Mitterlehner: Gesundheitstourismus stärken,
 neue Wachstumschancen nützen

 

erstellt am
09. 05. 14
11.30 MEZ

4. Tourismuskonferenz von Bund und Ländern - Anteil des Gesundheitstourismus soll in Richtung 20 Prozent gesteigert werden - Neue Herbstkampagne der Österreich Werbung
Bad Tatzmannsdorf/Wien (bmwfw) - Zum Auftakt der 4. Tourismuskonferenz von Bund und Ländern präsentierte Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner gemeinsam mit Burgenlands Tourismuslandesrätin Michaela Resetar und Österreich-Werbung- Geschäftsführerin Petra Stolba aktuelle Maßnahmen für den Ausbau des Gesundheitstourismus. "Der Gesundheitstourismus ist saisonunabhängig, bietet neue Wachstumschancen und schafft zusätzliche Arbeitsplätze. Auch aufgrund des demographischen Wandels mit einer älter werdenden Gesellschaft handelt es sich dabei um einen der künftigen Megatrends", sagte Mitterlehner am 08.05. in Bad Tatzmannsdorf. Nach dem Rekordjahr 2013 verdeutliche die schwierige Wintersaison, wie wichtig wetterunabhängige Angebote sind, um den Tourismus noch krisenfester zu machen. Unterstützend wirken die bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) abrufbaren Förderungen. Allein in den vergangenen vier Jahren hat die ÖHT mit zinsgünstigen Krediten von 130 Millionen Euro für Gesundheits- und Wellnessbetriebe ein Investitionsvolumen von 280 Millionen Euro ermöglicht.

"Das Burgenland entwickelt sich immer mehr zur Ganzjahresdestination. Knapp 50 Prozent der 2,85 Millionen Nächtigungen im Burgenland entfallen auf den Wellness- und Thermentourismus. Seit 1995 gab es ein Nächtigungsplus von rund 40 Prozent, die Bettenauslastung ist gestiegen und die Arbeitsplätze in der Gastronomie und Beherbergung haben sich auf über 6.100 verdoppelt. Mit Unterstützung der EU, des Bundes und durch die Kofinanzierung des Landes wurden seit 1995 von Tourismus- und Freizeitbetrieben im Burgenland über 950 Millionen Euro investiert" hebt Landesrätin Resetar hervor und bedankt sich bei Mitterlehner für die hervorragende Unterstützung.

Gesundheitstourismus mit Wachstumschance in Richtung 20 Prozent
Österreichweit waren zuletzt schon 20 Millionen Nächtigungen pro Jahr dem Gesundheitstourismus zuzuordnen, was einem Anteil von 15 Prozent an allen Nächtigungen in Österreich entspricht. "Wir wollen diesen Anteil künftig in Richtung 20 Prozent steigern. Dabei geht der langfristige Trend in Richtung einer stärkeren Spezialisierung - also von reinen Wellness-Angeboten, die oft nur als Zusatzangebote wahrgenommen werden, hin zu ganzheitlichen Konzepten. Umso wichtiger ist eine qualitative Vertiefung der Angebote, wofür Österreich dank seiner sauberen Umwelt und der einzigartigen Natur beste Voraussetzungen hat", so Mitterlehner. „Gesundheitsangebote, die ihre Ressourcen aus der Region schöpfen, werden mit ihrem authentischen Bezug beim Gast punkten können. Zum Beispiel Alpine-Wellness-Angebote, die eingebettet in die Landschaft die gesundheitliche Wirkung der alpinen Höhenlage nutzen und auf Besonderheiten wie Massagen mit Steinöl, Holz in der Bauweise oder Verarbeitung von Lebensmitteln lokaler Biolieferanten in der Küche setzen“, konkretisiert ÖW-Geschäftsführerin Petra Stolba.

