LH Pühringer: Trendumkehr bei Abwanderung
 einleiten – junge Menschen zurück nach Oberösterreich

 

erstellt am
10. 06. 14
11.30 MEZ

OÖ. Zukunftsakademie stellt sich mit Experten der Herausforderung Abwanderung
Linz (lk) - "Oberösterreich steht im Vergleich zu den anderen Bundesländern gut da. Bei der wirtschaftlichen Situation, der Arbeitsmarktlage und bei der Lebensqualität liegt OÖ im Spitzenfeld. Dennoch betrifft der europaweite Trend zur Wanderung in Richtung der großen Metropolräume auch unser Land stark und zwar im Falle Oberösterreichs die Abwanderung in Richtung der Bundeshauptstadt Wien. Diesem Trend wollen wir entgegenwirken", informiert Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.

In einer hochkarätigen Expertenrunde auf Einladung der Oö. Zukunftsakademie wurden mit Migrationsexperten Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann (Vizerektor der Universität Wien, Leiter des Instituts für Geografie und Regionalforschung und Leiter des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) und Dr. Peter Huber (Stv. Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung WIFO, Wissenschaftlicher Experte für regionale Arbeitsmärkte, Migration und grenzüberschreitendes Pendeln) gemeinsam mit Experten der Verwaltung richtungsweisende Strategien für Oberösterreich in Zeiten einer speziell bei jungen und gebildeten Menschen festzustellenden Sogwirkung Richtung Wien beraten.

Der Grund: Der Wanderungssaldo gegenüber Wien ist in den letzten 10 Jahren laut Statistikabteilung des Landes stark angestiegen und betrug im Zeitraum 2001-2011 rund 17.000 Personen. Die größten Wanderungsverluste gibt es dabei in der Altersgruppe 18-23 Jahre und hier vor allem bei den höher Gebildeten und den an beruflichem Erfolg Orientierten. Dem Wegzug – großteils bedingt durch den Studienbeginn - steht kein entsprechender Rückzug nach Studienende gegenüber. Das heißt, dass der Wegzug junger Menschen mit einem „Brain Drain“, also dem Abfluss von Kompetenzen verbunden ist.

Die Oö. Zukunftsakademie hat in Zusammenarbeit mit dem Linzer Institut für Qualitative Analysen LIQUA mittels einer Befragung von ehemaligen Oberösterreicher/innen, die heute in Wien leben, einen ersten Schritt gesetzt, um herauszufinden, welche Haupt-Beweggründe hinter diesen Lebensentscheidungen stehen.

Die Hauptergebnisse:

  • Berufliche Gründe werden als Motiv für den dauerhaften Verbleib in Wien an erster Stelle genannt.
  • „Familienfreundlichkeit“ und „Wohnen“ sind die Kriterien, bei denen Oberösterreich in der Wahrnehmung der Befragten gegenüber Wien punktet.
  • Oberösterreich muss als moderner Wirtschaftsstandort und Region der beruflichen Chancen besser wahrgenommen werden.


"Um junge gebildete Menschen für Oberösterreich zu gewinnen bzw. zurück nach Oberösterreich zu holen, gilt es, für die Zukunfts­generation einer Wissensgesellschaft attraktiv und präsent zu bleiben", so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, der mit den Experten folgende Kernaussagen erörterte: OÖ muss sich aktiv um die Bindung junger Menschen an das Land bemühen. Studentinnen und Studenten müssen bereits an ihren Studienorten erfahren, welche beruflichen Möglichkeiten Oberösterreich für sie bietet. Da Bildung und Arbeit zunehmend praxisorientiert zusammenhängen, können qualifizierte Arbeitsangebote neben dem Studium, Praktikums-, Famulatur- oder Start-Up-Modelle für Absolvent/innen u.dgl. dazu beitragen, dass Oberösterreich als Ort der beruflichen Chancen im Bewusstsein der Qualifizierten außerhalb des Landes präsent ist.

Die Verbreiterung des Studienangebots in Oberösterreich erhöht die Attraktivität des Landes bei der Wahl des Studienorts durch junge Menschen aus allen Regionen. Die Schaffung der Medizinischen Fakultät und der Ausbau des Angebots an technisch orientierten Studienrichtungen sind auch im Interesse der Bevölkerungs­entwicklung vorteilhaft, da junge Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit dort bleiben, wo sie sich während der Studienzeit eingelebt haben.

Die Weiterentwicklung hochwertiger wirtschafts- und industrienaher Dienstleistungen ist ein wichtiges Bedürfnis sowohl der in Oberösterreich ansässigen Unternehmen als auch der hochqualifizierten jungen Menschen. Die hochentwickelten technologischen Leitbetriebe des Landes brauchen auch Leitbetriebe im hochqualifizierten Dienstleistungsbereich (z.B. Forschungsinstitute, Partner aus der Kreativwirtschaft, Beratungsunternehmen, etc.). Diese wiederum erschließen vielfältige berufliche Perspektiven für Absolventinnen und Absolventen unterschiedlicher Studienrichtungen.

„Die Abwanderung findet in einer Lebensphase statt, in der Menschen wichtige Lebensentscheidungen treffen und in der sich das weitere Leben strukturiert – insbesondere bei der Studienwahl, bei der Berufswahl und bei der Familiengründung. Es ist daher unser Ziel, gleichermaßen für Menschen aus Oberösterreich wie aus anderen Regionen dadurch attraktiv zu sein, dass diese hier eine optimale berufliche und private Existenzperspektive erkennen. Daran werden wir arbeiten. Gemeinsam mit der Oö. Zukunftsakademie wollen wir uns dieser Herausforderung stellen“, so LH Pühringer abschließend.

 

 

 

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