Zahl der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten
 in Österreich seit 2008 gesunken

 

erstellt am
22. 10. 14
10.00 MEZ

Wien (statistik austria) - 1.572.000 Menschen oder 18,8% der Bevölkerung galten in Österreich 2013 als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet, um 127.000 Personen weniger als 2008. Damit wurde das nationale Europa 2020-Ziel, die Zahl der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten bis 2020 um mindestens 235.000 Personen zu verringern, etwa zur Hälfte erreicht. Das geht aus der von Statistik Austria durchgeführten EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) hervor.

In Österreich waren 2013 1.572.000 Personen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet
Die Strategie "Europa 2020" aus dem Jahr 2010 definiert Ziele zur Armutsbekämpfung. Zur Messung des Fortschritts wird der europäisch verbindliche Indikator "Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung" herangezogen. In Österreich umfasst die Zielgruppe der Europa 2020-Strategie laut EU-SILC 2013 1.572.000 Menschen oder 18,8% der Bevölkerung. Sie sind von mindestens einer der drei folgenden Gefährdungslagen betroffen: Armutsgefährdung (14,4% der Bevölkerung bzw. 1.203.000 Personen), erhebliche materielle Deprivation (4,2% bzw. 355.000 Personen) oder Leben in Haushalten mit keiner oder sehr niedriger Erwerbsintensität (7,7% bzw. 496.000 Personen unter 60 Jahren).
Sinkende Tendenz in Österreich, aber noch kein Fortschritt auf EU-Ebene

Gegenüber 23,7% der Bevölkerung im Jahr 2008 waren im Jahr 2012 24,8% bzw. 124,5 Millionen Personen in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht (für 2013 liegen derzeit nur geschätzte Ergebnisse vor). Während die Entwicklung in der EU – wohl auch in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise – insgesamt also keine Tendenz in die gewünschte Richtung aufweist, ist in Österreich im Jahr 2013 etwa die Hälfte der angestrebten Reduktion realisiert. Es werden zur Mitte des Beobachtungszeitraumes für 2010-2020, im Vergleich der Daten von EU-SILC 2008 mit 2013, 127.000 Personen weniger als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet ausgewiesen. Die Quote ist in Österreich damit von 20,6% auf 18,8% gesunken.

Erwerbstätigkeit, Haushaltszusammensetzung und Sozialleistungen beeinflussen Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung maßgeblich
Faktoren, die die Erwerbs- und Verdienstmöglichkeiten im Haushalt einschränken, wie mangelnde Betreuungsmöglichkeiten, Arbeitslosigkeit, geringe Qualifikation oder gesundheitliche Einschränkungen, gehen mit erhöhter Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung einher. Wesentliche Risikofaktoren für Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung sind daher die mit bestimmten Haushaltskonstellationen verbundenen Lebensbedingungen: allen voran Leben in Ein-Elternhaushalten (41% Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung gegenüber knapp 19% im Durchschnitt), Arbeitslosigkeit über mehr als ein halbes Jahr (35% Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung für Frauen und 40% für Männer), geringe Bildung (26% bei maximal Pflichtschulabschluss) sowie weiters Migrationshintergrund (40% für Personen mit Nicht- EU/EFTA-Staatsbürgerschaft) oder das Vorliegen einer Behinderung im Haushalt (30%). Monetäre Sozialleistungen vermögen zwar das Armutsrisiko insgesamt von 25,9% auf 14,4% erheblich zu senken, dennoch verzeichnen Haushalte, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich auf Basis von Sozialleistungen bestreiten müssen, mit 58% eine mehr als dreimal so hohe Quote der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung.

     

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