Nach mehr als 150 Jahren Kleine Eichenglucke
 in Tirol entdeckt

 

erstellt am
02. 05. 14
11.30 MEZ

Tiroler Landesmuseen fanden Falter bei Untersuchung in Ötz
Innsbruck (tlm) - Es gibt sie noch bzw. wieder in Tirol: die Kleine Eichenglucke. Die Falterart wurde in Nordtirol zuletzt 1862 in Innsbruck gesehen. Nach mehr als 150 Jahren haben Experten der Naturwissenschaftlichen Abteilung der Tiroler Landesmuseen zwei Exemplare bei einer Untersuchung in Ötz entdeckt. Die wärmeliebenden Tiere flogen in der späten Dämmerung zu den Leuchtgeräten der Wissenschaftler
 

Phyllodesma termulifolia, Kleine Eichenglucke © TLM/Buchner

   
 

Phyllodesma termulifolia, Kleine Eichenglucke
Foto: TLM/Buchner

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Die Kleine Eichenglucke hat eine Flügelspannweite von 27 bis 35 mm. Sie gehört zur Familie der Glucken. Ihr Name geht auf das ungewöhnliche Verhalten des Falters zurück: Ahnlich einer brütenden Henne schlägt er in Ruhehaltung die Hinterflügel so weit nach vorne, dass sie unter den Vorderflügeln vorragen. Der Schmetterling besitzt wie alle Glucken keine funktionierende Mundwerkzeuge und kann deshalb keine Nahrung zu sich nehmen. Seine Lebenserwartung mit etwa einer Woche ist dementsprechend kurz. Die Raupen der Kleinen Eichenglucke leben bevorzugt an Eichen. In Innsbruck wurde die Art 1862 mit Birken gezüchtet. Dies ist zugleich der einzige bisher bekannte Fund aus Nordtirol.

In Südösterreich ist die Kleine Eichenglucke, bedingt durch die großen Laubholzwälder und das mildere Klima, eine lokal noch häufigere Art. In den Gebieten nördlich der Alpen ist der Falter weitgehend verschwunden. Letzte Funde aus Vorarlberg datieren ins Jahr 1940, in der Nordschweiz ins Jahr 1968. Die Art gilt vielerorts durch Siedlungssbau, Beleuchtung sowie Chemikalieneinsatz in der Land- und Forstwirtschaft als gefährdet.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.tiroler-landesmuseen.at

 

 

 

 

 

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