Wirtschaftspartnerschaft Türkei-Österreich -
 mehr Wachstum möglich

 

erstellt am
10. 11. 14
10.00 MEZ

Gedankenaustausch zwischen türkischen und österreichischen Abgeordneten im Parlament
Wien (pkK) - Die Wirtschaftsbeziehungen Österreichs mit der Türkei sind sehr gut, aber ausbaufähig, war am 07.11. der Tenor, als die österreichischen und türkischen Mitglieder der bilateralen parlamentarischen Freundschaftsgruppe im Hohen Haus zusammenkamen. Als fünftgrößter Direktinvestor habe Österreich großes Interesse, die Handelsbeziehungen mit dem türkischen Markt zu vertiefen und die Brückenfunktion des Landes in das Schwarzmeergebiet oder den arabischen Raum zu nutzen, betonte Vorsitzende Brigitte Jank (V). Ihr Parteikollege Andreas Ottenschläger bestätigte, der Türkei komme eine geopolitische Vermittlerrolle zu. Besonderes Augenmerk schenkte der ÖVP-Verkehrssprecher dabei dem Bereich Infrastruktur, in dem er noch mehr Potential in der Zusammenarbeit zwischen den Ländern sieht. SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yilmaz unterstrich, neben der wirtschaftlichen Dimension der Länderbeziehung sei die Migration als große Chance für beide Seiten zu erkennen.

Der türkische Delegationsleiter Harun Karaca strich hervor, rund 300.000 Personen türkischer Herkunft leben in Österreich und etwa 500.000 ÖsterreicherInnen besuchen jedes Jahr die Türkei. In den letzten Jahren hätten sich zudem 715 österreichische Unternehmen in der Türkei angesiedelt und das bilaterale Handelsvolumen habe im Vorjahr 2,5 Mrd. € betragen, mit viel Spielraum nach oben. Vor diesem Hintergrund wünsche er sich eine Intensivierung der Verbindungen auf allen Ebenen - gesellschaftlich, wirtschaftlich wie auch parlamentarisch, so Karaca. Er bekräftigte zudem das Bestreben seines Landes nach eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union.

In Bezug auf den Konflikt in Syrien und die daraus resultierende Flüchtlingsbewegung waren Karaca und Jank einig, angesichts der 1,6 Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei dürfe die Welt nicht tatenlos zusehen. Zur europäischen Flüchtlingspolitik generell meinte Jank, wichtig sei eine gerechte Aufteilung der Hilfesuchenden unter den EU-Ländern. Angesprochen auf die Visa-Problematik für viele türkische StaatsbürgerInnen bei der Einreise nach Österreich wies die Abgeordnete auf das bereits beschlossene Abkommen zwischen EU und der Türkei hin, das hier Abhilfe leisten soll und nur noch ratifiziert werden müsse. Thematisiert wurde beim bilateralen Treffen überdies das geplante Islamgesetz in Österreich, bei dessen Vorbereitung, wie Jank festhielt, auf alle betroffenen Gruppen Bedacht genommen werde.

 

 

 

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