LEADER in Oberösterreich als internationales Vorbild

 

erstellt am
03. 11. 14
10.00 MEZ

Tschechischer Landwirtschaftsminister auf LEADER-Studienreise in der Region Sauwald
Linz (lk) - LEADER, die Entwicklung der ländlichen Regionen aber auch die dramatische Situation auf dem Schweinemarkt waren die Themen bei einem informellen Treffen zwischen Oberösterreichs Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Tschechiens Landwirtschaftsminister Marian Jurecka am Rande einer LEADER-Informationsfahrt vergangene Woche. „In der Landwirtschaft aber auch in der ländlichen Entwicklung hat Tschechien vielfach dieselben Herausforderungen wie Österreich zu meistern“, berichtet Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger vom Gespräch mit dem tschechischen Landwirtschaftsminister.

Die ländlichen Regionen brauchen Impulse, Arbeitsplätze und Infrastruktur. Nur so kann die Abwanderung zugunsten der Städte und ihrer Speckgürtel gestoppt werden. Darüber waren sich Landesrat Hiegelsberger und Minister Jurecka bei einem informellen Treffen einig.

Seit Jänner 2014 ist der 33-jährige Landwirtschaftsminister von Tschechien im Amt. Gemeinsam mit 30 Bürgermeistern und 7 LEADER-Managern seines Wahlkreises Olomouc (Olmütz) begab er sich in die Region Sauwald auf eine mehrtätige Studienreise zum Thema LEADER und Ländliche Entwicklung. Genau für diese Weiterentwicklung der Regionen wurde LEADER geschaffen. „Tschechien und insbesondere die Region Ölmüz suchen hier positive Beispiele, die sie etwa in der LEADER-Region Sauwald gefunden haben“, so Hiegelsberger.

Auf der Agenda des Treffens zwischen Agrar-Landesrat Hiegelsberger und Minister Jurecka stand auch die aktuelle Schweinepreis-Problematik. „Wenn nicht bald gegengesteuert wird, besteht die absolute Gefahr, dass wir Betriebe verlieren“, befürchten Minister Jurecka und Landesrat Hiegelsberger: „Vor allem im Schweinebereich ist die Situation dramatisch. Bei Mastschweinen beträgt der Verlust für Landwirte rund 25 %, bei Ferkel sogar bis zu 40 %. Der europäische Markt für Ferkel und Mastschweine ist aufgrund des Russland-Importstopps mit Schweinefleisch überschwemmt. Das betrifft die tschechischen Bäuerinnen und Bauern genauso wie die österreichischen.“ Minister Jurecka bestätigte gegenüber Landesrat Hiegelsberger auch, dass die Lebensmittelketten in Tschechien diese Situation wie auch in Österreich noch zusätzlich ausnützen würden. Beide wollen sich verstärkt für Soforthilfen von der Europäischen Union und die Erschließung neuer Märkte einsetzen.

Mussten sich die Agrar-Politiker sich bei den fachlichen Themen noch einer Übersetzerin bedienen so wurde auch eine Sprache gefunden, die beide fließend sprechen: Die Musik. Der aktive Tubist Marian Jurecka beteiligte sich mit dem Trompeter Max Hiegelsberger und weiteren Gästen, darunter Bezirkshauptmann Dr. Rudolf Greiner am Saxophon und LEADER-Manger Thomas Müller auf der Klarinette, an einem Ensemble der Landesmusikschule Münzkirchen. Mit von der „Partie“ war auch der derzeitige Präsident der Vereinigung Europäischer LEADER-Regionen ELARD, Radim Srsen, auf der Posaune. Als das Repertoir an Noten durchgespielt war wurde zum Vergnügen der Festgäste über tschechische und österreichische Volkslieder weiter improvisiert.

 

 

 

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