Finnland sieht Österreich als
 Vorbild bei Arbeitsmarktpolitik

 

erstellt am
07. 05. 14
11.30 MEZ

Delegation des finnischen Parlaments erörtert mit Abgeordneten des Nationalrats Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot
Wien (pk) - Finnland habe noch mit den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu kämpfen, erläuterte Juha Väätäinen, Vorsitzender im Finanz-Unterausschuss für Wohnbau und Umwelt des finnischen Parlaments, die Lage seines Landes am 06.05. im Hohen Haus. Bei einem Treffen mit Nationalratsabgeordneten unter der Leitung von Kai Jan Krainer sagte Väätäinen, nach EU-Prognosen liege man an zweitletzter Stelle in Bezug auf das Wirtschaftswachstum, obwohl es tatsächlich Investitionen in die traditionell bedeutende Holz- und Papierindustrie bzw. in Erneuerbare Energien gebe. Das stark vom Export abhängige nordeuropäische Land leide an hoher Staatsverschuldung und habe vor allem Schwierigkeiten, die Arbeitslosigkeit zu senken. Interesse zeigte die finnische Delegation daher an Maßnahmen im ebenfalls exportorientierten Österreich, um trotz Krise für wirtschaftliche Erholung zu sorgen und so die Arbeitslosigkeit einzudämmen.

Österreichs Wirtschaft habe gerade dank der Exportwirtschaft im Vorjahr ein leichtes Wachstum verzeichnen können, beschrieb Krainer (S) die heimische Situation. Das größte Problem, Beschäftigung zu finden, hätten nicht ausreichend qualifizierte Personen. Die duale Ausbildung nannte der SPÖ-Mandatar daher als wichtigen Faktor, der Arbeitslosigkeit vorzubeugen und gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen. Insgesamt verfüge Österreich über einen recht flexiblen Arbeitsmarkt, wenn auch Arbeit im Gegensatz zu Vermögen stark besteuert werde. Werner Groiß (V) hob zudem hervor, Klein- und Mittelbetriebe erbrächten einen großen Teil der heimischen Wirtschaftsleistung und sorgten mit ihren Lehrstellen für eine relativ geringe Jugendarbeitslosigkeit. Angesprochen wurde von finnischer Seite außerdem der Mangel an leistbaren Mietwohnungen, besonders in der Hauptstadt Helsinki. Die Wohnbauförderung beschrieb Maximilian Unterrainer (S) als wirksames Mittel, Preisanstiege im Wohnbereich zu deckeln. Zwar sei Wohnungspolitik vorrangig Sache der Bundesländer, betonte Krainer, doch wirke beispielsweise Wien mit seinen Gemeindewohnungen drohendem Wohnungsmangel entgegen und ermögliche damit eine gute soziale Durchmischung in allen Bezirken.

 

 

 

zurück

 

 

 

 

Die Nachrichten-Rubrik "Österreich, Europa und die Welt"
widmet Ihnen der
Auslandsösterreicher-Weltbund

 

 

 

Kennen Sie schon unser kostenloses Monatsmagazin "Österreich Journal" in vier pdf-Formaten? Die Auswahl finden Sie unter http://www.oesterreichjournal.at