Ausstellung zu Carl Goldmark

 

erstellt am
05. 02. 15
11.00 MEZ

Musiksammlung der Wienbibliothek zeigt: Der Makart der Musik. Carl Goldmark, Paradekomponist der Ringstraßenzeit – von 13. Februar bis 13. November 2015
Wien (rk) - Der 1830 in Keszthely am Plattensee geborene Carl Goldmark, dessen Todestag sich am 2. Jänner 2015 zum hundertsten Mal jährte, zählte Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien zu den angesehensten und meistgespielten zeitgenössischen Komponisten. Sein Ruhm gründet sich insbesondere auf den Erfolg seiner ersten Oper, "Die Königin von Saba" (1875), deren opulente Klanglichkeit als Gegenstück zu Hans Makarts Monumentalgemälden angesehen wurde. Die Ausstellung untersucht anhand zahlreicher Exponate aus dem Bestand der Wienbibliothek die Stellung Goldmarks inmitten dreier Spannungsfelder: Komponist der jüdischen Nationaloper versus Repräsentant des angepassten Judentums im Wien der Ringstraßenzeit, "Wagnerianer" oder "Brahmine", (Deutsch-)Österreicher oder Ungar.

Komponist der jüdischen Nationaloper oder angepasster Jude?
Goldmark war Sohn eines jüdischen Kantors und blieb dem Glauben seiner Vorfahren ein Leben lang treu. Sein größter Erfolg, die Erstlingsoper "Die Königin von Saba", greift auf eine Episode aus dem Ersten Buch der Könige zurück. Goldmark ging es allerdings nicht um eine historisch getreue Darstellung, sondern um die der Oper innewohnende, vom Textdichter Salomon Hermann Mosenthal erfundene Liebestragödie. Von manchen als jüdische Nationaloper angesehen, ist der einstige Siegeszug des Werks eng mit dem geistigen Klima der -ausgehenden - liberalen Ära in Wien verbunden.

Ungar oder deutschsprachiger Österreicher?
Goldmark verbrachte seine Jugend im damals zu Ungarn gehörenden Deutschkreutz. Seine Reifezeit durchlebte er hingegen, von alljährlichen Sommeraufenthalten in Gmunden am Traunsee unterbrochen, in Wien. Dort erklangen auch fast alle seiner Kompositionen zum ersten Mal. Goldmark, der ungarischen Sprache nicht mächtig, sah sich selbst als deutscher Komponist. Dem Land seiner Kindheit und Jugend, wo auch jene Familienmitglieder lebten, die nicht in die USA ausgewandert waren, fühlte er sich trotzdem zeitlebens innig verbunden.

 

 

 

Allgemeine Informationen:
http://www.wienbibliothek.at

 

 

 

 

 

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