Anschober: Österreich braucht einen
 Aktionsplan für Energieunabhängigkeit

 

erstellt am
05. 08. 14
10.00 MEZ

Oberösterreich will eigene Initiative starten und hofft auf Unterstützung von EU und Bundesregierung
Linz (lk) - Österreich ist vom Import fossiler Energie so abhängig wie nur wenige andere Länder und zahlt pro Jahr die gigantische Summe von 17 Milliarden Euro für den Import fossiler Energieträger, zu einem Gutteil Importe aus problematischen Regionen wie Russland.

Anschober: "Das schafft enorme Abhängigkeiten, politische Erpressbarkeit und ein gewaltiges Außenhandelsdefizit. In Krisenzeiten wie diesen wird spürbar, dass die EU mit ihrer Importabhängigkeit (Kosten von 545 Milliarden Euro für fossile Energieträger) – und Österreich als eines der abhängigsten Länder – von einer Zuspitzung des aktuellen Konfliktes in Form der angedrohten Erhöhung der Energiepreise enorm betroffen wäre. Höhere Preise für die importierten Öl-, Gas- und Kohlelieferungen würden Wirtschaftsentwicklung und Konjunktur starken Schaden zufügen. Wir müssen daher weniger auf die Lobbys der Energiehändler hören, sondern schrittweise unabhängiger werden vom Import fossiler Energieträger. Dazu braucht es einen Aktionsplan für Energieunabhängigkeit."

Teile davon sollten sein:

  • die rasche Umsetzung des positiven Energieeffizienzgesetzes;
  • die Erhöhung der Sanierungsrate im Bereich der Wohnungen von ein auf drei Prozent;
  • der rasche Ausbau erneuerbarer Wärmeversorgung, wie Biomasse und Sonnenwärme;
  • die Aufhebung der Beschränkung der Förderung von Sonnenstrom;
  • umweltverträgliche Ausbaupläne für Windenergie und Wasserkraft (z.B. Effizienzsteigerungsprogramme);
  • rascher Ausbau der Speicher und der Netzinfrastruktur.


Anschober: "Mehr Energieunabhängigkeit heißt: Weniger Kosten für den Import fossiler Energieträger und volle Kraft voraus für die Umsetzung der Energiewende. Nach jahrelangen Ankündigungen muss das jetzt verwirklicht werden. Das bringt Wertschöpfung für die Regionen und grüne Arbeitsplätze."

Anschober abschließend: "Oberösterreichs Kurs der Energiewende führt schrittweise genau in die Richtung geringerer Importkosten sowie zu mehr Effizienz und Eigenerzeugung von Erneuerbarer Energie. Durch die Umstellung auf Erneuerbare Energie haben wir uns bereits eine Milliarde Euro erspart, durch Investitionen in Energieeffizienz ersparen wir uns jährlich rund hundert Millionen. Noch kosten uns die Energieimporte rund 3,2 Milliarden Euro jährlich. Durch die von mir geplante Beschleunigung der Energiewende kann dieser Betrag rasch verringert werden."

 

 

 

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