vier Stunden per Bahn vom Burgenland nach Zagreb

 

erstellt am
27. 03. 14
11.30 MEZ

Projekt „SETA – South Eastern Transport Axis“ für schnelle, leistungsfähige Zugverbindung von Wien zu Adriahäfen. Burgenland soll von internationaler Schnellverbindung profitieren.
Rijeka/Eisenstadt (blms) - Das internationale Projekt „SETA - South Eastern Transport Axis“ sieht die Verbindung des Großraums Wien-Bratislava mit den Häfen der oberen Adria über einen hochrangigen Bahnkorridor vor. Vom Anschluss soll auch das Burgenland profitieren. Elf Partner aus sechs Staaten – Österreich, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien und Italien, das Burgenland als Initiator und Lead Partner, sind daran beteiligt. Nach mehr als drei Jahren Projektlaufzeit wurden die Projektergebnisse vor kurzem bei einer Abschlusskonferenz in Rijeka vorgestellt. In einem Memorandum of Unterstanding haben die Partner die bestmögliche Unterstützung zur Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen zugesichert. Nach Umsetzung der erforderlichen infrastrukturellen Voraussetzungen bis 2020 steht so dem Burgenland eine leistungsfähige Verkehrsverbindung zu den Adriahäfen und zum Balkan zur Verfügung. Das Projekt wurde über das South East Europe Programm der EU zu 85% kofinanziert. Am Donnerstag präsentierte Landeshauptmann Hans Niessl mit dem SETA-Projektkoordinator Andreas Friedwagner, Andreas C. Zimmer, Projektmanager UNECE TER, und dem Verkehrskoordinator des Burgenlandes, Mag. Peter Zinggl, das Projekt und die weiteren Schritte.

„Im Hinblick auf die Stärkung und weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Burgenland wollen und müssen wir noch entschiedener den Weg der Internationalisierung gehen. Dazu gehören insbesondere die Schaffung leistungsfähiger, attraktiver Bahnverbindungen und die Anbindung an internationale Bahnnetze. Und wir müssen alles unternehmen, um den wachsenden Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen; das ist auch im Sinne der Umwelt und der Lebensqualität der Bevölkerung. Das SETA-Projekt sehe ich als einen weiteren wichtigen Schritt, von dem das Burgenland nachhaltig profitieren kann“, erklärte Landeshauptmann Hans Niessl.

Güterverkehr von Adriahäfen nach Mitteleuropa stark wachsend
Die Adriahäfen Koper, Rijeka und Monfalcone gewinnen zunehmend an Bedeutung für den internationalen Güterverkehr, Koper sei der wichtigste Hafen für Österreich; der wichtigste Zielbereich von diesen Häfen sei Mitteleuropa und der Raum Wien-Bratislava, stellte Burgenlands Verkehrskoordinator Zinggl fest. Ein großer Teil der Güter werde aber auf der Straße weitertransportiert. Die derzeit schnellste Bahnverbindung, die entlang des Burgenlands und teils durchs Burgenland führe, sei die Raaberbahn. Die Attraktivierung dieser Strecke könne für das Burgenland, speziell das Südburgenland, genutzt werden.

Schnelle Verbindung Wien-Zagreb vordringlich
Bis das Burgenland von der Achse profitieren kann, werden im Projektplan bis 2020 umzusetzende infrastrukturelle Maßnahmen empfohlen. Das sind etwa die Elektrifizierung der Strecke Wr. Neustadt – Mattersburg – Sopron, die Schleife Ebenfurth, die Ausweiche Steinbrunn sowie organisatorische Maßnahmen zur Beschleunigung der bestehenden Verkehre.

Die Zugverbindung Wien Zagreb spielt eine Schlüsselrolle. „Im Vorjahr hat sich bei einem Versuch gezeigt, dass die Fahrzeit Wien-Zagreb nur durch organisatorische Maßnahmen und Fahrplanadaptionen von 6:15 auf fünf Stunden verkürzt werden kann; von Mattersburg wären das nur mehr vier Stunden“, so Niessl. SETA-Projektkoordinator Friedwagner nannte Ende 2015 als Datum für die Realisierung, die entsprechenden Fahrpläne lägen vor.

Monitoring durch UNECE TER
Die UNECE TER (United Nations Economic Commission for Europe, Trans European Railway) mit Projektmanager Andreas C. Zimmer wird nun das Monitoring der Weiterentwicklung des SETA-Bahnkorridors übernehmen und die Implementierung vorantreiben. „Wir hoffen auf einen großen Output für die Regionen und werden alles daran setzen, dass diese Projekte bis 2020 umgesetzt werden“, so Zimmer. Die Bahn müsse massiv gestärkt werden. Laut einer Prognose werde der Güterverkehr im Zeitraum 2005 – 2020 um 80 % wachsen, so SETA-Projektkoordinator Friedwagner, deshalb müssten jetzt Rahmenbedingungen geschaffen werden, um zu vermeiden, dass der zusätzliche Verkehr auf die Straße gebracht werde.

Projekte wie Grenzbahn oder das grenzüberschreitende Gesamtverkehrsprojekt mit Ungarn seien wichtige Voraussetzungen für dieses Vorhaben. „Es wird in den nächsten Monaten intensiven Kontakt zu den Nachbarn in Ungarn geben, um empfohlene Maßnahmen dieses Projektes voranzutreiben und zu einem EU-Projekt zu machen und so mit entsprechenden Fördermöglichkeiten auszustatten“, sagte Niessl zu den nächsten Schritten.

 

 

 

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