Nach dem Ministerrat

 

erstellt am
09. 07. 14
10.00 MEZ

 Faymann: Österreich braucht berechenbaren Kurs, der auf Stabilität und Wachstum setzt
Ministerrat nominiert Johannes Hahn für die EU-Kommission – Budgetpfad wird eingehalten – Gesetzesentwurf zur deutschen Maut wird geprüft
Wien (bpd) - "Es gehört zur alltäglichen Arbeit einer Regierung, gerade in schwierigen Zeiten für die Einhaltung des vorgesehenen Budgetpfads zu sorgen. Die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei, das Wirtschaftswachstum ist schwach. Österreich gehört nach wie vor zu den Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit in Europa, aber auch wir verzeichnen einen Anstieg der Quote. Daher müssen wir gleichzeitig sparen und investieren, um stabile Finanzen sicherzustellen und das Wachstum anzukurbeln", sagte Bundeskanzler Werner Faymann am 08.07. beim Pressefoyer nach dem Ministerrat im Parlament.

"Wir müssen darauf achten, dass Österreich die Maastricht-Kriterien erfüllt und wir unser Ziel im Auge behalten, im Jahr 2016 ein strukturelles Nulldefizit zu erreichen. Das gehört genauso zum Tagesgeschäft der Regierung wie das Umsetzen von Reformen. Schließlich geht es auch darum, dass Steuerentlastungen auf Arbeit ermöglicht werden", so der Bundeskanzler. Österreich sei auf einem guten Weg und brauche weiterhin einen berechenbaren Kurs, der auf Stabilität und Investitionsfreudigkeit gerichtet sei.

Der Ministerrat habe heute auch formell entschieden, Johannes Hahn für eine weitere Periode als EU-Kommissar zu nominieren. "Kommissar Hahn hat gute und sehr sachbezogene Arbeit im Ressort für Regionalpolitik, einem für Österreich sehr wichtigen Bereich, geleistet", sagte Faymann. Es sei allerdings noch zu früh, über künftige Ressortzuteilungen in der neuen Kommission zu spekulieren.

Zur laufenden Debatte über die Einführung einer flächendeckenden deutschen PKW-Maut sagte der Kanzler: "Die zuständige Verkehrsministerin Doris Bures hat bereits klargestellt, dass Österreich sich bei Einführung dieses Modells alle rechtlichen Schritte vorbehält. Wir werden sicher nicht hinnehmen, dass ein Mitgliedstaat EU-rechtswidrige Bestimmungen einführt. Sobald der Gesetzesentwurf auf dem Tisch liegt, werden wir ihn genau unter die Lupe nehmen."


 

 Spindelegger: Hypo-Sondergesetz ist ein Signal in Richtung Kontinuität
Sondergesetz ist richtiger Weg, mit dem Steuerzahler nicht alleine gelassen werden – Budgetvollzug: Ziel ist Punktlandung beim Budget 2014 – Johannes Hahn als EU-Kommissar nominiert
Wien (övp-pd) - "Mit dem Hypo-Sondergesetz geben wir ein klares Signal. Ein Signal in Richtung Kontinuität, nicht in Richtung Konkurs", stellt Finanzminister Michael Spindelegger nach dem Ministerrat klar. Das Sondergesetz zur Hypo Alpe Adria steht heute im Nationalrat zum Beschluss. Man habe sich bewusst nicht für eine Insolvenz entschieden, betont Michael Spindelegger: "Die Risiken wären unkalkulierbar gewesen. Aufgrund der Seiteneffekte auf andere Banken und weil das Land Kärnten sofort in den Konkurs geschlittert wäre." Auch werde der Weg einer deutschen Anstaltslösung zur Abwicklung der notverstaatlichten Bank nicht beschritten, denn dadurch hätten die Steuerzahler die vollen Kosten tragen müssen, sagt Spindelegger. Zu den Nachranggläubigern der Hypo Alpe Adria betont der Finanzminister, dass deren Forderungen auch im Konkursfall nicht bedient worden wären. Spindelegger weiter: "Ich halte den mit dem Hypo-Sondergesetz beschrittenen Weg für den richtigen. Denn dieser Weg signalisiert den Steuerzahlern, dass sie die Last der Kosten für die Hypo nicht alleine tragen müssen."

In Hinblick auf den Budgetvollzug hat sich die Bundesregierung auf einen Weg geeinigt, der vorsieht, notwendige Punkte Stück für Stück abzuarbeiten. "Wir haben das Ziel, wieder in die Budgetspur zu kommen, die wir mit dem Budget 2014 definiert haben. Auf diesem Weg werden wir gemeinsam mit den einzelnen Ressortchefs erörtern, wie wir das gemeinsame Ziel einer Punktlandung beim Budget 2014 erreichen", hält Finanzminister Michael Spindelegger fest. Diese Aufgabe sei anspruchsvoll, so Spindelegger, der betont: "Wir sind auf einem guten Weg."

Johannes Hahn ist durch den heutigen Beschluss des Ministerrates formell zum Kandidaten Österreichs für die Europäische Kommission nominiert worden. Über das Ressort werde zu gegebener Zeit verhandelt, Hahn habe aber sehr gute Arbeit geleistet. "Die Regionalpolitik hat innerhalb der EU eine große Bedeutung. Johannes Hahn hat in den vergangenen Jahren, in jenen Regionen, in denen Investitionen notwendig waren, zielgerichtete Programme auf den Weg gebracht." Dafür werde Hahn auch von den Regierungschefs der betroffenen Länder gewürdigt. "Johannes Hahn ist ein sehr guter und eingearbeiteter Kommissar und einer der wenigen, die noch einmal ihr Amt innehaben könnten. Das gibt uns die Hoffnung, dass ihm bei den Fragen nach dem Ressort und der Kontinuität eine besondere Aufgabe zufallen könnte", sagt Michael Spindelegger. Gespräche mit Jean-Claude Juncker habe es bereits gegeben, der formelle Abschluss stehe aber noch bevor, so Spindelegger der schließt: "Ich begrüße, dass wir Johannes Hahn wieder als österreichischen Vertreter in der Europäischen Kommission sehen werden."

     

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