Auftakt zum 11. VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland

 

erstellt am
20. 03. 15
11.00 MEZ

Der VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland 2015 steht unter dem Motto „Mobilitätswandel"
Eisenstadt (blms) - Beim VCÖ-Mobilitätspreis 2015 werden Projekte gesucht, die den Wandel hin zu einer energieeffizienteren, klimafreundlicheren und gesunden Mobilität vorantreiben. Wichtige aktuelle Entwicklungen dafür sind die zunehmende Vernetzung der verschiedenen Mobilitätsarten. In Städten und Gemeinden gewinne der Umbau und Rückbau von Infrastrukturen, vor allem von Straßenraum, an Bedeutung, so der VCÖ. Diese Infrastrukturen bieten einerseits den bewegungsaktiven Mobilitätsformen Gehen und Radfahren mehr Raum und tragen andererseits zu einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bei. Das Motto des diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreises „Mobilitätswandel“ zeige, in welche Richtung die Entwicklung gehe, sagt Landeshauptmann Hans Niessl: „Die Mobilität muss sich ändern. Der Klimaschutz gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine große Herausforderung ist auch der demographische Wandel. Wir müssen auch dafür Sorge tragen, dass die ältere Bevölkerung mobil bleibt. Der Postbus und der VCÖ sind bei diesen Bemühungen langjährige, verlässliche Partner.“

Das Burgenland habe schon bisher viele Maßnahmen gesetzt, den ländlichen Raum pendler- und schülergerecht zu stärken, so Niessl. In Summe gebe das Land 17 Millionen Euro jährlich für den Ausbau und die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs aus. Beste Beispiele dafür sind die Buslinie G1, „die beste Busverbindung Ostösterreichs. Die unterstützen wir Jahr für Jahr mit 2,2 Millionen Euro.“ Von zentraler Bedeutung sei auch der von Experten empfohlene Bau und Ausbau der Bahnstrecken Friedberg - Oberwart - Szombathely und Sopron – Ebenfurth. 160 Millionen Euro sollen hier gemeinsam mit Ungarn und mit Unterstützung der Europäischen Union investiert werden.
Auch der zunehmenden Bedeutung alternativer Antriebe trage das Land Rechnung: „Wir fördern im Jahr über 2.300 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, ob E-Auto, E-Moped oder gasbetriebene Autos. Auch im Landesbereich und bei landesnahen Unternehmen sind solcherart betriebene Fahrzeuge im Einsatz“, sagt Niessl.

„60 Millionen Euro investieren Land und ÖBB allein heuer in die Bahninfrastruktur“, betont Niessl. Beispiele dafür sind die Bahnhöfe Neusiedl und Bruckneudorf. „Wir müssen aber auch auf neue Herausforderungen reagieren und dort, wo es Sinn macht, den Verkehr über den Bus führen. Zum Beispiel fördert das Land Gemeinden, die Zubringerbusse organisieren, mit Zuschüssen. Wir sind schon seit längerem dabei, über diese Micro-Verkehrslösungen vor Ort zu informieren. Mit diesem Micro-Verkehr wollen wird den ländlichen Raum stärken, wir wollen ihn mobiler machen.“

VCÖ-Mobilitätspreis spricht eine große Zielgruppe an
Am VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland können Betriebe und Unternehmen, Schulen
und Fachhochschulen, Gemeinden und Städte sowie Vereine und Organisationen mit
umgesetzten Projekten teilnehmen. Von Wissenschaft und Studierenden können auch Konzepte beim VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland eingereicht werden und von Privatpersonen auch Ideen für eine umweltfreundliche Mobilität. Die Projekte werden von einer Fachjury bewertet, das am besten bewertete Projekt aus dem Burgenland wird im Herbst ausgezeichnet. Zudem haben Burgenlands Projekte die Chance, auf Bundesebene zu gewinnen. Einreichfrist ist der 30. Juni, nähere Informationen gibt es beim VCÖ unter (01) 8932697 und im Internet unter www.vcoe.at

„Gesellschaftliche Entwicklungen verändern unsere Mobilität. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt, auch im Burgenland. Im Jahr 2030 werden laut Prognose der Statistik Austria rund 60.500 Burgenländerinnen und Burgenländer 70 Jahre oder älter sein, um rund 16.500 mehr als heute. Damit wird jede fünfte Person im Burgenland 70 Jahre oder älter sein. Ein gutes und dichtes öffentliches Verkehrsnetz und eine Verkehrsplanung der kurzen Wege sind für ältere Menschen sehr wichtig, um selbständig mobil sein zu können“, stellt Markus Gansterer vom VCÖ fest.

In der Region hat Carsharing Zukunft
Von Bedeutung sei auch der Trend zur Digitalisierung. „Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist dort, wo das Angebot gut ist, ein Trend zum Öffentlichen Verkehr erkennbar“, so der VCÖ-Experte. Verknüpft mit der Digitalisierung sei auch der Gesellschaftstrend des Sharing. War in der Vergangenheit Carsharing auf Städte konzentriert, ermöglichen heute Internetplattformen und Apps das nicht kommerzielle Carsharing im ländlichen Raum. „Gerade in der Region hat Carsharing Zukunft. Hier gibt es viele Zweitautos, die selten genutzt werden und unter der Bevölkerung der Gemeinde geteilt werden können“, weist der VCÖ auf neue Möglichkeiten hin. Im Burgenland gibt es rund 50.000 Zweitautos, die im Schnitt nur 9.250 Kilometer pro Jahr gefahren werden. Auch der Klimawandel beeinflusse stark den Verkehrsbereich.

Wahl des Verkehrsmittels: Wechselbereitschaft nimmt zu
Die Wechselbereitschaft bei der Wahl des Verkehrsmittels werde zunehmen, davon ist Jörg Weixler, ÖBB-Postbus Verkehrsleiter Vösendorf: „ Die Bedeutung der öffentlichen Verkehrsmittel wird weiter steigen. In Wien werden bereits 50 Prozent der gefahrenen Kilometer mit elektrisch betriebenen Verkehrsmitteln wie der U-Bahn oder der Straßenbahn zurückgelegt. Der Wechsel im Mobilitätsverhalten ist eine große Chance, aber zugleich eine große Herausforderung. Klimawandel, Nachhaltigkeit und Kundenorientierung werden verstärkt in den Fokus der ÖBB rücken.“

 

 

 

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