Wirtschaftsmotor Gewerbe und Handwerk

 

erstellt am
04. 11. 14
10.00 MEZ

Wirtschaftskammer Österreich zog positive Bilanz anlässlich des ersten Kongresses von Gewerbe und Handwerk in St. Pölten
Wien (pwk) - Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Konjunkturbeobachtung im Gewerbe und Handwerk und damit aktuelle Daten auf Sparten-, Bundesland- und Branchenebene. In all diesen Jahren hat sich gezeigt, welche zentrale Bedeutung das Gewerbe und Handwerk für die österreichische Wirtschaft hat. Vor allem die stabilisierende Wirkung für den Arbeitsmarkt wurde immer wieder unter Beweis gestellt.

EU wurde als Chance genutzt Der Beitritt der Republik Österreich zur Europäischen Gemeinschaft am 1.1.1995 markierte dabei für die Betriebe des österreichischen Gewerbe und Handwerks eine prägende Zeitenwende in der Wirtschaftsgeschichte. Der Beitritt zu einem großen gemeinsamen Binnenmarkt mit einem Warenaustausch ohne Grenzkontrollen erweiterte für die heimischen Betriebe das Wettbewerbsumfeld gravierend. Das österreichische Gewerbe und Handwerk nutze die Chancen aus dieser Öffnung, wie zahlreiche Faktoren belegen. So verdoppelte sich nahezu die Anzahl der Mitglieder in der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in diesem 20jährigen Zeitraum von unter 120.000 auf über 214.000. Auch bei den arbeitsmarktpolitisch wichtigen Kriterien wie Beschäftigtenstand und Lehrlingsausbildung behaupteten die Betriebe des österreichischen Gewerbe und Handwerks ihre Position als Nummer eins. Der Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft und 2004 die Ostöffnung führten zu einem signifikanten Wachstumsschub, mit dem u.a. ein höheres Ausmaß an Beschäftigten und eine höhere Kaufkraft in Österreich verbunden war.

Betriebe geraten zunehmend unter Druck Aktuell erwirtschaftet das Gewerbe und Handwerk 80,7 Mrd. Euro pro Jahr, beschäftigt über 700.000 Menschen, bildet 43 Prozent aller Lehrlinge aus und steht für mehr als 50 Prozent aller Start-ups pro Jahr.

Die jüngsten Umfrage-Ergebnisse lassen allerdings befürchten, dass bei einer anhaltend schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auch die Gewerbe- und Handwerksbetriebe unter Druck geraten. Schon jetzt planen sie erstmals seit vielen Jahren, kein neues Personal aufzunehmen.

Ohne gezielte und rasch wirkende konjunkturbelebende Maßnahmen könnten in Zukunft auch im Gewerbe und Handwerk Arbeitsplätze gefährdet sein. Daher sind Impulse notwendig, um wieder für mehr Wachstum und Beschäftigung sorgen zu können. Das Gewerbe und Handwerk konzentriert sich dabei auf Modelle, die sich über die Laufzeit der Investitionen auch für die öffentliche Hand rechnen bzw. sogar Ertrag (z.B. Einnahmen aus Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen) bringen.

Impulse für mehr Wachstum und Beschäftigung An erster Stelle steht dabei der Handwerkerbonus, der seit 1.7.2014 gut angelaufen ist und zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und zur Konjunkturbelebung dient. Da sich die Fördermaßnahme durch das erhöhte Steueraufkommen gegenfinanziert, setzt sich das Gewerbe und Handwerk dafür ein, - die Förderhöhe von 600 Euro auf 1.200 Euro zu erhöhen, - die Budgetdeckelung zu beseitigen, da durch Steueraufkommen gegenfinanziert - und den Anwendungsbereich auf Leistungen im Neubau sowie im Außenbereich von Wohngebäuden zu erweitern.

Ein weiteres sich selbst finanzierende Modell ist die Thermische Sanierung: 100 Mio. Euro staatliche Förderung lösen dabei ein Sanierungsvolumen von mindestens 650 Mio. Euro im Inland aus. Damit werden 7.000 Arbeitsplätze gesichert und 95 Mio. Euro Arbeitslosengeld gespart. Das Modell bringt dem Finanzminister 70 Mio. Euro an Lohnsteuer und der Sozialversicherung 104 Mio. Euro an Beitragszahlungen. Zudem lukriert der Finanzminister 91 Mio. Euro Umsatzsteuer bei Privatgebäuden.

 

 

 

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