Konjunkturdaten uneinheitlich

 

erstellt am
26. 06. 14
16.00 MEZ

Wien (volksbank) - Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juni deutlich verbessert. Der entsprechende Index des Forschungsinstituts Conference Board erreichte mit 85,2 Punkten (Mai: 82,2 Punkte) sogar das höchste Niveau seit Januar 2008. Auch das Wachstumstempo des Produzierenden Gewerbes hat sich in den USA im Juni unerwartet beschleunigt. Der vom Markit-Institut berechnete Einkaufsmanagerindex stieg im entsprechenden Monat gemäß einer vorläufigen Berechnung auf 57,5 Punkte (Mai: 56,4 Punkte). Damit erreichte der Index das höchste Niveau seit April 2010. Der Index für den Dienstleistungssektor verbesserte sich sogar auf ein Rekordniveau von 61,2 Punkten (Mai: 58,1 Punkte). Diese Umfrage gibt es seit Oktober 2009. Ein Wert über 50 Punkten signalisieren Wachstum, ein Wert darunter Kontraktion. Die US-Wirtschaft hat sich im ersten Quartal deutlich schlechter entwickelt als zunächst erwartet. Demnach schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,9% Q/Q (vorl.: -1,0%, Q4: +2,6%). Als Hauptgrund für den Einbruch gilt die Kältewelle.

Im Produzierenden Gewerbe der Eurozone hat sich das Wachstum im Juni unerwartet verringert. Der Einkaufsmanagerindex sank gemäß einer vorläufigen Berechnung auf 51,9 Punkte (Mai: 52,2 Punkte). Der Index für den Dienstleistungssektor verschlechterte sich auf 52,8 Punkte (Mai: 53,2 Punkte). In Deutschland hat sich das Wachstumstempo des Produzierenden Gewerbes gegenüber dem Vormonat wenig verändert. Im Dienstleistungssektor hat es sich jedoch verringert. Die Einkaufsmanagerindizes für Frankreich, die schon zuvor unter der Schwelle von 50 Punkten lagen, sind weiter gesunken. Bei den deutschen Unternehmen war im Juni eine Verschlechterung der Stimmung zu beobachten. Befürchtet wurden vor allem mögliche negative Auswirkungen der Krisen in der Ukraine und im Irak. Der ifo Geschäftsklimaindex verringerte sich in diesem Umfeld auf 109,7 Punkte (Mai: 110,4 Punkte). Die Kauflaune der deutschen Verbraucher ist jedoch derzeit so gut wie seit Jahren nicht mehr. Der GfK-Konsumklimaindex für Juli erreichte mit 8,9 Punkten (Juni: 8,6 Punkte) sogar das höchste Niveau seit Dezember 2006. Während der Teilindex der Einkommenserwartungen – trotz eines leichten Rückgangs – auf hohem Niveau blieb, hat sich die Anschaffungsneigung im Umfeld niedriger Zinsen spürbar erhöht. Außerdem haben sich die Konjunkturerwartungen der Verbraucher deutlich verbessert.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank hat am 18. Juni beschlossen, den monatlichen Ankauf von längerfristigen Staatsanleihen sowie von Hypothekenpapieren ab Juli um weitere jeweils USD 5 Mrd auf USD 20 Mrd bzw. USD 15 Mrd zu reduzieren. Der Korridor für die Federal Funds Rate (0,00% bis 0,25%) wurde – wie allgemein erwartet – nicht verändert. Die Schweizerische Nationalbank beließ am 19. Juni das Zielband für den Dreimonats-Libor bei 0% bis 0,25%. Außerdem hat sie neuerlich betont, keinen Kurs des Franken stärker als CHF 1,20 je EUR zu tolerieren. Am 3. Juli tagt der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank. Nach dem am 5. Juni beschlossenen Maßnahmenpaket zur Ankurbelung der Kreditvergabe erwarten wir nächste Woche nichts substanziell Neues.

Die Aktienkurse sind in den letzten Tagen mehrheitlich etwas gesunken. Dabei wurden vereinzelt schwache Konjunkturdaten und die anhaltende Gewalt im Irak zum Anlass genommen, Gewinne mit-zunehmen. Gute Konjunkturdaten wurden von den Marktteilnehmern kaum beachtet. Der Luftfahrtzulieferer FACC AG hat gestern seine Aktien zu einem Preis von EUR 9,50 an der Wiener Börse platziert. Der aktuelle Kurs liegt beim Ausgabepreis. In den nächsten Tagen wird mit dem US-Arbeitsmarktbericht für Juni einer der bedeutendsten Konjunkturindikatoren veröffentlicht. Interessant wird auch der EU-Gipfel, da eine Ausweitung der Sanktionen gegen Russland im Raum steht. Insgesamt erwarten wir in den nächsten Tagen eine Seitwärtsentwicklung der Aktienkurse.

 

 

 

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