Inflation steigt im März 2014 leicht auf 1,6%

 

erstellt am
16. 04. 14
11.30 MEZ

Wien (statistik austria) - Die Inflationsrate für März 2014 betrug nach Berechnungen von Statistik Austria +1,6%. Sie war damit nach +1,5% im Februar wieder so hoch wie im Jänner (+1,6%). Als hauptverantwortlich für diesen leichten Anstieg erwies sich die Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer. Die Ausgabengruppen "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" und "Wohnung, Wasser, Energie" dominierten als gleich starke Hauptpreistreiber (Einfluss jeweils +0,30 Prozentpunkte) die Inflation im März.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2010 (VPI 2010) für den Monat März 2014 lag bei 109,5. Gegenüber dem Vormonat (Februar 2014) stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,9%.

Ausgaben für Nahrungsmittel und Wohnen für fast zwei Fünftel der Inflation verantwortlich
In der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich +2,4%; Einfluss: +0,30 Prozentpunkte) kosteten Nahrungsmittel um 2,9% mehr als vor einem Jahr (Milch, Käse und Eier +7,1%, Brot und Getreideerzeugnisse +2,4%, Fisch +10,6%, Obst +3,1%, Fleisch +0,4% sowie Gemüse +0,9%). Alkoholfreie Getränke verbilligten sich hingegen um durchschnittlich 0,7% (Bohnenkaffee -4,1%).

Für die Teuerungen in der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" (durchschnittlich +1,6%; Einfluss: +0,30 Prozentpunkte) waren höhere Wohnungsmieten (insgesamt +3,4%) sowie Preisanstiege für die Instandhaltung von Wohnungen (durchschnittlich +2,2%) ausschlaggebend. Demgegenüber wirkten Ausgaben für Haushaltsenergie (insgesamt -0,3%; Heizöl -5,3%, Gas -0,5%, Strom +0,2%, Fernwärme +1,4%, feste Brennstoffe +5,2%) im Jahresvergleich nur leicht dämpfend.

Die durchschnittlichen Teuerungen von 3,0% in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (Einfluss: +0,27 Prozentpunkte) waren überwiegend auf Preisanstiege für Bewirtungsdienstleistungen (durchschnittlich +2,9%) zurückzuführen. Beherbergungsdienstleistungen kosteten insgesamt um 4,0% mehr.

In der Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich +0,3%; Einfluss: +0,04 Prozentpunkte) schlug die Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer durch (insgesamt +12,9% im Jahresvergleich). Die Preise für Instandhaltung und Reparaturen von privaten Verkehrsmitteln stiegen um 2,8%. Treibstoffe verbilligten sich gegenüber März 2013 um 3,9%, Flugtickets um 13,9%.

Als Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich -0,9%; Einfluss: -0,05 Prozentpunkte). Bekleidungsartikel kosteten um 0,9% weniger als vor einem Jahr, Schuhe um 2,0% weniger.

Monatsvergleich: +0,9% gegenüber Februar 2014
Im Monatsabstand hingegen war die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich +12,6%; Einfluss: +0,65 Prozentpunkte) Hauptpreistreiber. Hier gab der Wechsel auf die aktuellen Frühjahrs- und Sommerkollektionen, die beinahe alle Winterschlussverkaufswaren ersetzten, den Ausschlag. Bekleidungsartikel verteuerten sich deswegen gegenüber Februar 2014 insgesamt um 15,8%, Schuhe um 6,3%.

Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand war die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (durchschnittlich -0,4%; Einfluss: -0,05 Prozentpunkte). Fleisch und Obst verbilligten sich durchschnittlich um jeweils 1,5%. Gemüse kostete um 1,3% weniger.

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im März 2014: +1,4%
Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag im März 2014 bei 120,48. Die harmonisierte Inflationsrate betrug 1,4% (Februar +1,5%). Die Differenz zum VPI von -0,2 Prozentpunkten beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI (siehe methodische Informationen). Höhere Kosten für die motorbezogene Versicherungssteuer (keine Gewichtungsanteile im HVPI), für die Instandhaltung von Wohnungen sowie für Versicherungsdienstleistungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) dämpften den HVPI deutlich gegenüber dem VPI. Auch niedrigere Preise für Flugtickets, Treibstoffe sowie Bekleidungsartikel (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) verminderten den HVPI gegenüber dem VPI. Die deutlichen Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten hingegen den HVPI gegenüber dem VPI.

Teuerung für Pensionistenhaushalte im März 2014 bei +1,7%
Die durchschnittliche Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) betrug im März 2014 +1,7% (Februar +1,7%). Der Indexstand des PIPH lag bei 110,0. Der Unterschied zum VPI von +0,1 Prozentpunkten wurde überwiegend von Teuerungen in der Ausgabengruppe "Gesundheitspflege" (höhere Gewichtsanteile im PIPH) verursacht. Preisanstiege bei Nahrungsmitteln (höhere Gewichtsanteile im PIPH) trugen ebenfalls dazu bei. Zusätzlich dämpften billigere Treibstoffe und Flugtickets (geringere Gewichtsanteile im PIPH) den PIPH nicht so stark wie den VPI. Teuerungen in den Ausgabengruppen "Restaurants und Hotels" sowie "Nachrichtenübermittlung" (jeweils geringere Gewichtsanteile im PIPH) verminderten hingegen den PIPH gegenüber dem VPI.

Inflation beim täglichen Einkauf nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der überwiegend Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, stieg im Jahresabstand um 3,8% (Februar: 3,9%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbes, der einen wöchentlichen Einkauf widerspiegelt und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, erhöhte sich im Zwölfmonatsvergleich um 1,2% (Februar: 1,0%).

 

 

 

zurück

 

 

 

 

Kennen Sie schon unser kostenloses Monatsmagazin "Österreich Journal" in vier pdf-Formaten? Die Auswahl finden Sie unter http://www.oesterreichjournal.at