5 Jahre Wirtschaft für Integration

 

erstellt am
15. 05. 14
11.30 MEZ

Positive Bilanz und neue Herausforderungen – Bildung, Arbeitsmarktzugang und politische Partizipation von MigrantInnen entscheidend für die Zukunft Österreichs!
Wien (vwfi) - "Wir müssen Zuwanderung und Integration endlich als Chance für Österreich begreifen!" - Mit dieser Überzeugung gründeten Georg Kraft-Kinz, stv. Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und Ali Rahimi, Wiener Unternehmer mit iranischen Wurzeln, vor fünf Jahren den Verein Wirtschaft für Integration (VWFI).

"Wir danken allen unseren SponsorInnen, PartnerInnen, UnterstützerInnen und unserem Team für ihr Engagement - gemeinsam haben wir vieles bewegt: Debatten angestoßen, konkrete Handlungsvorschläge ausgearbeitet und innovative Projekte umgesetzt. Wir sind unserem Ziel, das Thema Integration im öffentlichen Diskurs positiv zu verankern, in den vergangenen Jahren einige große Schritte näher gekommen. Nichtsdestotrotz dürfen wir uns nicht auf unseren bisherigen Erfolgen ausruhen. Im Integrationsthema gibt es nach wie vor viel zu tun!", betonen Kraft-Kinz und Rahimi.

Bildung, Arbeitsmarktzugang, politische Partizipation sowie Information und Bewusstseinsbildung sind die entscheidenden Handlungsfelder für einen gelungenen Umgang mit Zuwanderung und Integration in der Zukunft.

"Unser aller Engagement ist gefragt. Denn nur gemeinsam können wir auch in Zukunft mehr bewegen!", so Kraft-Kinz und Rahimi im Rahmen der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsmitglied des Vereins Wirtschaft für Integration und Vorstandsdirektorin von Casinos Austria und den Österreichischen Lotterien, anlässlich des fünfjährigen Vereinsjubiläums.

Bildung: "Chancengleichheit herstellen: Es ist es fünf vor zwölf!"
"Wir gehen grob fahrlässig mit den in unserem Land vorhandenen Talenten um!", davon sind Kraft-Kinz und Rahimi überzeugt. Sie sehen dringenden Handlungsbedarf im Bildungsbereich: "Es ist fünf vor zwölf! Wenn wir nicht endlich beginnen, unser Bildungssystem so zu gestalten, dass alle Kinder und Jugendlichen - unabhängig von sozioökonomischem Background - die gleichen Chancen haben, schaden wir damit langfristig nicht nur unserer Gesellschaft, sondern auch der Wirtschaft unseres Landes! Anstatt auf die Defizite zu fokussieren, gilt es Bildungsvererbung vorzubeugen, in dem wir die Talente und Fähigkeiten der jungen Menschen, wie z.B. Mehrsprachigkeit, gezielt fördern!", so Kraft-Kinz und Rahimi.

Aus diesem Grund startet der Verein Wirtschaft für Integration im kommenden Schuljahr zwei neue Projekte, die genau hier ansetzen: Mit dem "Zukunftschancenfonds" ermöglicht der Verein SchülerInnen der Wiener Musik- und Informatikmittelschule Wendtstattgasse, die aus sozioökonomisch benachteiligten Familien stammen, die Teilnahme am ganztägigen schulischen Betreuungsprogramm (www.vwfi.at/zukunftschancenfonds.html); mit den "VWFI-Mobilitätsstipendien" werden Studierende der WU Wien, denen es aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, sich einen Forschungsaufenthalt im Ausland selbst zu finanzieren, unterstützt (www.vwfi.at/mobilitaetsstipendium.html).

Darüber hinaus engagiert sich der Verein Wirtschaft für Integration im Bildungsbereich u.a. mit dem mehrsprachigen Redewettbewerb "SAG'S MULTI!" (www.sagsmulti.at), der im kommenden Schuljahr bereits in die sechste Runde startet. Das seit zwei Jahren bestehende PatInnenprogramm "KONNEX" wird weiter ausgebaut und soll künftig insbesondere SchülerInnen aus einkommensschwachen Familien bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützen (www.sagsmulti.at/konnex).

Arbeitsmarktzugang: "Rot-Weiß-Rot-Card weiterentwickeln!"
Als weiteres wesentliches Handlungsfeld im Integrationsbereich identifizieren Kraft-Kinz und Rahimi den Arbeitsmarktzugang. "Wir lesen immer wieder in der Zeitung, dass uns MigrantInnen die Arbeitsplätze wegnehmen. Wir müssen weg von dieser Zuwanderungsparanoia! Vielmehr brauchen wir ein attraktiveres Anreizsystem für Schlüsselkräfte, die in vielen Bereichen dringend gesucht werden. Zugangsbarrieren müssen abgebaut werden! Die Rot-Weiß-Rot-Card ist in ihrer jetzigen Form zu wenig attraktiv und muss weiterentwickelt werden, wenn wir im Wettbewerb um die besten Hände und Köpfe nicht ins Hintertreffen geraten wollen", stellen sich Kraft-Kinz und Rahimi hinter die Forderungen, die UnternehmerInnen und ExpertInnnen immer wieder formulieren.