Neue Herbstkampagne der Österreich Werbung
Der Gesundheitstourismus ist auch einer der Schwerpunkte in der neuen ÖW-Herbstkampagne, die 2014 unter dem Motto "Entdecke den Herbst für Dich. Urlaub in Österreich." steht. Neben Wellness und Regeneration geht es dabei um die Aspekte Bewegung und Genuss (Wandern, Rad, Wein) sowie Kultur in Stadt und Land. Mitterlehner und WKO-Bundesspartenobmann Hans Schenner haben sich auf diese Herbstoffensive zur Saisonverlängerung mit einem Volumen von rund 500.000 Euro geeinigt. "Wir zielen damit vor allem auf den inländischen Gast ab, wollen also noch mehr Österreicherinnen und Österreicher zu einem Urlaub im eigenen Land motivieren. Damit bleibt Kaufkraft im Land", so Mitterlehner. "Mit attraktiven, buchbaren Angeboten und einer aufmerksamkeitsstarken Kampagne wollen wir für Kurzreisen im Herbst begeistern. Denn eine Stärkung der Monate September und Oktober ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zum Ganzjahrestourismus“, ergänzt Stolba.

Tourismus als Konjunkturstütze - Investitionsbereitschaft steigt
Als positives Signal für einen stärkeren Aufschwung wertet Mitterlehner, dass die Investitionsbereitschaft der Tourismuswirtschaft steigt: In den ersten vier Monaten 2014 ist die Kreditnachfrage bei der ÖHT gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres um zehn Prozent höher, das beantragte Kreditvolumen lag bei 94,5 Millionen Euro. Sogar um 30 Prozent gestiegen ist die Nachfrage nach Jungunternehmerförderungen, mit denen Projekte im Gegenwert von 13,4 Millionen Euro unterstützt werden konnten. "Damit werden neue, innovative Projekte unterstützt, die der Tourismus dringend braucht, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben", so Mitterlehner. Als neues Angebot wird über die ÖHT eine Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank gestartet. "Damit werden unsere Tourismusbetriebe pro Jahr ein zusätzliches Kreditvolumen von 38 Millionen Euro abrufen können. Insgesamt wollen wir die Funktion des Tourismus als Konjunkturstütze weiter stärken", betont Mitterlehner.

Neue Gesundheitsplattform als Ziel des Burgenlands
Um sich gemeinsam besser vermarkten zu können, spricht sich Landesrätin Resetar für eine bundesländerübergreifende Gesundheitsplattform im Tourismus aus: "Wir könnten uns damit noch stärker als Gesundheits- und Wellnessland präsentieren. Die engere Kooperation im Marketing, die klare Aufgabenverteilung und das Bündeln von Kräften sind wichtige Erfolgsfaktoren" betont Resetar. Als weitere Maßnahme will sie die Dachmarke „Gesundheits- und Wohlfühlland Burgenland" etablieren, um die gesundheitstouristischen Angebote noch stärker mit den Themen Wein, Kulinarik, Sport, Kultur und Natur zu verknüpfen.

Abgestimmtes Vorgehen von Bund und Ländern
Im Rahmen der jährlichen Tourismuskonferenz kommen Bund, Länder und Branchenvertreter zusammen, um über aktuelle Chancen und Herausforderungen zu diskutieren. Neben dem Gesundheitstourismus geht es insbesondere um die Themen Marketing, effiziente Förderungen und Betriebsübergaben. "Durch ein abgestimmtes Vorgehen wollen wir die Rahmenbedingungen für Tourismusbetriebe verbessern und Österreichs Position im internationalen Wettbewerb stärken. In dieser Hinsicht hat sich auch unsere vor vier Jahren gestartete Tourismusstrategie bezahlt gemacht", so Mitterlehner. Die nächste Tourismuskonferenz wird auf Einladung des Landes Niederösterreich am 28. Mai 2015 in Krems stattfinden.

