Gefährliche Pilze

 

erstellt am
27. 05. 14
11.30 MEZ

Innovatives Diagnoseverfahren an der Med Uni Graz
Graz (meduni) - Invasive Pilzinfektionen bergen besonders für bereits geschwächte PatientInnen ein enormes Gesundheitsrisiko. Eine rasche Diagnose steigert die Heilungschancen erheblich. Bis dato nahm der Nachweis solcher Infektionen jedoch einige Tage in Anspruch. Wissenschaftern an der Med Uni Graz rund um OA Dr. Florian Prüller und Univ.-Prof. Dr. Robert Krause ist es nun gelungen, ein Testverfahren zum schnelleren Nachweis invasiver Pilzinfektionen zu automatisieren.

Invasive Pilzinfektionen: Rasche Diagnose erhöht Heilungserfolg
Pilze können gefährliche Infektionen hervorrufen und versuchen jährlich weltweit bis zu 1,5 Millionen Todesfälle. Besonders PatientInnen auf der Intensivstation oder auch PatientInnen mit geschwächtem Immunsystem in Folge von Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, sind von invasiven Pilzinfektionen besonders betroffen. "Invasive Pilzinfektionen sind Infektionen der Blutbahn oder der inneren Organe, wie beispielsweise Leber und Milz, hervorgerufen durch Sprosspilze, Schimmelpilze oder andere seltene Pilze", erklärt Univ.-Prof. Dr. Robert Krause, Experte für Infektionskrankheiten an der Med Uni Graz. Aktuell stehen für die erfolgreiche Therapie nur wenige Medikamente zur Verfügung, welche teilweise schwere Nebenwirkungen verursachen können.

"Eine frühe Diagnose steigert den zu erwartenden Behandlungserfolg maßgeblich", klärt Robert Krause auf. Eine rasche Diagnose war bisher nicht möglich, da die zur Verfügung stehenden Testverfahren oft mehrere Tage in Anspruch nehmen. "Ein weiterer Nachteil aktueller Tests liegt darin, dass diese oft nur einen geringen Teil der Pilze nachweisen können und so der Ausschluss einer Pilzinfektion nicht immer klar bestimmbar war", zählt Robert Krause die Unzulänglichkeiten bisheriger Untersuchungsmöglichkeiten auf.

Automatisierter Nachweis zur raschen Diagnose entwickelt
Ein interdisziplinäres Team in Kooperation der Univ.-Klinik für Innere Medizin und des Institutes für Medizinische und Chemische Labordiagnostik an der Med Uni Graz hat eine neue Testmethode entwickelt, die eine rasche Diagnose oder den Ausschluss einer invasiven Pilzinfektion ermöglicht. "Innerhalb weniger Stunden erhalten wir aus dem neuen Testverfahren eindeutige Ergebnisse", so OA Dr. Florian Prüller, Bereichsleiter für Gerinnung und Thrombozytenfunktion am Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik. Den Forschern ist es gelungen, den mit gefriergetrocknetem Plasma des Pfeilschwanzkrebses durchgeführten Nachweis von Pilzbestandteilen in PatientInnenproben auf einem automatisierten Gerinnungsgerät zu etablieren. So liegen bereits nach wenigen Stunden eindeutige Testergebnisse vor und eine notwendige Behandlung kann unmittelbar eingeleitet werden.

Zielgerichtete Therapie optimiert Heilung und erspart schwere Nebenwirkungen
Der klare Vorteil der an der Med Uni Graz entwickelten Methode liegt darin, dass PatientInnen schnell diagnostiziert werden können und daher Therapiemaßnahmen zeitnah eingeleitet werden können. Zusätzlich gewährleistet der eindeutige Ausschluss einer zuvor vermuteten Pilzinfektion, dass PatientInnen nicht unnötig mit Medikamenten behandelt werden, die teils schwere Nebenwirkungen verursachen können. "Die neue Methode verhindert nicht nur Nebenwirkungen sondern trägt auch zur Kostenreduktion bei, da Medikamente bei negativem Test eingespart werden können", so Robert Krause und Florian Prüller unisono.

"Die neue Testmethode kann durch die labordiagnostische Entwicklung für die Forschung jederzeit eingesetzt werden und wäre auch für die Routineversorgung täglich verfügbar", so die beiden Wissenschafter abschließend.

 

 

 

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