Hochwasserschutz in Eisenstadt

 

erstellt am
28. 10. 14
10.00 MEZ

17 Millionen Euro wurden seit 1991 investiert
EIsenstadt (stadt) - Seit dem Beginn der 1990er Jahre wird der Hochwasserschutz in der burgenländischen Landeshauptstadt groß geschrieben. 13 Retentionsbecken, eine unterirdische Hochwasserableitung sowie zahlreiche offene Ableitungen wurden in den vergangenen 25 Jahren errichtet bzw. adaptiert. Um Eisenstadt vor Hochwasser zu schützen investierte die Stadtgemeinde seit 1991 rund 17 Millionen Euro.

"Hochwasser sind Naturereignisse, die es immer gab und auch künftig immer geben wird. Die Experten prognostizieren, dass extreme Hochwasserereignisse infolge des Klimawandels künftig sogar noch häufiger auftreten werden. Dennoch sind wir den Naturgefahren nicht schutzlos ausgeliefert. Solche Wetterkapriolen können wir zwar leider nicht verhindern, jedoch deren Auswirkungen minimieren. Dank der umfangreichen Maßnahmen gab es in den vergangenen Jahren nur sehr geringe Probleme mit Hochwasser und nur einige punktuelle Schäden", erklärt Bürgermeister Mag. Thomas Steiner.

Die ersten Retentionsbecken in Eisenstadt wurden vor rund 20 Jahren in der Nähe des ORF-Landesstudios und in der Leithabergstraße gebaut. In diesen Becken wird das gesamte Oberflächenwasser gesammelt und verzögert wieder abgegeben. "Dadurch können Überschwemmungen vermieden werden", weiß Kurt Feichtinger, der im Geschäftsbereich Technik federführend für den Hochwasserschutz zuständig ist: "Heute gibt es 13 solcher Becken im gesamten Stadtgebiet, weitere Projekte sind bereits in Planung."

Bis 2020 werden noch rund 5 Millionen Euro investiert
Zwei dieser Projekte sind in den Stadtbezirken Kleinhöflein und St. Georgen geplant: Je drei Retentionsbecken sollen errichtet werden. In Kleinhöflein ist der Bereich Katerstein (nördlich der Wienerstraße) betroffen: Hier muss das entstehende Oberflächenwasser aus den Wäldern gedrosselt und gezielt durch das Ortsgebiet in den Eisbach abgeleitet werden. In St. Georgen sind ebenfalls drei Becken (inkl. Ableitungen) projektiert, für die geplante Ableitung der Wassermengen ist auch die Inanspruchnahme privater Grundstücke erforderlich. Der bestehende Graben wurde bereits ertüchtigt, zusätzlich wurde eine Ableitung beim Sportplatz erneuert und ausgebaut. Das 2012 erstellte Hochwasserkonzept der Landeshauptstadt Freistadt Eisenstadt enthält einen Maßnahmenkatalog bis ins Jahr 2020. Die noch offenen Projekte benötigen Investitionen in einer Höhe von etwa fünf Millionen Euro. Das größte Retentionsecken liegt zwischen dem Kleinhöfleiner Bach und dem Eisbach, wurde 2007 fertig gestellt und fasst rund 300.000 Kubikmeter Wasser. Der angenehme Nebeneffekt, den die Errichtung dieses Beckens mit sich gebracht hat ist, dass in diesem Bereich ein neues und mittlerweile sehr beliebtes Naherholungsgebiet für die Eisenstädter Bevölkerung entstanden ist.

Eines der umfangreichsten Projekte der letzten Jahre im Hochwasserschutz wurde im Zuge des Baus des "Shopping Park Haidäcker" durchgeführt. Rund zwei Millionen Euro wurden hier investiert, um das gesamte Gebiet sowohl in die Richtung der Mattersburger- als auch der Ruster-Straße hochwassersicher zu gestalten.

Auch Abwasserkanäle müssen regelmäßig saniert werden. Die Stadtgemeinde Eisenstadt hat die Instandhaltung ihres Kanalsystems im Abwasserverband Eisenstadt/Eisbachtal mit den Gemeinden Trausdorf, Müllendorf und Großhöflein vergemeinschaftet. "Der Verband investiert jährliche in die Wartung und Sanierung der Kanäle und Rückhaltesysteme. Die ausreichende Dimensionierung der Speicherkanäle trägt zusätzlich zum Hochwasserschutz bei und verringert die Abflussspitze, wodurch ein funktionierendes Mischwassersystemgewährleistet wird", erklärt Umweltgemeinderat Christoph Schmidt.

"Wir sind also mittlerweile besser gegen Hochwasser geschützt. Dennoch müssen wir uns im Klaren sein, dass es nie einen 100-prozentigen Schutz gegen diese Naturgewalt geben kann und jeder auch persönlich vorsorgen muss. An dieser Stelle darf ich vor allem unseren Feuerwehren Lob und Dank aussprechen, die im Notfall unserer Bevölkerung immer unermüdlich zur Seite stehen", betont Bürgermeister Thomas Steiner abschließend.

 

 

 

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