OÖ: Anerkennung für Gewaltopfer

 

erstellt am
16. 06. 14
16.00 MEZ

LH Pühringer/LR Entholzer: Landesregierung beschließt finanzielle Gesten für weitere neun Opfer physischer, psychischer oder sexueller Gewalt
Linz (lk) - Die Oö. Landesregierung hat in ihrer Sitzung vom 16.06. beschlossen, neun weiteren Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend Opfer von physischer, psychischer und sexueller Gewalt im Heim- und Fürsorgewesen des Landes Oberösterreich geworden sind, finanzielle Gesten auszuzahlen. Das geben Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und Landesrat Ing. Reinhold Entholzer bekannt.

Die Landesregierung folgte damit einer Empfehlung der unabhängigen Opferschutzkommission des Landes Oberösterreich. Bereits im Mai 2011, Jänner und Juni 2012, Februar und Juli 2013 sowie im Jänner 2014 wurden entsprechende finanzielle Gesten von der Oö. Landesregierung beschlossen. Seither haben sich weitere Betroffene bei der unabhängigen Opferschutzstelle gemeldet, die bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft eingerichtet ist.

Einige Betroffenen haben vorgebracht, dass sie in den Werkstätten des Jugendwohnheims Linz-Wegscheid beschäftigt und in dieser Zeit nicht pensionsversichert waren. Der Nachkauf dieser Versicherungszeiten ist den Betroffenen ein großes Anliegen. Daher werden diese Versicherungszeiten wenn möglich - die Entscheidung ob ein Nachkauf möglich ist liegt letztlich beim jeweils zuständigen Versicherungsträger - durch das Land OÖ nachgekauft.

Bis dato wurden für 36 Betroffene Pensionsversicherungszeiten nachgekauft. Bei den nunmehr Betroffenen wird derzeit in drei Fällen vom zuständigen Versicherungsträger geprüft, ob ein Nachkauf möglich ist. Die Kosten pro Nachkauf belaufen sich bisher auf durchschnittlich ca. 1.960 Euro. Auch diese zusätzlichen Kosten sind ein Teil der finanziellen Geste.

Die Opferschutzkommission hat der Landesregierung die Auszahlung finanzieller Gesten in Höhe von diesmal insgesamt 67.500 Euro vorgeschlagen.

Bisher wurden bereits in 201 Fällen rund 2,2 Millionen Euro an finanziellen Gesten für Therapien, Nachkäufe von Pensionsversicherungszeiten etc. geleistet, mit den neun heute beschlossenen sind es 210 Auszahlungen und eine Gesamtsumme von 2.239.000 Euro.

„Das Land Oberösterreich entschuldigt sich bei jedem einzelnen Opfer für das erlittene Unrecht. Uns geht es darum, mit den Betroffenen wertschätzend und umsichtig umzugehen“, betonen Pühringer und Entholzer. Natürlich ist dabei allen Beteiligten klar, dass das Leid der Betroffenen bedauerlicherweise nicht ungeschehen gemacht werden kann.“

 

 

 

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