"Politische Partizipation für alle BürgerInnen!"
"Österreich hat ein wachsendes Demokratiedefizit! Mehr als 1 Mio. Menschen, die hier leben, dürfen nicht wählen, weil das Wahlrecht großteils immer noch an die Staatsbürgerschaft gekoppelt ist. Damit bleiben ihnen grundlegende Mitbestimmungsrechte verwehrt, und das obwohl sie teilweise seit Jahrzehnten hier leben, arbeiten und Steuern zahlen. Wir sollten dringend darüber nachdenken, unser Staatsbürgerschaftsgesetz zu erneuern und an die Realitäten des 21. Jahrhunderts anzupassen", argumentieren Kraft-Kinz und Rahimi.

Sie setzen sich für die Staatsbürgerschaft hier geborener Kinder sowie die Möglichkeit zur Doppelstaatsbürgerschaft ein. "Wer in Österreich seinen Lebensmittelpunkt hat, soll hier auch mitgestalten können, erst dann wird Österreich auch zum Zuhause", fordern Kraft-Kinz und Rahimi.

"Vielfalt als Realität und Chance wahrnehmen!"
"Vielfalt ist nicht die Ausnahme sondern die Realität: Allein in Wien werden 250 unterschiedliche Sprachen gesprochen, laut Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor haben 21% der WienerInnen eine andere Staatszugehörigkeit, bereits ca. 70% der Kinder und Jugendlichen in Wien haben einen sogenannten Migrationshintergrund. Unsere Stadt wäre ohne diese Vielfalt um vieles ärmer, sozial, kulturell, sprachlich und wirtschaftlich. Engagierte WienerInnen mit und ohne internationale Wurzeln machen mit ihren unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten Wien zu einer internationalen Metropole und einem attraktiven Wirtschaftsstandort!", sind Kraft-Kinz und Rahimi überzeugt.

"Damit diese Vielfalt auch in den Köpfen der Menschen ankommt und als die Chance wahrgenommen wird, die sie ist, braucht es Information und Bewusstseinsbildung", so die beiden Obleute von Wirtschaft für Integration. Hier setzt der Verein mit dem in Kooperation mit dem ORF Landesstudio Wien initiierten und im Vorjahr erstmals verliehenen "Preis der Wiener Vielfalt" an, mit dem bewusst WienerInnen mit und ohne internationale Wurzeln, die mit Ihrem Engagement zur Vielfalt in der Stadt beitragen, vor den Vorhang geholt und ausgezeichnet werden (www.preisderwienervielfalt.at).

Glatz-Kremsner: "Interkulturelles Zusammenleben ist Bereicherung"
Die Bedeutung von Zuwanderung und Integration aus Sicht der Wirtschaft betont Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsmitglied des Vereins Wirtschaft für Integration und Vorstandsdirektorin von Casinos Austria und den Österreichischen Lotterien, im Rahmen der Pressekonferenz zum fünfjährigen Vereinsjubiläum: "Die Österreichischen Lotterien engagieren sich seit vielen Jahren für Integration und Inklusion. Das ist uns ein besonderes Anliegen, denn interkulturelles Zusammenleben ist ganz einfach eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Wir alle profitieren davon, wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammenarbeiten und gemeinsam über den Tellerrand blicken. Der Verein Wirtschaft für Integration hat in den vergangenen fünf Jahren dafür gesorgt, dass Integration eine breite Bühne in der Öffentlichkeit bekommt. Dafür sagen wir heute danke und wünschen für die Zukunft viel Erfolg," so Glatz-Kremsner.

Verein Wirtschaft für Integration (VWFI)
Der Verein Wirtschaft für Integration wurde im März 2009 von Dr. Georg Kraft-Kinz (Stv. Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien) und dem in Teheran geborenen Wiener Unternehmer Mag. Ali Rahimi gegründet. Unter der Geschäftsführung von Mag.a Meri Disoski setzt der Verein innovative und modellhafte Projekte für einen potenzialorientierten Umgang mit dem Thema Integration um. Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und Interessensvertretungen ermöglichte so u.a. den Österreichischen Integrationspreis, dreimal den Österreichischen Integrationstag oder bereits fünfmal den mehrsprachigen Redewettbewerb "SAG'S MULTI!". Das Leitmotiv lautet "fordern und fördern" (www.vwfi.at).

Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien ist Gründungs- und Hauptsponsor von Wirtschaft für Integration. ManagerInnen und UnternehmerInnen aus großen Firmen und Interessensvertretungen gehören dem Vorstand an, u.a.: Dr. Andreas Brandstetter, CEO UNIQA Group,KommR. Peter Hanke, Geschäftsführer Wien Holding, Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender REWE International AG, Ing. Wolfgang Hesoun, Präsident der Industriellenvereinigung Wien, Mag. Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung Österreich, Senator KommR. Kurt Mann, Mann Bäckerei & Konditorei GmbH & Co KG,Mag. Johannes Schuster, Vorstand RZB, Peter Spak, Hink Pasteten, Ing. Karl-Heinz Strauss, Vorstandsvorsitzender PORR AG,Dr. Franz Wohlfahrt, Generaldirektor NOVOMATIC AG.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.vwfi.at

 

 

 

 

 

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