Faymann zum 1. September 1939

 

erstellt am
02. 09. 14
10.00 MEZ

"Aus dem Gedenken und der Verantwortung heraus für ein geeintes Europa" – 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs
Wien (bpd) - "Am 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg ein ganz zentrales gesellschaftspolitisches Anliegen", so Bundeskanzler Faymann zur Bedeutung dieses Tages aus Sicht der österreichischen Geschichte und Vergangenheit: "Ich glaube, dass es gerade in der Gegenwart notwendig ist, eine selbstkritische Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg aufrechtzuerhalten, um entsprechende politische Signale in die Zukunft zu senden. Es ist notwendig, an den Zweiten Weltkrieg zu erinnern und zu thematisieren, welche entsetzlichen Folgen für die europäischen Gesellschaften damit verbunden waren. Vergessen wir nicht die über sechs Millionen Opfer der Shoa, darunter 1,5 Millionen Kinder. Denken wir an die rund 80 Millionen Menschen, denen im Zweiten Weltkrieg das Leben genommen wurde."

"Unser Bestreben muss es immer sein, für den Frieden und die Freiheit der Völker, für Demokratie und Gerechtigkeit einzutreten. Europa hat aus der Tragödie des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs gelernt. Die Europäische Union stellt heute das bedeutendste, wichtigste und vor allem auch lebendigste Friedensprojekt der europäischen Geschichte dar." Und daraus, so Faymann, gelte es auch klare Perspektiven für die tagespolitische Arbeit zu entwickeln: "Wenn wir heute von der Arbeit gegen den Krieg und für den Frieden reden, muss dies mit einem unerschütterlichen Bekenntnis zur europäischen Idee verbunden sein – bei aller kritischen Reflexion tagespolitischer Auffassungen und bei allen sachpolitischen Unterschieden. Es gibt keine Alternative zum Prozess der europäischen Integration, sondern es kann für uns alle nur die Anstrengung im Vordergrund stehen, diesen Prozess noch intensiver und verdichteter voranzubringen."

Ein Gedenktag wie der heutige, so Bundeskanzler Faymann, müsse dazu anhalten, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen, das Miteinander in den Vordergrund zu stellen. Daher würden er und mit ihm die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung alles tun, um autoritären Tendenzen in unserer Gesellschaft mit ganzer Kraft entgegen zu treten. "Wir brauchen keine Ausgrenzung, wir brauchen keine Verhetzung, wir brauchen keine Herabsetzung der menschlichen Würde – wir müssen unsere Verpflichtung aus der Geschichte des Landes und aus der Geschichte Europas erkennen und verantwortungsvoll die Zukunft gestalten", so der Bundeskanzler abschließend.

 

 

 

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