Erster Schritt auf dem Weg zum Campus Tirol

 

erstellt am
23. 09. 14
10.00 MEZ

Intensivierung der Zusammenarbeit LFUI und UMIT
Innsbruck (lk) - Die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFUI) und die Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) rücken in einem ersten Schritt in Richtung neuer „Campus Tirol“ näher zusammen – dadurch soll in Zukunft die Zusammenarbeit der Tiroler Hochschulen verstärkt werden. „Mit 33.000 Studierenden, 3.000 Lehrbeauftragten und einem jährlichen Budgetvolumen von 400 Millionen Euro haben die acht Tiroler Hochschulen eine enorme Bedeutung für den Standort Tirol“, erklärt LH Günther Platter. „Es ist uns deshalb ein zentrales Anliegen, die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten kontinuierlich weiterzuentwickeln und hierfür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Auf Initiative des Landes werden deshalb die Gesellschafterstrukturen der UMIT adaptiert, um die Universität Innsbruck an der Institution in einer Höhe von zehn Prozent zu beteiligen. Künftig wird auch eine Personalunion in den Führungsfunktionen zwischen LFUI und UMIT ermöglicht. „Unser gemeinsames Ziel ist die Stärkung der Tiroler Hochschulen für die Zukunft – dies erreichen wir, indem die Universitäten inhaltlich wie strategisch intensiv zusammenarbeiten“, betont LRin Patrizia Zoller-Frischauf, die für die Beteiligungen des Landes zuständig ist.

Im Bereich verschiedener Studien wie Mechatronik oder Gesundheits- und Sporttourismus gibt es bereits Kooperationen zwischen UMIT und LFUI. Dieser Weg wird nun konsequent fortgesetzt, ist Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg überzeugt. Für ihn bedeutet der „Campus Tirol“ eine weitere Bündelung der Kompetenzen, die eine klare „Win-Win-Situation“ für die beteiligten Hochschulen bringt. „Eine enge Abstimmung zwischen den Universitäten führt zu einer Qualitätssteigerung im Angebot und damit zu einer erhöhten internationalen Wahrnehmung.“ Bereits jetzt zähle die LFUI in diversen Rankings weltweit zu den Top-Universitäten.

Neue Rektorin der UMIT bestellt
Mit Sabine Schindler ist die neue Rektorin der UMIT bestellt. Die deutsche Physikerin ist seit 2002 Professorin am Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck, dessen Leitung sie von 2004 bis 2012 innehatte. Seit 2012 ist sie Vizerektorin für Forschung der Universität Innsbruck. „Die Top-Wissenschaftlerin ist die Idealbesetzung für das Rektorat der UMIT, da sie auch in den Führungsgremien der Leopold-Franzens-Universität vertreten ist. Damit haben wir den ersten Schritt in Richtung ‚Campus Tirol‘ gesetzt“, ist LRin Zoller-Frischauf überzeugt.


Statements der UniversitätsvertreterInnen:

Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck
„Ein gemeinsamer Campus Tirol und die damit verbundene engere und synergetische Zusammenarbeit der Hochschulen in Tirol waren bereits ein Ziel bei der Gründung der Tiroler Hochschulkonferenz vor mehr als fünf Jahren. Diese Idee, inzwischen in nahezu allen Bundesländern kopiert, trägt bereits erste Früchte: Gemeinsam mit dem Land Tirol wurde im Rahmen der Technologieoffensive das Mechatronikstudium als gemeinsames Angebot der UMIT und der Universität Innsbruck (LFUI) etabliert.

Auch das neue Studienangebot in Landeck, ein Bachelorstudium für Wirtschaft, Gesundheit und Sporttourismus, das UMIT und LFUI gemeinsam anbieten, ist bereits beim Start extrem nachgefragt. Vor kurzem haben wir durch entsprechende Kooperationsabkommen die Durchführung von Dissertationen gemeinsam mit den Tiroler Fachhochschulen initiiert.