     

2. Österreichischer Innovationspreis Tourismus geht an Projekte aus dem Burgenland und Kärnten
Wirtschafts- und Tourismusminister zeichnete innovative, buchbare und kulturtouristische Angebote aus der Tourismus- und Freizeitwirtschaft aus
Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner hat am Abend den gemeinsam mit den Bundesländern ausgelobten 2. Österreichischen Innovationspreis Tourismus (ÖIT) verliehen. In der Kategorie "saisonale, buchbare, kulturtouristische Angebote" gewann der Kärntner Verein pankratiumgmünd mit seinem Projekt "das haus des staunens". Den Sieg in der Kategorie "buchbare, kulturtouristische Ganzjahresangebote" holte sich die Raiding Foundation aus dem Burgenland mit dem Projekt "Storchenhaus". Beide Gewinner wurden von einer Expertenjury ausgewählt und erhalten ein Preisgeld von je 10.000 Euro.

"Wir müssen den Innovationsgedanken im Tourismus auf allen Ebenen stärken. Denn die erfolgreiche Umsetzung neuer Ideen stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Tourismus und entscheidet über den langfristigen Erfolg", sagte Mitterlehner bei der Preisverleihung im Arkadenheurigen des Freilichtmuseums in Bad Tatzmannsdorf. "Die prämierten Projekte sollen als Vorbild und Inspiration für die Weiterentwicklung der Angebote in der gesamten Tourismus- und Freizeitwirtschaft sein. Damit können wir neuen Ideen im Tourismus stärker zum Durchbruch verhelfen", so Mitterlehner. Bei den Einreichungen zum ÖIT sticht insbesondere die Betonung regionaler Alleinstellungsmerkmale hervor - von der Inszenierung von immateriellem Kulturgut über Brauchtum und Outdoor-Erlebniswelten bis hin zu Kulinarik und Kultur.

Jurybegründungen für die Innovationspreisgewinner
"Das Haus des Staunens" – pankratiumgmünd – ist eine neuartige und innovative Erlebniswelt mit hohem Erlebnischarakter für Menschen aller Altersstufen, die sich ideal in das touristische Angebot der Künstlerstadt Gmünd einfügt. Die verschiedenen Experimentierstationen laden zum Ausprobieren, Beobachten, Entdecken und Spielen ein und ermöglichen dadurch eine interaktive Auseinandersetzung mit den Themen Wissenschaft und Kultur. Über den spielerischen Wahrnehmungszugang, der alle Sinne anspricht, kann der Besucher Naturphänomenen auf den Grund gehen und emotional erfahren. Die attraktive Kombination von Unterhaltung und Wissenstransfer soll beispielgebend für weitere Ausstellungen und Erlebniswelten sein. Durch den hohen künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Anspruch wurde mit dem Haus des Staunens ein Erlebnisangebot mit hoher touristischer Vorbildwirkung geschaffen, von der die gesamte Region profitieren kann.

Das "Storchenhaus" als erstes von zehn multifunktionalen Gästehäusern ist ein neuer und mutiger Ansatz, um den Bekanntheitsgrad von Raiding durch internationale Berichterstattung zu steigern. Mit diesem Konzept macht Raiding, die Geburtsstadt von Franz Liszt und ein Ort mit hoher Architektur-Affinität, neue Zielgruppen auf sich und die Region aufmerksam. Das eigenfinanzierte Projekt verbindet burgenländische und japanische Traditionen auf einzigartige Weise. Besonders dieser internationale, Kulturen-übergreifende Ansatz ist auszeichnungswürdig. Darüber hinaus verfügt das Projekt über das Potenzial, überregionale Bedeutung für den Architekturtourismus zu erlangen. Mit dem regionalwirtschaftlichen Ansatz, neue Beherbergungsstrukturen zu schaffen, wurde auch dem Anspruch an organischem Wachstum Rechnung getragen. Aus diesem Grund stellt das Projekt ein Vorbild für die österreichische Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Bezug auf die regionale Wertschöpfungssteigerung dar.

Anerkennungspreis für Mobilitätsprojekt vergeben
Für das von der Rail Tours Touristik GmbH eingereichte Projekt "Kombitickets Kulturgenuss" vergab Tourismusminister Mitterlehner einen Anerkennungspreis. "Das Projekt greift mit der Mobilität ein wichtiges und zukunftsträchtiges Thema auf und stellt eine Alternativlösung zum Individualverkehr dar", so Mitterlehner.

