Österreichs Landtagspräsidenten tagen in Wien

 

erstellt am
21. 10. 14
10.00 MEZ

Schwerpunkte: verpflichtender Reanimationsunterricht in Volksschulen und flächendeckende Ausstattung der Polizei mit Defibrillatoren
Wien (rk) - Unter dem Vorsitz des Ersten Präsidenten des Wiener Landtages ist am 20.10. die Tagung der Landtagspräsidentenkonferenz im Wiener Rathaus abgehalten worden.

Landtagspräsident Kopietz setzt Schwerpunkt auf Selbst- und Zivilschutz
Schwerpunktthema waren der Selbst- und Zivilschutz. Konkret die beiden Projekte "Ich kann Leben retten", dem verpflichtenden Wiederbelebungsunterricht für alle 3. Volksschulklassen in Wien und dem Projekt "First Responder - Polizei Wien", bei dem bei einem Notruf mit Verdacht auf Herzstillstand von der Rettungszentrale automatisch die Polizei verständigt wird. In Wien sind fast alle Streifenwagen und Polizeiinspektionen mit Laiendefibrillatoren ausgestattet.

Die Landtagspräsidentenkonferenz weist darauf hin, dass die Länder im Bereich Selbst- und Zivilschutz verschiedene landesspezifische Projekte entwickeln und umsetzen, mit welchen den Menschen rascher und sicher Hilfe in bestimmten, ins-besondere auch lebensbedrohlichen Situationen geleistet werden kann. Die Landtagspräsidentenkonferenz begrüßt derartige von den Ländern entwickelte Modelle und ersucht den Bund im Hinblick auf einen wirkungsorientierten, gelebten und modernen Föderalismus im Rahmen seines Wirkungsbereiches und seiner Möglichkeiten unterstützend mitzuwirken.

Insbesondere wird in diesem Zusammenhang der Bund aufgefordert, das Projekt "First Responder"-Polizei bundesweit und flächendeckend einzuführen und die polizeilichen Einrichtungen mit Defibrillatoren auszustatten sowie in Anlehnung an das Schulprojekt "Ich kann Leben retten" den Reanimationsunterricht für SchülerInnen bundesweit und flächendeckend ab der dritten Schulstufe einzuführen.

Stärkung der Mitwirkung der regionalen Parlamente
Die LändervertreterInnen haben weiters deutlich gemacht, dass auf EU-Ebene Landesparlamente analog zu den nationalen Parlamenten in Entscheidungsprozesse eingebunden werden sollen. Insbesondere soll eine Arbeitsgruppe sich mit den im Vertrag von Lissabon geschaffenen Möglichkeiten der Mitwirkung der regionalen Parlamente beschäftigen, diese analysieren, Schlussfolgerungen ziehen und Vorschläge einer verstärkten Einbindung und Mitwirkung der Regionalparlamente im Sinne einer gelebten Subsidiarität erstatten. "Ich bin überzeugt, dass ein mit Leben erfülltes Subsidiaritätsprinzip eine Einbindung der regionalen Einheiten vor Ort unerlässlich macht", sagt der Wiener Landtagspräsident Prof. Harry Kopietz.

ORF-Berichterstattung über Bundesratssitzungen
Die Ländervertreter fordern den ORF auf, im Sinne einer umfassenden und ausgewogenen Erfüllung seines Informationsauftrages künftig für die Übertragung der Sitzungen des Bundesrates wieder im umfassenden Ausmaß zu sorgen

Themen auf Bundesebene mit Bezug auf die Landtage
Auf Bundesebene stehen eine Reihe von Projekten bzw. Reformvorhaben in Verhandlung, die teilweise mittelbare und teilweise unmittelbare Auswirkungen auf die Länder bzw. Landtage haben werden. Insbesondere betrifft dies die Bereiche Immunität, Untersuchungsausschuss, Beseitigung der Amtsverschwiegenheit bzw. Informationsfreiheit sowie des Bundesrats. Die LandtagspräsidentInnenkonferenz fordert, die Länder bzw. Landtage rechtzeitig und umfassend über die Reformvorhaben und deren Auswirkungen auf die Länder bzw. Landtage zu informieren und entsprechend einzubinden, insbesondere zu den auf Bundesebene laufenden Gesprächen zur Änderung der Immunitätsregelungen, bei der Reform des Untersuchungsausschusses und der Beseitigung der Amtsverschwiegenheit bzw. Informationsfreiheit.

 

 

 

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