Karmasin: Frauenförderung in der Wirtschaft
 funktioniert auch ohne starre Quote

 

erstellt am
05. 03. 15
11.00 MEZ

Bankensektor setzt bereits richtige Impulse - Social Media Kampagne zu Geschlechterstereotypen gestartet
Wien (bmfj) - "Nur 5,6% der Geschäftsführer in den österreichischen TOP200 und börsennotierten Unternehmen sind Frauen. Dabei zeigen Studien, dass ein gesunder Mix aus Frauen und Männern innerhalb eines Unternehmens bessere betriebswirtschaftliche Ergebnisse erzielt. Um mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen und die "gläserne Decke" zu durchbrechen ist eine starre Quote jedoch nicht die Lösung, vielmehr geht es darum, ein breites Spektrum an Maßnahmen anzubieten", erklärte Familienministerin Sophie Karmasin am 04.03. bei der einer Pressekonferenz anlässlich des internationalen Frauentages am 08.03. gemeinsam mit Dr. Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank und Mag. Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbandes Werbung der WKÖ.

"Ein wichtiger Aspekt für mehr Frauen in Führungspositionen ist die Ermöglichung von optimaler Vereinbarkeit von Beruf und Familie, berufstätige Mütter und Väter mit Karriereambitionen müssen eine Selbstverständlichkeit werden. Vereinbarkeitsmaßnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle, Telearbeit, Job-Sharing und der Ausbau der Kinderbetreuung den wir mit 305 Millionen Euro fördern müssen auch von einem gesellschaftlichen Umdenken begleitet werden. Eine starre Quote erachte ich nicht für sinnvoll, ich propagiere eine freiwillige Flexiquote, bei der sich jede Branche eigene Ziele stecken kann, wie Frauenanteile gesteigert werden können. Der österreichische Bankensektor setzt hier bereits richtige Impulse und zeigt, wie so eine freiwillige Quote funktionieren kann", so Karmasin.

Dr. Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank, erklärt den Erfolg dieser freiwilligen Zielsetzung so: "In der BKS-Bank haben wir uns eigenständig das Ziel gesetzt, eine Frauenquote von 33% in Aufsichtsrat und Vorstand zu erreichen. Bis zum Jahr 2020 möchten wir rund 35% Frauen in Führungspositionen haben, ich bin sehr zuversichtlich dass wir dieses Ziel erreichen, immerhin haben wir im vergangenen Jahr bereits eine Quote von 31% erreicht". Während weibliche Filialleiter vor 20 Jahren noch Seltenheitswert hatten, sei dies heute eine Selbstverständlichkeit. "Eine freiwillige Quote bietet Unternehmen die Möglichkeit, eigene Ziele und Strategien zu entwickeln und sich innerhalb des Unternehmens mit dem Thema Frauenförderung intensiv und nachhaltig auseinanderzusetzen. Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, ist dies ein sehr zielführender Ansatz der auch eine größere Motivation zur konkreten Umsetzung mit sich bringt", bekräftigte Stockbauer.

Die Werbewirtschaft verfügt, ganz ohne Quote, über einen sehr hohen Frauenanteil bei Führungspositionen, immerhin steht etwa jedem dritten Einzelunternehmen der Werbewirtschaft eine Frau vor. "In der Werbebranche haben wir einen Frauenanteil von über 60%, wir sind uns aber auch bewusst, dass Vereinbarkeit ein großes Thema ist. Flexible Arbeitszeitmodelle und gute Kinderbetreuungsangebote sind besonders wichtig, Teilzeit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Branche", erklärte Mag. Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbandes Werbung der WKÖ. "Zudem können wir ein sehr ausgeglichenes Geschlechterverhältnis bei der jungen Generation aufweisen, die Lehrlinge im Bereich Mediendesign halten sich bei einem exakten 50:50 Verhältnis die Waage", freute sich Sery-Froschauer.

"Wir brauchen beim Familienmanagement eine "Wir-Kultur", hin zu gelebter Partnerschaftlichkeit in Beziehung, Beruf und Kindererziehung. Um diese WIR Kultur real werden zu lassen, brauchen wir neue Rollenbilder: die liebevolle Familienmutter und Geschäftsfrau, der Familien- und Karrieremann der auch einmal in Karenz geht", erläutert Karmasin. Um gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen und ein Umdenken anzukurbeln, nimmt das BMFJ den Frauentag zum Anlass eine Social-Media-Kampagne zu "Stereotypen" zu starten. "Unsere Kampagne greift vorherrschende Klischees zum Thema Geschlechterstereotypen in der Arbeitswelt auf, so zum Beispiel die Begriffe Hausmütterchen, Powerfrau, Familienvater, Weichei oder Karrierefrau. Denn es geht darum, echte Wahlfreiheit zu schaffen, ohne gesellschaftliches Urteil. Wir müssen jedenfalls mehr tun, damit Frauen die "gläserne Decke" durchbrechen können - das Allheilmittel gibt es nicht, dies geht nur durch einen breiten Mix an nachhaltigen Maßnahmen", betonte die Familienministerin abschließend.

 

 

 

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