Urkunden für Zweit- und Drittplatzierte sowie für die Nominierten
Neben den Siegerprojekten wurden in beiden ÖIT-Kategorien Projekte für den zweiten und den dritten Platz gekürt:
In der Kategorie "saisonale, buchbare, kulturtouristische Angebote" wurde der zweite Platz der IMaGE Performing Arts Promotion Veranstaltungsorganisation GmbH in Wien für das Projekt "Kammeroper Schönbrunn - isaOpera" zuerkannt. Der dritte Platz ging an das Hotel "DER SEEHOF" in Salzburg mit dem Projekt "Verstörungen - ein Fest für Thomas Bernhard".

In der Kategorie "buchbare, kulturtouristische Ganzjahresangebote" wurde die Ursin Haus Vinothek & Tourismusservice GmbH in Niederösterreich mit dem Projekt "WEINWEG Langenlois und GARTENWEG Schiltern" mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Der dritte Platz ging an die art-lodge****Katrin Liesenfeld-Jordan & Dirk Liesenfeld GesbR in Kärnten mit dem Projekt ""Avantgarde-Alm"-junge Kunst aus Österreich".

All jene Projekte, die von den Bundesländern für die bundesweite Auswahl nominiert worden waren, erhielten ebenfalls Anerkennungsurkunden:

In der Kategorie "saisonale, buchbare, kulturtouristische Angebote"

  • Kulturverein Schloss Halbturn im Burgenland mit dem Projekt "Kunst-Kultur-Kulinarik-Wein"
  • Weinviertel Tourismus GmbH in Niederösterreich mit dem Projekt "Tafeln im Weinviertel"
  • Winterwärme Bad Ischl-Salzkammergut-Therme in Oberösterreich mit dem Projekt "Winterwärme Bad Ischl - Salzkammergut-Therme: Auf den Spuren von Sisi und Franz"
  • Mid Europe in der Steiermark mit dem Projekt "Mid Europe Schladming - internationales Blasmusikfestival"
  • Familotel Landgut Furtherwirt in Tirol mit dem Projekt "Brauchtum gemeinsam leben und erleben. UNSER BRAUCHTUM IM JAHRESLAUF"
  • Bezau Beatz, Alfred Vogel in Vorarlberg mit dem Projekt "Bezau Beatz"


In der Kategorie "buchbare, kulturtouristische Ganzjahresangebote":

  • Oberösterreich Tourismus in Oberösterreich mit dem Projekt " Verbündet.Verfeindet.Verschwägert. Bayern und Österreich "
  • FAHRTRAUM GmbH in Salzburg mit dem Projekt "fahr(t)raum"
  • Panorama Tourismus Österreich in der Steiermark mit dem Projekt "Panorama Tourismus"
  • Verein Wiener Spaziergänge in Wien mit dem Projekt "Wiener Spaziergänge"


Über den Österreichischen Innovationspreis Tourismus
Der Österreichische Innovationspreis Tourismus wird von Bund und Ländern gemeinsam vergeben, um die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Tourismus zu unterstreichen und die wichtigen innovativen Impulse in diesem Wirtschaftssektor zu würdigen. Die Entscheidung unter den nominierten Projekten trifft eine unabhängige Fachjury auf Basis folgender Kriterien: Innovationsgedanke bzw. Neuartigkeit des Projektes, Vorbildwirkung und Vorzeigecharakter für andere Unternehmen, ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit, Beitrag zur nachhaltigen Qualitätsverbesserung, Wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projektes, Steigerung der regionalen Wertschöpfung und Belebung der Region, Stimmigkeit des Projektes mit der Region und der regionalen Kultur, Bedeutung für den regionalen/überregionalen touristischen Markt. Dies entspricht auch den Zielsetzungen der Tourismusstrategie.

 

 

 

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