Es zeigt sich also deutlich, dass wir gemeinsam mehr erreichen können und damit einen Mehrwert für den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Tirol schaffen. In diesem Sinne bietet uns nun die organisatorische Verschränkung eine gute Chance, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und diesen durch eine gemeinsame, aufeinander abgestimmte strategische Planung zu unterstützen. Dabei sollten jedoch die Eigenständigkeit und Spezialisierungen, und damit die Stärken der einzelnen Hochschulen erhalten bleiben. Unser Ziel ist es, gemeinsam die Qualität und damit die Zukunftsfähigkeit unserer Region weiterzuentwickeln.“

Christian Smekal, Vorsitzender des Universitätsrates der Universität Innsbruck
„Die konstruktive Weiterentwicklung der Zusammenarbeit der Tiroler Hochschulen im Rahmen des Campus Tirol bietet mehrere interessante Chancen für den gesamten Standort und sollte daher weiterverfolgt werden. Diese Vorteile liegen in einer gemeinsamen und abgestimmten Weiterentwicklung des Studienangebotes und verbesserter Serviceangebote nach innen und außen durch verstärkte Kooperationen zwischen den Hochschulen am Campus Tirol.

Tirol kann mit diesem innovativen Ansatz ein Best-Practice-Modell entwickeln, das uns von anderen Regionen unterscheidet und damit auch die Sichtbarkeit des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Innsbruck/Tirol deutlich erhöht.“

Sabine Schindler, designierte Rektorin der UMIT
„Die UMIT hat als Privatuniversität einen festen Platz in der Tiroler Hochschullandschaft. Aufgrund ihres Angebotes in Lehre und Forschung stärkt sie den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Tirol im Wettbewerb um die besten Köpfe. Aufbauend auf den sehr guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit zwischen der UMIT und der Universität Innsbruck bietet sich die Chance, künftig auch im Bereich der Gesundheits- und Pflegewissenschaften gemeinsame Wege zu gehen. Ein Fokus könnte dabei speziell auf Angeboten liegen, die Antworten auf die drängenden Fragen einer alternden Gesellschaft bieten. Hierzu gibt es in beiden Institutionen erfolgversprechende Ansatzpunkte und ein gemeinsamer Auftritt verbessert darüber hinaus die Sichtbarkeit deutlich. Außerdem tragen entsprechende Kooperationsprojekte dazu bei, die vorhandenen Ressourcen effizienter zu nutzen und Spielräume für neue Angebote zu schaffen.“

Christa Them, Rektorin der UMIT
„Für die UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik ist die Kooperation mit der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und mit der Medizinischen Universität Innsbruck ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Bereits von Anfang an haben wir in zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten interdisziplinär bestens zusammengearbeitet. Mit dem gemeinsamen Mechatronik-Studium und mit dem gemeinsamen Studium in Landeck wurde diese Zusammenarbeit auch im Bereich der Lehre erfolgreich umgesetzt.

Die jetzige institutionelle Verschränkung der Tiroler Hochschulen, von der wir uns zusätzliche Synergieeffekte in Forschung und Lehre erwarten, ist ein weiterer logischer Schritt, von dem alle profitieren werden.

Dieter Lukesch, Vorsitzender des UMIT-Aufsichtsrates
„In der heutigen Zeit ist die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens und der Medizinischen Technik ein Gebot der Stunde. Die UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall hat diesen Zukunftstrend schon bei ihrer Gründung vor über zehn Jahren erkannt und sich in diesem Bereich zu einer für Tirol äußerst wichtigen akademischen Institution entwickelt. 1500 Studierende, über 2000 Absolventinnen und Absolventen, zahlreiche wissenschaftliche Projekte, Publikationen und Kongressbeiträge dokumentieren das.

Doch die Zeit bleibt nicht stehen. Damit der Wissenschaftsstandort national und international sichtbar bleibt, ist es notwendig, dass die Tiroler Hochschulen noch enger zusammenarbeiten, Synergiepotentiale nutzen und das Geld, das für Forschung und Lehre an den Universitäten zur Verfügung steht, effizient einsetzen. Das Konzept der Tiroler Landesregierung für den „Campus Tirol“ weist in diese Richtung. Eine enge Zusammenarbeit von Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Medizinische Universität Innsbruck, Universität Bozen und UMIT führt zu einer nachhaltigen, zukunftsorientieren Stärkung der Wissenschaft und damit auch der Wirtschaft in Tirol.“

 

 

 

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